Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Die Seeturnhalle, hier noch mit dem Versorgungs-Container der Flüchtlinge, wird im Oktober abgerissen.  

Gemeinde diskutiert über Folgenutzung nach Abriss der Halle

Aus Seeturnhallen-Areal wird Freizeit-Gelände

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Jetzt ist es offiziell: Im Oktober wird die alte Seeturnhalle in Gmund abgerissen. Das Areal soll ein neues Freizeitgelände werden. Zumindest vorübergehend. 

Gmund – Generationen an Familien haben hier geturnt, Fußball gespielt und ihre Körper ertüchtigt. Zuletzt war sie die neue, wenn auch vorübergehende Heimat für Asylsuchende nach ihrer Flucht nach Deutschland. Jetzt sind die Tage der alten Seeturnhalle in Gmund gezählt. Bei seiner Sitzung am Dienstagabend hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die marode Halle abzureißen. Schon in diesem Oktober soll sie Geschichte sein.

Bei der Sitzung ging Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) auch auf die Historie der Halle ein, die 1929 von den Sportfreunden Gmund zusammen mit der Gemeinde gebaut wurde. Der Grund, so Preysing, sei unter seinem Amtsvorgänger Peter Zellermair vom Freistaat erworben worden. Im Kaufvertrag sei vereinbart worden, so der Rathauchef, dass das Grundstück, das direkt an der Seepromenade liegt, ausschließlich für sportliche oder touristische Zwecke genutzt werden darf. Daher habe die Gemeinde die Fläche zu einem sehr günstigen Preis bekommen. An diese Bedingungen muss sich die Gemeinde jetzt halten, wenn sie eine neue Nutzung ins Auge fasst.

Seit Oktober 2016 ist sich der Gemeinderat einig, dass eine neue Belegung mit Flüchtlingen nicht mehr in Frage kommt. „Das ist auch vom Landratsamt nicht mehr gewollt“, sagte Preysing. Inzwischen sei man sich einig, dass die Halle nicht mehr sanierungsfähig ist. Auch könne Gmund deshalb auf die Halle verzichten, weil inzwischen an der Realschule zusammen mit dem Landkreis eine Dreifachturnhalle gebaut wurde. Die Hälfte der Kosten hat Gmund übernommen.

Doch was soll mit dem Grundstück nach dem Abriss der Halle passieren? Er selbst sei noch nicht auf einen grünen Zweig gekommen, sagte Preysing und schlug eine eigens anberaumte Sitzung dafür vor. Als vorübergehende Nutzung könne er sich eine Bahn zum „Steckäplatteln“ aber gut vorstellen. „Eine Boccia-Bahn wär’ doch was“, fügte Otmar Straßmüller (FWG) hinzu, während sich seine Fraktionskollegin Christine Zierer für einen Beach-Volleyballplatz stark machte. „Den hab’ ich schon vor zehn Jahren angeregt“, sagte Zierer und fand: „Ein Beach-Volleyballplatz für Alle, das wär doch cool.“ Den Hinweis Preysings auf den bestehenden Beach-Volleyballplatz an der Realschule griff Barbara von Miller (SPD) auf. Sie wisse, dass dieser Platz – anders als eigentlich geplant – außerhalb des Schulbetriebs nicht zur Verfügung stehe, „also hat die Öffentlichkeit nichts davon.“ Preysing versprach, sich um die Rechte zur Nutzung zu kümmern.

Johann Schmid (SPD) erkundigte sich nach den vertragliche Rechten der Sportfreunde. „Es gab tatsächlich die Vereinbarung, dass die Sportfreunde die Halle auf Lebenszeit nutzen dürfen“, weiß Peter Targatsch, ehemals Vorsitzender der SF Gmund auf Nachfrage. „Doch diese Rechte erlöschen mit dem Abbruch.“ Preysing versicherte zudem, dass er sich um diese Frage schon gekümmert habe.

Dann war alles klar: Einstimmig wurde beschlossen, die Halle im Oktober abzureißen und fürs Frühjahr eine vorübergehende Nutzung mit Bochia-Bahn und Beach-Volleyball zu planen. Erkundigungen werde die Verwaltung dazu einholen. Die Anwohner, die die Debatte im Sitzungssaal verfolgten, hörten es gerne, dass Preysing zudem feste Spielregeln für den Freizeitbetrieb ankündigte. „Denn Tag und Nacht kann’s da natürlich nicht rund gehen.“ 

gr

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