Schlitten- und Bobfahrer am Oedberg in Ostin (Gmund) im Corona-Winter 2020/2021
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Am Oedberg in Ostin tummeln sich trotz still stehender Lifte viele Wintersportler. Der Liftbetreiber hat mit einem eigenen Konzept reagiert.

Bilanz offenbart zahlreiche Verstöße

Ausflügler: Polizei rüstet sich fürs Wochenende - Oedberg reagiert auf Besucheransturm

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Am Wochenende ist im Landkreis Miesbach erneut mit vielen Ausflüglern zu rechnen. Die Polizei richtet deshalb einen Appell an die Besucher. Und am Oedberg in Ostin reagiert man mit einem neuen Konzept.

  • Die Polizei rechnet auch für dieses Wochenende (9./10. Januar) mit vielen Ausflüglern
  • Die Beamten haben Kontrollen angekündigt
  • Am Oedberg reagiert man auf den Ansturm mit einem eigenen Konzept

Gmund/Schliersee – Es ist das letzte Wochenende vor Inkrafttreten des verschärften Lockdowns – und der Landkreis Miesbach lockt mit einer zarten Winterlandschaft. Die Polizei rechnet daher auch für Samstag und Sonntag (9. und 10. Januar) mit verstärktem Ausflugsverkehr in den touristischen „Hotspots“. Nach den Erfahrungen vergangener Schönwetter-Tage kündigt das Präsidium Oberbayern Süd weiterhin ganzheitliche Kontrollen an. Unterdessen reagieren die Ausflugsziele teils mit neuen Konzepten auf den Ansturm der Menschen. So auch am Oedberg in Ostin.

Noch im November war die Hoffnung bei Georg Reisberger groß. Um den Hang in Gmund-Ostin für den Skibetrieb fit zu machen, ordnete der Chef der Oedberg GmbH eine Depot-Beschneiung an. Inzwischen hat Reisberger die Hoffnung, dass die Lifte in diesem Winter noch in Betrieb gehen dürfen, beinahe aufgegeben. „Ich glaube nicht mehr dran“, seufzt er. Stattdessen erlebt der Oedberg – wie viele andere winterliche Ziele auch – derzeit immer wieder einen regelrechten Ansturm an Ausflüglern, die sich an dem Hang mit ihren Schlitten, Bobs und anderen Wintersportgeräten vergnügen. Teils parkten die Besucher bis zur Hauptstraße hinunter und erschwerten so die Zufahrt.

Seit Weihnachten werden am Oedberg 5 Euro Parkgebühren kassiert

In Absprache mit der Gemeinde Gmund und dem Landratsamt hat Reisberger nun die Reißleine gezogen. „Wir tragen dem Rechnung, was ohnehin passiert – ohne irgendeinen wirtschaftlichen Nutzen“, erklärt der Unternehmer. Heißt in der Praxis: Die Piste in Ostin wurde – zumindest in einem Teilbereich – präpariert, die Schneekanonen und andere Gefahrenquellen wurden mit Netzen abgesichert. Ansonsten, so Reisberger, wäre die Gefahr von Unfällen zu groß. „Ich bin jeden Tag froh, wenn nichts passiert“, erklärt er mit Blick auf die vielen Menschen.

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Auch die Infrastruktur rundherum hat man am Oedberg dem Ausflugsgeschehen angepasst. Seit Weihnachten kassiert ein Parkwächter auf dem Gelände eine Gebühr von fünf Euro, dafür werde der Parkplatz geräumt und gestreut, in der Alm stünden für die Besucher Toiletten und ein kleines To-Go-Angebot zur Verfügung, erläutert der Liftbetreiber. Sogar eine kleine Skatingrunde für Langläufer habe man angelegt. „Die Besucher“, berichtet Reisberger, „sind sehr entspannt und freuen sich, dass sie da sein können“. Um die Anfahrt zu sichern, hat die Gemeinde mittlerweile neue Parkverbotsschilder an der Zufahrtsstraße aufgestellt.

Polizei bezeichnet Schliersee und Spitzingsee als „massive Brennpunkte“

Von Parkverstößen weiß auch die Polizei ein Lied zu singen. Wie das Präsidium Oberbayern Süd gestern in einer Bilanz der vergangenen Wochen mitteilte, „stellten sich insbesondere Ausflugsziele rund um den Schliersee und Spitzingsee als massive Brennpunkte des Verkehrsgeschehens heraus“. Alleine zwischen dem Jahreswechsel und dem Dreikönigstag wurden hier laut Polizei rund 300 Verkehrsordnungswidrigkeiten gebührenpflichtig verwarnt oder zur Anzeige gebracht. Damit war der Landkreis Miesbach unter den Ausflugsregionen trauriger Spitzenreiter.

Appell an Ausflügler: „Wägen Sie bitte gründlich ab“

Die Polizei kündigt an, die „Hotspots“ auch weiterhin verstärkt zu kontrollieren und Verstöße – sowohl gegen die Straßenverkehrsordnung als auch gegen die Corona-Beschränkungen – konsequent zu ahnden. Und sie appelliert in ihrer Pressemitteilung wörtlich: „Wägen Sie vor Fahrtantritt bitte gründlich ab, ob Sie für Ihren Ausflug unbedingt Ihren Wohnort verlassen müssen!“

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