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Autofreier Sonntag in Gmund: Wenig Interesse an Radl-Kultur gezeigt

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Von: Alexandra Korimorth

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Kaum Gäste: Unter anderem fuhren die Teilnehmer einen Korso um den See. Nur 25 Radler erledigten die gesamte Runde.
Kaum Gäste: Unter anderem fuhren die Teilnehmer einen Korso um den See. Nur 25 Radler erledigten die gesamte Runde. © Thomas Plettenberg

Die Neuauflage des Autofreien Sonntags in Gmund im Rahmen des Klimafrühling war deutlich schlechter besucht als das Original vor drei Jahren.

Gmund – Zur Neuauflage des Autofreien Sonntags in Gmund kamen am Wochenende deutlich weniger Besucher als bei der ersten Veranstaltung im Jahr 2019: Waren vor drei Jahren noch rund 1800 Besucher an den Bahnhof und in das Badviertel geströmt, enttäuschte heuer das Interesse an der Veranstaltung im Rahmen des Klimafrühlings die Organisatoren aus den Arbeitskreisen „Energie und Umwelt“ und „Verkehr“.

Autofreier Sonntag in Gmund: Wenig Interesse an Radl-Kultur gezeigt

Vormittags hoffte Johann Schmid, Referent für Energie und Klimaschutz der Gemeinde Gmund, der den Aktionstag unter dem Motto „Prima Klima – Sattelfest mobil“ geplant hatte, noch auf den großen Andrang. Schließlich war der autofreie Sonntag vor drei Jahren auch erst zögerlich angelaufen, bis mittags dann die Gmunder die Brotzeit- und Kuchenstände sowie die vielen Infostände stürmten. „Am Sonntag kamen die Besucher den gesamten Tag bloß spärlich vorbeigetröpfelt“, bilanzierte Schmid nun zum Abschluss. „Die Beteiligung war enttäuschend – vor allem für den Aufwand.“

Dabei hatte Schmid einige Klima und Rad-Experten zur Präsentation gewinnen können. Der ADFC war mit einem Verkehrsquiz vor Ort. Christian Stadler vom Rottacher Verkehrsverein hatte einen Fahrrad-Geschicklichkeits-Parcours aufgebaut, den Teilnehmer mit Fahr- und Funrädern aller Art durchfahren konnten. Eben jene Radl hatten örtliche Radanbieter und Rad- und Rollererfinder mitgebracht. Die Verbraucherzentrale bot eine Energieberatung. Das Fablab Oberland forderte zum Erfinden von Hilfsmitteln auf, die das Radlerleben erleichtern. Die Finsterwalder Ponybande bot neben Quiz und tierischem Geschicklichkeitswettlauf auch Ponywanderungen an. Die Feuerwehr Dürnbach sorgte für die Verpflegung.

Viel Aufwand: In die Planung mit Ständen von ADFC und Verkäufern hatte die Gemeinde viel Zeit gesteckt. 
Viel Aufwand: In die Planung mit Ständen von ADFC und Verkäufern hatte die Gemeinde viel Zeit gesteckt.  © Thomas Plettenberg

Mobilitätsangebote vom Pony bis zum Rosiroller

„Von Pony bis Rosiroller: Hier kann man sich über viele Mobilitätsmodelle informieren“, sagte Bürgermeister Alfons Besel zur Begrüßung. „Es ist wichtig, dass wir uns den Straßenraum zurückerobern, dass wir uns hier, wo sonst Autos fahren, treffen, um uns auszutauschen.“ Themen waren unter anderem Leasingangebote für Jobbikes und die geplanten Radverbindungen zwischen Otterfing und Gmund sowie Hausham und Gmund.

Schmid bedauerte, dass einige Mitwirkende von 2019 wegen zu voller Auftragsbücher – beispielsweise bei den Heizungsbauern und Elektrikern, die die Taldächer gerade mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten – oder mangelnder Kapazitäten abgesagt hätten oder den Aktionstag in Bad Wiessee gestalteten. Besel blieb zuversichtlich: „Wir treffen auf ein großes Interesse für Energie- und Mobilitätsthemen.“ Die Gemeinde Gmund überdies sei mit ihrem Energiecoaching, dem Energienutzungsplan und dem Energieeffizienznetzwerk wie auch als fahrradfreundliche Kommune auf einem guten energetischen Weg. „Das macht doch Mut, dass wir noch viel bewegen können.“

Wie zum Beweis machten sich auch 40 Besucher zusammen mit Richard Westerberger vom ADFC auf eine Tour rund um den See. Ein Polizeifahrzeug fuhr vorneweg, die Feuerwehr hintennach. So kamen die Radler gut durch den Verkehr. Etwas mehr als die Hälfte der Radler beendete die Runde. Einige waren bei anderen Klimafrühlings-Ständen geblieben, beispielsweise in Bad Wiessee, oder nach Hause geradelt.

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