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Bahnhof, Energie und Wohnen im Alter: Was Gmund 2022 vorhat

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Von: Gerti Reichl

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Auch 2022 Top-Thema: die Umgestaltung des Bahnhofsareals
Auch 2022 Top-Thema: die Umgestaltung des Bahnhofsareals . © Thomas Plettenberg

Zukunftsweisende Themen stehen in der Gemeinde Gmund 2022 an. Vorrangig geht es aber darum, mit der Corona-Situation weiter zurecht zu kommen. Erfreulich ist, dass die Pandemie die nördlichsten Tal-Gemeinde zumindest finanziell nicht allzu stark belastet.

Gmund – Für Rathauschef Alfons Besel (FWG) steht das Thema Corona nach wie vor auf der Prioritätenliste ganz oben. „Wir haben große Sorge um unsere Gesellschaft, die Jugend und die Kinder“, sagt Besel. „Wir müssen versuchen, mit allen Kräften die Kinderbetreuung, Bauhof und Verwaltung aufrecht zu halten. Dorthin gehen vorrangig meine Gedanken, das belastet uns.“ In diesem Zusammenhang sei die Verwaltung gerade dabei, die Möglichkeiten für Hybrid-Sitzungen des Gemeinderats zu schaffen. „Wir werden versuchen, mit möglichst einfachem Rahmen zurechtzukommen“, so Besel, Material sei bestellt. Er hoffe, dass dieses im Januar geliefert wird und für die nächste Sitzung zur Verfügung steht.

Bahnhofsareal

Die Umgestaltung des Bahnhofsareals ist auch 2022 ein Top-Thema. Nach dem Grundsatzbeschluss, dass in einem ersten Schritt ein neuer Omnibus-Bahnhof (ZOB) kommt und im Anschluss Pkw-Parkplätze sowie eine Fahrrad-Abstellanlage, werden sich die Gemeinderats-Fraktionen bereits zu Jahresbeginn zu den überarbeiteten Entwürfen des Architekturbüros austauschen. „Bereits im Januar könnten nächste Entscheidungen gefällt oder zumindest die Rahmenbedingungen festgelegt werden, das ist zumindest der Plan“, so Besel.

Wohnen im Alter

„Mit Volldampf“ treibt die Gemeinde ihr Senioren-Wohnprojekt voran. Für Januar sind bereits Termine mit der staatlich geförderten Fachstelle Wohnen im Alter vereinbart, um in Sachen Grundstücksentscheidung voranzukommen. Möglich wäre das Wohnprojekt auf einem Grundstück an der Hirschbergstraße oder an der Wiesseer Straße neben dem Parkplatz des Strandbads in Kaltenbrunn. „In einer kleinen Machbarkeitsstudie wollen wir analysieren und bewerten, welches dieser Grundstücke geeignet ist“, erklärt der Rathauschef. „Dann muss der Gemeinderat eine Entscheidung treffen, damit wir in die Vorplanung einsteigen können.“

Fahrrad-Freundlichkeit

Weiter in die Pedale tritt die Gemeinde für den geplanten Radweg zwischen Gmund und Hausham. Hier laufen laut Besel letzte Gespräche mit Grundstückseigentümern. Planung und Durchführung liegen beim Freistaat, also beim Staatlichen Bauamt Rosenheim. 2023 soll der Bau beginnen. „Wir sind auf einem guten Weg“, berichtet Besel, der auch einen Fahrradweg zwischen Gmund und Dürnbach nicht aus den Augen verlieren möchte. Die Planung soll auch unabhängig vom Fernradweg Otterfing-Gmund, der auch diesen Streckenabschnitt beinhaltet, vorankommen. „Da könnten wir durchaus vorab einen Akzent setzen“, glaubt Besel.

Energie

Gmund hat einen Energienutzungsplan, der Wege aufzeigt, sich von fossilen Energieträgern zu verabschieden. Auch ist die Kommune Teil des Energie-Effizienz-Netzwerks. Erste Projekte packt Gmund nun an: Auf den Dächern von Grundschule und Bauhof sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Für Besel hat das oberste Priorität. „Ob die Anlagen schon 2022 laufen werden, ist eher unwahrscheinlich.“

Bauvorhaben

Zwei Tiefbauprojekte stehen an: die Sanierung des Waldwegs in Moosrain und der Seestraße in Gmund. „Vor allem die Seestraße wird wegen der Vielzahl an Sparten, die dort vergraben sind und der räumlichen Enge eine Herausforderung.“ Auch etliche Brückensanierungen stehen auf der Agenda, der Bauhof braucht ein Salz-Silo, „doch das kann man nicht überall hinstellen.“

Kommunikation

Erneut soll es eine digitale Bürgerversammlung geben. „Vielleicht sogar mit einigen wenigen Teilnehmern“, sagt Besel. In jedem Fall arbeite man daran, die Kommunikation im Ort und den Austausch sicherzustellen. „Das ist nicht einfach in diesen Tagen“, findet Besel, „doch wir werden zunehmend sattelfest, was digitale Veranstaltungen betrifft.“

Finanzen

Corona beschert der Gemeinde Gmund bislang nur geringfügige Einbußen. „Unser Kämmerer geht seit jeher einen sparsamen und wirtschaftlichen Weg, egal ob die Zeiten gut oder schlecht sind“, betont Besel. „Wir müssen daher nichts von der Prioritätenliste streichen und können durchaus zufrieden sein. Ein Pseudo-Jammern“, so der Bürgermeister, „möchte ich daher nicht anstimmen.“

Der Jahreswechsel ist Gelegenheit, nach vorne zu blicken. Was wird 2022 trotz der andauernden Pandemie möglich, was muss aus finanziellen und coronabedingten Gründen gestrichen werden? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

gr

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