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So wird das neue Wohn- und Geschäftshaus aussehen. 

Gegenüber des Maximilian

Das neue Gmund: Hier gibt‘s den exklusiven Einblick in die Pläne

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Der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses direkt gegenüber des Maximilian sorgt für Gesprächsstoff. Hier zeigt Bauherr Christian Werth erstmals die Pläne und spricht über weitere Projekte im Tal.

Gmund – Seitdem bekannt wurde, dass der Abriss des prägenden Hauses an der Tegernseer Straße 8 schon bald bevorsteht, wird viel geredet in Gmund: Über die Gründe, warum sich Familie Glasl, die sich einst in die Reihe der Besitzer des gegenüberliegenden Gasthofs Maximilian eingereiht hatte, überhaupt von dem Gebäude getrennt hat. Wo es ihr doch seit 1918 gehörte. Warum das Haus nicht unter Denkmalschutz steht, wo es doch seit 1399 das frühere Stallgebäude des Gasthofs Herzog war, mit üppiger Malerei versehen ist und so viel Geschichte eigentlich verpflichten müsste.

Michael Werth

Der in Gmund ansässige Bauunternehmer Christian Werth hat vor einem halben Jahr den Zuschlag von Familie Glasl bekommen – einer Erbengemeinschaft. Und die löste Probleme mit der Verteilung der Erbanteile eben mit Verkauf, wie dies so oft bei Erbengemeinschaften der Fall ist. Werth hatte sich 2013 in Gmund selbständig gemacht, gleich nachdem er den Bau der Realschule als öffentlich-privates Partnerschaftsmodell (ÖPP-Modell) betreut hatte. Sieben Mitarbeiter sind inzwischen in seiner cwbaumanagement, der cwbaudienst und der cwbauprojekte GmbH tätig. Neben dem Gmunder Projekt werden derzeit unter anderem Bauvorhaben in Rottach-Egern, in Tegernsee-Süd, in Bad Tölz oder in München-Großhadern verwirklicht.

Werth spricht ganz offen über sein Gmunder Projekt: „Auch Ten Brinke wollte es haben“, erzählt der 50-Jährige, der aus dem Raum Münster stammt. Zur Erinnerung: Ten Brinke baute den gegenüberliegenden Rewe und die Wohnungen, den Gasthof reichte sie weiter an die Brauerei Tegernsee. Familie Glasl gab Werth den Zuschlag. „Dafür musste ich den Glasls zum Beispiel versprechen, dass die Reinigung Rebelein wieder Geschäftsräume bekommt.“ Während der Bauphase wird Agota Rebelein ihren Laden in Räume der cwbaudienst auf der anderen Seite der Tegernseer Straße verlegen. Auch eine Apotheke soll es künftig wieder geben. Weitere Läden („die Bewerber kommen alle aus Gmund“) und eine kleine Gastronomie werden in dem Ensemble eröffnen. Oben stehen zehn Eigentumswohnungen zur Verfügung. Eine Tiefgarage mit 39 Stellplätzen ist ebenso geplant. Christian Werth wird seinen Firmensitz ebenfalls in den Neubau verlegen. Dass die Gestaltung mit massiver Bauweise, Holzverschalung und Fensterläden der Gemeinde gefällt, freut ihn, liegt aber sicherlich auch daran, dass Planer Michi Huber das Vertrauen der Gemeinde genießt und schon einige Projekte im Ort für die Gemeinde verwirklicht hat.

Leichtes Spiel also in Gmund, was man bei manch anderen Bauvorhaben nicht behaupten könnte. Beispiel Rottach-Egern, Karl-Theodor-Straße:Eine Baulücke gegenüber den Glasl-Neubauten will Werth mit einem Mehrfamilienhaus plus Tiefgarage füllen. Die Gemeinde lehnte ab, „jetzt liegt der Fall beim Landratsamt“, sagt Werth, der auf einen positiven Bescheid wartet und so argumentiert: „Es geht da ums Baurecht in einem Gebiet, das nicht in einen Bebauungsplan eingebettet ist.“ Folglich gelten andere Häuser als Vergleichsobjekte, und da sei sein Projekt nicht das Größte, meint Werth. „Klar wollen wir Projektentwickler unser Geschäft machen, „aber wir sind weit weg von Maximalbebauung.“ Ein weiteres Bauvorhaben von Christian Werth an der Tegernseer Schwaighofstraße sorgte kürzlich für Gesprächsstoff:In der Baugrube stand das Wasser wie in einem See. „Damit haben wir gerechnet“, betont Werth, „da läuft alles nach Plan.“ Ein wenig ungewöhnlich ist es aber schon, wenn Taucher dort im Einsatz sind, um die Dichtigkeit des Unterwasserbetons zu überprüfen.

Zurück nach Gmund: Im September sollen die Bagger an der Tegernseer Straße anrücken, die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant. Christian Werth ist überzeugt, dass es den Gmundern gefallen wird: „Ich hab’ schließlich einen Ruf zu verlieren.“

gr

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