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Hotel und Wirtshaus im Feichtner Hof werden künftig getrennt betrieben.

Trennung von Hotel und Wirtshaus

Neue Pläne für den Feichtner Hof

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Vor knapp einem Jahr kaufte Unternehmer Kristian Nicol Worbs (63) den Feichtner Hof in Finsterwald. Jetzt hat er neue Pläne. Der bisherige Pächter Thomas Thielemann (53) geht.

Gmund – Im Januar 2015 wurde Thomas Thielemann Herr am Herd im Feichtner Hof. 21 Jahre lang war er zuvor im Wirtshaus zum Schweinsbräu in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten tätig. Seine Idee von der Bio-Küche, von vertrauenswürdigen Produzenten und regionalen Lieferanten brachte er mit. Das gefiel dem damaligen Besitzer: Bräustüberl-Wirt Peter Hubert hatte den Feichtner Hof gerade drei Jahre selbst betrieben, als er sich entschied, das traditionsreiche Haus, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1543 zurückreichen, zu verpachten. Im Dezember 2016 dann die faustdicke Überraschung: Peter Hubert verkaufte an Kristian Nicol Worbs aus Dürnbach, Geschäftsführer der Familiengesellschaft Aureus Immobilien und Anlagen GmbH.

Bio-Koch Thielemann blieb – und bemühte sich, das Gasthaus bei Einheimischen und Gästen zu etablieren und den Biergarten im Sommer zu beleben. Was wegen der unmittelbaren Nähe zum wiedereröffneten Gut Kaltenbrunn bestimmt nicht immer einfach war. Zuletzt hat’s für Thielemann aber wohl gepasst: „Die Betriebsabläufe waren gut eingespielt“, sagt er. Einheimische kamen, auch Stammtische hatten ihren Platz.

Am 7. Januar 2018 ist Schluss

Sein Vertrag wurde nicht verlängert: Bio-Koch Thomas Thielemann (53).

Und dennoch jetzt das Aus: Am 7. Januar wird der 53-jährige die Lichter ausmachen. Sein Vertrag, der ohnehin zum Jahresende ausgelaufen wäre, wurde nicht verlängert. Vorausgegangen, so Thielemann, seien der Trennung allerdings „lange Verhandlungen und Diskussionen, aber keine Komplikationen.“ Ja, es sei bitter, sagt er. Die Mitarbeiter wüssten Bescheid. „Es ist mir wichtig, dass für sie alles gut geregelt wird.“ Seine Zukunft als Koch sei jedoch offen: „Alles muss sich erst einmal setzen, dann gehe ich neue Wege.“

Hat der Feichtner Hof doch nicht so funktioniert, wie sich der Besitzer das gewünscht hat? „Dass der Feichtner Hof auch ein Hotel ist, war nicht erkennbar“, sagt Worbs. 18 Zimmer mit 35 Betten waren bisher verfügbar, Thielemann hatte Hotel und Wirtshaus in einem Paket gepachtet. Worbs will jetzt eine Trennung vollziehen: Die neu gegründete Hotel Feichtner Hof GmbH wird künftig das Hotel in Eigenregie betreiben. Gleich im Januar soll der Umbau der Zimmer beginnen. Vielleicht wird deren Zahl sogar erweitert. Details müsse er aber noch mit der Gemeinde noch abstimmen, sagt Worbs und bekräftigt zugleich: „Am äußeren Erscheinungsbild wollen wir nichts Gravierendes ändern.“ Jedoch solle das Hotel im hinteren Bereich einen eigenen Eingang bekommen und so beworben werden, dass es mehr auffällt. „Schließlich fahren da täglich tausende Autos vorbei.“ Insgesamt solle alles einfach hübscher werden auf dem insgesamt 7500 Quadratmeter großen Areal – angefangen vom Parkplatz bis zum Biergarten. Worbs will den urtümlichen Garten mit den alten Kastanien „richtig schön“ machen, „damit die Leute wieder Lust haben, dort einzukehren.“

Neuer Pächter fürs Wirtshaus, aber kein Sternekoch

Besitzer des Feichtner Hofs: Unternehmer Kristian Nicol Worbs (63).

Überhaupt die Gastronomie: Worbs wird hier geringfügig umbauen und einen neuen Pächter holen, der die Gaststätte unabhängig vom Hotel betreiben soll. Für konkrete Namen sei es noch zu früh, er habe aber schon Kandidaten in Aussicht. Ein Sternekoch vielleicht? Worbs winkt ab: „Der Feichtner Hof soll ein bodenständiges, normales Wirtshaus sein“, sagt Worbs, „einladend für eine breite Bevölkerungsschicht. Gourmet-Restaurants haben wir genug am Tegernsee.“

Wie steht’s mit den Plänen zur Erweiterung des Hotels, die Worbs vom Vorbesitzer Peter Hubert übernommen hat? „Ich habe eine gültige Baugenehmigung für das von Herrn Hubert geplante Vorhaben“, erklärt Worbs. Der Bräustüberl-Wirt wollte neben dem Feichtner Hof einen Bau mit 14 Gästezimmern, drei Ferienwohnungen und einer Tiefgarage errichten. Schon im September 2015 hatte sich der Gmunder Ortsplanungsausschuss erstmals damit befasst und die Pläne mit einer Gegenstimme befürwortet. Worbs könnte loslegen, doch die Planung überzeuge ihn nicht hundertprozentig. „Ich will das Hotel Feichtner Hof auf lange Sicht erweitern“, so der Besitzer, „aber anders als geplant.“ Da müsse man nochmal drangehen an die Pläne, so Worbs. 

Wiedereröffnung am 1. April 2018

Brauchen könnte die Gemeinde neue Hotelzimmer in jedem Fall – sie sind derzeit Mangelware. Die Lichter gehen also aus, die Baufirmen rücken an. Für 1. April ist die Wiedereröffnung geplant.

gr

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