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Besucher-Ansturm beim Gmunder Volksfest: Dem Wirt gingen sogar die Hendl aus

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Von: Gerti Reichl

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Bedienung beim Volksfest Gmund
Hier gab’s noch was: Weil aber mehr hungrige Besucher kamen als gedacht, gingen im Gmunder Bierzelt am Sonntagabend die Hendl aus. © Thomas Plettenberg

Mit einem derartigen Andrang aufs Gmunder Volksfest hatte Festwirt Christian Fahrenschon nicht gerechnet: Am Sonntagabend gingen ihm sogar die Hendl aus. Es war der Auslöser einer Kettenreaktion.

Gmund – Ja, er habe gehofft, dass die Leute nach der Coronazeit wieder auf „Normal-Modus“ schalten, dass sie zahlreich ins Bierzelt kommen und von Donnerstag bis Montag viel Musik, knusprige Hendl, eine süffige Maß und nach zweijähriger Corona-Zwangspause ganz einfach wieder Volksfeststimmung genießen. Dass er tatsächlich dermaßen überrannt wird, das hat sich Christian Fahrenschon (58), Festwirt in Gmund, aber nicht träumen lassen. Ab dem Eröffnungsabend am Donnerstag strömten die Besucher nur so herein, die rund 1500 Plätze waren schnell mit Einheimischen und Gästen belegt und die Stimmung so prächtig, dass sogar auf den Bänken getanzt wurde. Das gleiche Bild am Freitag und Samstag, wo abends mit den Cagey Strings die Party abging.

Volksfest Gmund: Die kalkulierte Hendlmenge reichte nicht aus

Am Sonntag nahm der Besucherstrom erneut richtig Fahrt auf, so dass am Abend sogar das Essen ausging. Das hieß unter anderem: keine Hendl mehr, kein Spanferkel, kein Salat zum Rollbraten. „Gegen 20 Uhr gab es tatsächlich keine Hendl mehr“, muss Fahrenschon einräumen, hat aber dafür gleich mehrere Erklärungen: „Der Mittagsbetrieb lief schon dermaßen gut, dass die von uns kalkulierte Hendlmenge einfach nicht ausreichte.“ An einem „normalen“ Sonntag, so der Festwirt, rechne er mit etwa 800 Portionen Hendl. Doch bei diesem Volksfest hätten die hungrigen Gäste an die 1200 Portionen vertilgt.

Festwirt Christian Fahrenschon (r.), hier mit Bürgermeister Alfons Besel bei der Volksfest-Eröffnung, erklärt, wie es zum Hendl-Engpass kommen konnte.
Festwirt Christian Fahrenschon (r.), hier mit Bürgermeister Alfons Besel bei der Volksfest-Eröffnung, erklärt, wie es zum Hendl-Engpass kommen konnte. © Thomas Plettenberg

Nachbestellung von gefrorenen Hendln kam nicht in Frage

„Und wenn die Hendl aus sind, dann löst das eine Kettenreaktion aus.“ Sprich: Auch von etlichen anderen Gerichten war nach und nach nichts mehr übrig. Nachordern sei im Fall der Hendl nicht möglich gewesen, erklärt Fahrenschon. „Bei uns kommen ausschließlich frische Hendl auf den Grill“, sagt der Festwirt. Sein Lieferant aus Niederbayern könne aber nicht immer schlachten und auch nicht liefern. „Wir hatten am Donnerstag die benötigte Menge Hendl überschlagen und nach unseren Prognosen bestellt.“ Dass dann am Freitag und Samstag schon um 25 Prozent mehr Besucher kamen, habe er wie gesagt nicht planen können. Gefrorene Hendl bei einem Metzger kurzfristig zu ordern, sei für ihn nicht in Frage gekommen. „Grundsätzlich nicht, und zudem wären die ja am Sonntag auch nicht mehr aufgetaut.“

Andrang im Bierzelt: Bedienungen kamen nicht mehr hinterher

Zum Hendl-Malheur am Sonntag beigetragen hätte auch, dass sich das Zelt am Abend zur Hälfte mit neuen Gästen gefüllt habe. Das sei normalerweise nie der Fall. In Gmund schon: Die Tegernseer Tanzlmusi spielte ab 18 Uhr auf und bat die Besucher auch zum Tanz. Was den Festwirt natürlich freute. Mancher Gast murrte aber nicht nur wegen der Hendl-Misere, sondern auch wegen der Bedienungen, die nicht mehr hinterherkamen. Zwischen 26 und 30 Bedienungen schleppten Essen und Getränke heran, für viele, so Fahrenschon, sei es der erste Einsatz in einem Bierzelt seit 2019 gewesen.

Festwirt bedankt sich bei Gästen: Geselligkeit funktioniert noch

Fahrenschon bittet die Gäste im Nachhinein um Verständnis wegen der Engpässe. Andererseits bedankt er sich dafür, dass das Volksfest so gut angenommen wurde. Es hatte am Montag noch den Seniorennachmittag – mit frisch geschlachteten und gelieferten Hendl – sowie das traditionelle Kesselfleischessen im Programm und klang mit der Blaskapelle Gmund aus. Das „überwältigende Interesse“ zeige, dass Geselligkeit und Kultur noch funktionieren, „vor allem auch bei der Jugend“, meint Fahrenschon mit Blick auf den Auftritt des Trachten-Nachwuchses am Sonntag.

Sein Resümee zog er schon vor dem offiziellen Ende: Vielleicht werde er mit der Gemeinde wieder über eine Rückkehr zum früheren Modus mit zwei Festwochenenden nachdenken – dann hoffentlich wieder mit vollen Zelttagen, aber ohne Hendl-Engpass.

gr

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