Stößt seit der Einführung auf Kritik: der Zug der Bayerischen Regiobahn vom Modell Lint 54, hier bei der Einfahrt in Gmund.  Foto: Thomas Plettenberg
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Stößt seit der Einführung auf Kritik: der Zug der Bayerischen Regiobahn vom Modell Lint 54, hier bei der Einfahrt in Gmund.

Weiterer Protest gegen Lärm und Mängel der neuen Züge der Bayerischen Regiobahn

Betroffene gründen Bürgerinitiative „Endstation Lint“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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In Gmund formiert sich weiterer Protest gegen die Lint-Züge der Bayerischen Regiobahn und ihre Mängel. Die Bürgerinitiative „Endstation Lint" wurde gegründet.

  • Protest gegen Züge der Bayerischen Regiobahn wird lauter.
  • Gmunder gründen Bürgerinitiative „Entstation Lint“.
  • Treffen am 6. Oktober im Gasthof Maximilian geplant.

Gmund – Initiator und Sprecher ist Rudolf Probst, der bereits in der Arbeitsgruppe „Barrierefrei“ um den Behindertenbeauftragten Anton Grafwallner aktiv ist. Probst, der auch die auf inzwischen über 140 Follower angewachsene Facebook-Seite „Kreischgau“ ins Leben gerufen hat, hat bisher knapp zehn Gleichgesinnte an seiner Seite.

Die Forderung der Bürgerinitiative(BI) ist „die schnellstmögliche Einführung von Maßnahmen zur drastischen Lärmreduzierung der Coradia Lint 54 Züge im Oberland“. Um dieser „für viele Bürger berechtigten Forderung Nachdruck zu verleihen“, werde die BI verschiedene Aktivitäten planen und durchführen, so Probst. Zudem unterstütze sie die Forderungen der Arbeitsgruppe „Barrierefrei“, die ihrerseits auf erhebliche Mängel der neuen Züge hinsichtlich deren Eignung für Behinderte hinweist. „Es macht Sinn, dass wir die Kräfte bündeln“, findet Probst, für den ganz klar ist: Lint stehe für Körperverletzung durch Lärm.

Die BI begrüßt ausdrücklich die Forderungen der Politik für Nachbesserungen seitens des Betreibers, die bei einem Runden Tisch am Mittwoch, 30. September, in Holzkirchen zur Sprache kommen sollen.

Protest gegen Lint-Züge: Firma aus Slowenien und TU Berlin bieten Hilfe an

Probst ist überzeugt, dass nachhaltige Lärmreduktion möglich ist. Die BI stützt sich dabei auf zwei ihr vorliegende Konzepte. Zum einen, so Probst, biete die Firma ELPA aus Slowenien eine innovative Gleisschmieranlage für Gmund zum Test an. Diese sei im österreichischen Schruns erfolgreich in Betrieb genommen worden, wo vergleichbare Umstände zu Zuglärm geführt hätten. „Die Anlage hat dort nachhaltig für Ruhe gesorgt, sowohl auf dem Gleis, als auch bei den Bürgern“, sagt Probst.

Desweiteren liege der BI ein aktuelles Schreiben von Professors Markus Hecht, Leiter des Fachgebiets Schienenfahrzeuge am Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin vor. Demnach habe das Institut technische Möglichkeiten entwickelt, um die Lint-Züge „recht einfach leiser zu machen“. Diese Maßnahmen seien in Berlin umgesetzt worden. Auch das laute Hupen könne behoben werden, so die BI – durch die Beschrankung von bisher unbeschrankten Bahnübergangen. „Hier müsste sich endlich auch unsere Bundesbahn als Gleisverantwortlicher bewegen“, so der Sprecher. Unter anderem hier zeige sich deutlich, wie rückständig die Bahninfrastruktur in Deutschland sei.

Vor dem Hintergrund aller bisher gesammelter Informationen sei „Endstation Lint“ überzeugt, „dass mit etwas Willen seitens aller Verantwortlicher rasch eine nachhaltige Verbesserung der Situation im Oberland zu erzielen ist – für alle Bürger, den Tourismus und die notwendige Verkehrswende.“  

Die Bürgerinitiative trifft sich am Dienstag, 6. Oktober, um 19 Uhr im Gasthof Maximilian in Gmund, um Ideen zu sammeln und das weitere Vorgehen zu besprechen. Kontakt per Mail an BI_Endstation_Lint@gmx.de oder unter der Rufnummer 01 71 / 5 58 55 26.

gr

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