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Bildhauerin Cornelia Hammans mit ihren tanzenden Bronze-Frauen.

Bildhauerin bietet Gemeinde Skulptur an

Drei tanzende Mädels für den Kreisverkehr

Gmund - Kunst auf dem Kreisverkehr: Den Kreisel in Hauserdörfl ziert ein Werk von Otto Wesendonck, und auf dem in Seeglas könnten bald Figuren von Cornelia Hammans stehen. Die Künstlerin hat der Gemeinde ihr Werk „Die Leichtigkeit des Seins“angeboten.

Cornelia Hammans ist international renommierte Bildhauerin. Mit ihren Werken wurde sie zu Ausstellungen in Italien, Frankreich, Hongkong und New York eingeladen, ihre Skulpturen stehen in Sao Paolo, Zürich oder München. Soeben hat die 59-jährige Künstlerin, die im Tegernseer Tal lebt, ihr Atelier von Warngau nach Finsterwald verlegt. Und so bot Hammans ihrer Heimatgemeinde Gmund das Werk „Die Leichtigkeit des Seins“ für den Kreisverkehr Seeglas an – zunächst einmal für ein halbes Jahr zur Probe.

Als der Spatenstich zum Kreisverkehr gesetzt wurde, wünschte sich Landrat Jakob Kreidl, dass sich „aus dem neuralgischen Punkt Leichtigkeit für den Verkehrsfluss ergeben sollte“. Seit vergangenem Sommer ist der Kreisel nun in Betrieb. Noch immer treffen täglich 14 000 Autos der Bundesstraße mit 8500 Autos der Staatsstraße von Hausham aufeinander, doch der Verkehr fließt – sofern sich nicht an einem sonnigen Sonntagabend alle Münchner zurück zur Autobahn stauen. „,Die Leichtigkeit des Seins‘ wäre also schon qua Titel passend“, sagt Hammans lächelnd. „Sie wäre aber auch eine künstlerische Ergänzung in der Skulpturen-Landschaft, die die Kreisel im Landkreis so schmücken.“ Hammans Werk zeigt eine Skulpturengruppe von drei tanzenden jungen Frauen. Es sind leichte, beschwingte Mädels von etwa zwei Metern Größe, die sich unterschiedlich zueinander platzieren. Die Bronze-Figuren stehen derzeit noch vor ihrem Haus in Finsterwald, drehen sich trotz des nasskalten Wetters gutgelaunt zwischen den Bäumen. „Wir sind Zuhause auch drei Schwestern, und das hat mich inspiriert“, sagt Hammans, die aus Bonn stammt. Ihre drei Bronze-Schwestern waren schon häufig auf Ausstellungen zu sehen, unter anderem in München auf dem Promenadeplatz vor dem Bayerischen Hof. Großkonzerne wie Glaxo Smith Kline oder Linde haben sie sich ausgeliehen.

Seit Beginn ihres Schaffens setzt sich die Bildhauerin mit der menschlichen Figur auseinander. Ihr Plastiken haben etwas weiches, fließendes, dynamisches. Sie heißen Jubel, Grazie, Glückliche. Meist arbeitet Hammans mit Bronze, es gibt aber auch Aluminium-Skulpturen oder welche aus V2A-Stahl. Wenn die Künstlerin sie entwirft, hat sie die Bewegung der Plastik nur vor dem geistigen Auge, Skizzen gibt es nicht. „Meine Figuren baue ich in Ton auf, und diese Tonskulpturen vertraue ich dann dem Gießer für den Bronzeguss an“, sagt sie. In ihren Räumen sind vor allem weibliche Akte zu sehen – teils sehr abstrahierte Torsi, so dass nur noch die Linienführung, die weichen Kurven, daran erinnern. „Der weibliche Körper drückt für mich eher Harmonie aus.“ Diese findet sich auch bei den drei Mädels der „Leichtigkeit des Seins“, obwohl sie längst nicht abstrakt, sondern gegenständlich anzuschauen sind. Sie sind ein bisschen wie Poesie in Bronze.

Ob das Kunstwerk tatsächlich auf dem neuen Kreisel in Seeglas seine Heimat findet, ist indes noch ungewiss. Im Februar oder auch erst im März werde sich der Gmunder Gemeinderat mit der Gestaltung des Kreisverkehrs auseinander setzen, sagt Rathaus-Geschäftsführer Alfons Besel. Dabei sollen auch jene Vorschläge diskutiert werden, die aus der Bevölkerung im Rathaus eingegangen sind. Die Gemeinde hatte einen entsprechenden Aufruf gestartet. „Es sind sehr viele Verschläge gekommen“, berichtet Besel. Die Bandbreite reiche von der Anregung, den Kreisel in seiner jetzigen ungeschmückten Form zu belassen, bis hin zu Kunstwerken wie der „Leichtigkeit des Seins“.

Von Sonja Still

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