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Warten auf die endgültige Konzession und wollen endlich loslegen: Isik Erkoc und Katharina Schmid vor ihrer künftigen Bar „Shakes Beer“ am Gmunder Stachus. 

Im Bleicher-Haus am Gmunder Stachus

Gemeinderat war dagegen: Warum das Bistro jetzt doch möglich ist

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Da schau her: In Gmund am Stachus darf nun doch eine Bar eröffnen, obwohl der Gemeinderat eigentlich dagegen war. Warum das so ist, lesen Sie hier: Wir haben vorbeigeschaut.

Gmund – Im Frühjahr hatte der Gmunder Ortsplanungsausschuss eigentlich einstimmig entschieden, dass ein Bistro im ehemaligen Bleicher-Haus am Stachus nicht machbar ist. Der Grund: Der Betreiber hätte neun Parkplätze nachweisen müsse, falls er das komplette Erdgeschoss von einem Laden in ein Lokal umwandelt.

Nun wurde ein Weg gefunden, denn das Bistro steht kurz vor der Eröffnung. Zwar sind die Fenster noch zum Teil mit einer Folie zugeklebt, doch lange wird es nicht mehr dauern, bis das Lokal tatsächlich öffnet. Isik Erkoc (38) und seine Lebensgefährtin Katharina Schmid (21) warten stündlich darauf, dass es endlich soweit ist. „Wir zahlen seit drei Monaten Miete, haben alles parat“, sagt Erkoc, der zuvor mit seinem Bruder eine Bar in Tegernsee betrieben hat. Was noch fehlt, ist die endgültige Konzession durch das Landratsamt. „Die vorläufige haben wir schon.“ Ein Vertreter des Gesundheitsamts sei sogar schon da gewesen, um alles zu kontrollieren.

7500 Euro Ablöse für den Parkplatz

Was ebenfalls noch fehlt, ist der Bescheid von der Gemeinde Gmund zur Ablöse eines Parkplatzes. Denn das Thema Parkplätze ist Dreh- und Angelpunkt dafür, dass das Lokal mit dem Namen „Shakes Beer“ nun doch möglich ist. 7500 Euro müssen die Betreiber für einen fehlenden Parkplatz an die Gemeinde Gmund überweisen – eine Lösung, zu der sich die Gemeinde immer wieder bereit erklärt, wenn Parkplätze fehlen. 

Im Fall des Bistros stellt sich die Lage so dar: Die Fläche im Erdgeschoss wurde so reduziert, dass das Bistro nur mehr 40 Quadratmeter zur Verfügung hat. „Pro zehn Quadratmeter brauchen wir einen Parkplatz“, weiß Erkoc. Und genau diese Zahl hat er: Direkt vor der Türe, unmittelbar an der Ampel der Kreuzung. „Hier kann er tatsächlich drei Parkplätze nachweisen“, erklärt Bauamtsleiterin Christine Wild (ehemals Lang). Es handle sich um ein Mischgebiet, in dem das Bistro grundsätzlich möglich sei. Und durch die Verkleinerung der Fläche sei auch das Problem mit den Parkplätzen lösbar geworden. Dass die Zufahrt direkt an der Kreuzung schwierig sei, sei der Gemeinde bewusst. „Diese Lösung ist aber besser als wieder ein Leerstand“, gibt Wild die Haltung der Gemeinde zu diesem Thema wieder.

Bier und Fußball im TV

Isik Erkoc und Katharina Schmid warten nun darauf, das Geld überweisen zu können und auf den endgültigen Segen durch das Landratsamt. „Es muss endlich losgehen“, sagt der 38-Jährige, „denn wir zahlen schon so lange Miete.“ Er will endlich loslegen, Bier, Kaffee, Kuchen und seine kleinen Gerichte wie Pizza, Flammkuchen, Hot Dogs und Tapas anbieten. Einheimische sollen kommen, hofft Erkoc. Auch, um hier Fußballübertragungen zu sehen. Was aus der restlichen Fläche wird, ist noch offen. Sie wird derzeit durch einen Makler zur Vermietung angeboten. Ursprünglich war die Rede davon, dass Katharina Schmid dort ein Nagelstudio eröffnen werde, doch dies ist nicht mehr der Fall.

Wenig begeistert von der Parkplatznot rings ums Haus ist Sabine Kudla, die im hinteren Teil des Hauses ihren Schreibwarenladen betreibt. Sie kann zwei, wenn geschickt geparkt wird sogar drei Parkplätze vor der Ladentür anbieten. Kudla befürchtet nun, dass Bar-Besucher ihre Parkplätze nutzen werden. „Meine Existenz hängt an diesen Parkplätzen“, sagt Kudla. Eigentlich sei sie schon jetzt „richtig verärgert“. Erkoc, der seine Bar täglich um 11 Uhr öffnet, verspricht hingegen: „Ich glaube nicht, dass es da zu einem Problem kommen wird.“ 

gr

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