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Auf diesem Grundstück direkt am See war die Blockhütte geplant. Das Verwaltungsgericht München mit Richterin Cornelia Dürig-Friedl (vorne, Mitte) erteilte eine Absage.  

Verwaltungsgericht vor Ort in St. Quirin

Blockhütte am See bleibt ein Traum

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Seit 2015 versucht Janina Forell-Briggs, auf ihrem Seegrundstück in St. Quirin eine Genehmigung zum Bau einer Blockhütte zu bekommen. Jetzt hat das Gericht ein Machtwort gesprochen. 

Gmund – Am Mittwochnachmittag fanden sich Richterin Cornelia Dürig-Friedl, ihre Begleiter von der 9. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts München, Vertreter des Landratsamts, Bürgermeister Georg von Preysing und seine Bauamtsleiterin, die Klägerin samt Ehemann und ihrem Anwalt und Architekten auf dem idyllischen, 2500 Quadratmeter großen Grundstück am See ein. 

Es gehe ihr um „Gerechtigkeit“ und letztlich um die Erfüllung des lange gehegten Wunsches, am See eine Blockhütte zu bauen, sagt die Klägerin am Rande. Die Hütte wäre durchaus bescheiden, betont sie. Zehn mal sieben Metern groß, im bayerischen Stil. Seit etwa 50 Jahren ist Janina Forell-Briggs im Besitz des Grundstücks zwischen dem Grambach und der Bundesstraße. Jetzt endlich solle ihre Familie eine Möglichkeit bekommen, das Grundstück mit einer Hütte auch wirklich nutzen zu können, „für Familien- und Kinderfeste.“ Ein Bootshaus, das ebenfalls vorhanden ist, nutze ihr da wenig, da nur Boote darin Platz haben, sonst nichts.

Um die Pläne gab es im Vorfeld ein langes Hickhack: Die Gemeinde war immer kritisch und befürchtet, dass aus der Hütte eines Tages ein Wohnhaus werden und Begehrlichkeiten bei anderen Besitzern von Seegrundstücken oder Bootshäusern geweckt werden könnten. Vor allem aber argumentiert sie damit, dass das Grundstück im Außenbereich liegt. Verschiedene Varianten wurden dennoch zugunsten der Bauherrin geprüft. Etwa die, das Grundstück dem Innenbereich der Gemeinde zuzuschlagen. Auch eine noch kleinere Hütte wurde der Bauherrin vorgeschlagen.

Richterin Dürig-Friedl inspizierte das Gelände von allen Seiten. Sie ließ sich erklären, mit welcher Berechtigung nördlich davon zwei Häuser stehen. Sie hätten Bestandsschutz und würden da schon seit ewigen Zeiten stehen, nicht mal Pläne gebe es darüber, erfuhr sie. Bei einem gerade entstandenen wohnhaus würde es sich um einen „Ersatzbau“  eines früheren Hauses handeln. Sogar das südlich, auf der anderen Seite des Grambachs liegende Haus sowie das Gelände der Segler wurden begutachtet. Ob es einen Fußgängerüberweg oder eine Ampel gebe, wollte die Richterin ebenso wissen.

Zurück auf dem Grundstück, unter dem Schutz der alten Laubbäume, gab die Richterin dann kurz darauf ihre Entscheidung bekannt: Das Grundstück liege im Außenbereich, „auch wenn es schlimmere Außenbereiche gibt.“ Der Bau sei damit nicht möglich. Ihr Urteil begründete sie auch mit der Straße: „Sie hat eine trennende Wirkung und grenzt den oberen Teil der Orts ganz klar ab.“ Was mit den Häusern sei, die daneben stehen, wollte Peter Bachmann, der Anwalt der Klägerin wissen. „Davon würde man heute kein einziges mehr genehmigen“, war Dürig-Friedl überzeugt. Der Anwalt hakte nach: „Nur weil wir 50 Jahre zu spät dran sind, kann das doch nicht von Nachteil sein!“ „Doch“, lautete die knappe Antwort der Richterin. Der Anwalt suchte erneut, „Gerechtigkeit“ für seine Mandantin herauszuholen: „Für den Laien ist das schon schwer zu verstehen, dass dieses Grundstück der einzige Ort ringsum ist, wo nichts möglich ist.“

Den Vorschlag der Richterin, eine kleine Hütte im oberen Teil des Grundstücks, direkt an der Straße zu beantragen, hielt Kreisbaumeister Werner Pawlovsky für wenig aussichtsreich: „Diese Hütte wäre ja noch mehr einsehbar und würde Bezugsfälle nach sich ziehen.“

Der Traum von eine Blockhütte am See ist für Familie Forell-Briggs zunächst ausgeträumt. Eine Berufungsklage lehnte die Richterin ab.

gr

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