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Lint-Zug erzeugt Quietschen und nervt die Anwohner.
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„Ohrenbetäubender Lärm“: Anwohner Rudolf Probst ist genervt vom Quietschen, das die Lint-Züge im Kurvenbereich in Gmund erzeugen.

Protest in Gmund gegen Quietschen der Züge

Anwohner laufen Sturm gegen neue BOB/BRB-Züge - „Das ist infernalischer Lärm“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Die neuen Lint-Züge, die seit Mitte Juni unter dem Namen Bayerische Regiobahn (BRB) durchs Oberland fahren, rauben vielen Gmundern Schlaf und Nerven. Der Grund ist „ohrenbetäubendes“ Quietschen.

  • Quietschen der neuen Lint-Züge der BRB nervt die Anwohner
  • Das sagt die Bayerische Regiobahn dazu
  • Problem in Gmund nicht neu
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Gmund – Seit die neuen Züge unterwegs sind, ist für Rudolf Probst (62) um 5 Uhr die Nacht vorbei. Mit lautem Quietschen kündigt sich das Kommen der Regiobahn an, die dicht an seinem Haus an der Max-Obermayer-Straße vorbei führt. Seit 26 Jahren wohnt er hier, ist an Zuglärm eigentlich gewöhnt – aber nicht an diesen.

Anwohner in Gmund verzweifeln an neuen BOB/BRB-Zügen - „Infernalischer Lärm“

Nachts um 1 Uhr das gleiche Spiel. „Die Züge machen einen infernalischen Lärm“, sagt Probst und spricht dieser Tage wohl vielen Gmundern aus dem Herzen. Nicht nur jenen, die wie er in der Nähe der Gleiskurve am See wohnen, sondern auch Anwohnern an der Steigung zwischen zwischen Kaltenbrunn und Finsterwald.

Auch sie fühlen sich „belästigt“ und sind überzeugt, dass die neuen Züge lauter sind als die alten BOB-Integrale, die nach 22 Jahren aufs Abstellgleis geschoben wurden.

Dabei ist das Probleme mit quietschenden Zügen für Probst nicht neu. Schon 2012 hatte er sich deshalb an die Tegernsee-Bahn Betriebsgesellschaft gewandt, woraufhin eine Gleisbefettungsanlage installiert wurde. Doch Probst stellte keine Besserung fest und dokumentierte sogar, dass die Schläuche der Anlage offenbar zeitweise garnicht angeschlossen waren.

2016 startete er einen neuen Anlauf und beschwerte sich bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Die Situation besserte sich offenbar, ganz weg war sie nie. Und mit den neuen Lint-Zügen, sagt Probst, sei alles noch schlimmer.

Lärmbelästigung durch Lint-Züge: Das sagt die Regiobahn dazu

Ist das nur ein subjektiver Eindruck oder tatsächlich so? „Die Geräuschentwicklung im Gleisbogen ist auch temperatur- und witterungsabhängig“, erklärt Christopher Raabe, Sprecher der BOB und BRB auf Nachfrage. „Das Quietschen nimmt tendenziell immer mit steigenden Temperaturen und bei trockener Witterung zu. Das ist leider überall so.“

Um dem abzuhelfen, gebe es zum einen eine Spurkranzschmierung und zudem eine stationäre Schmierung im Gmunder Gleisbogen. Der Sprecher versichert: „Wir gehen jeder konkreten Lärmmeldung nach und prüfen dann speziell auf das Fahrzeug, ob nachjustiert werden kann.“

Anwohner wie Probst wollen eine weitere Beobachtung gemacht haben: „Manche Zugführer waren zwischen den Häuserreihen schon langsamer unterwegs.“ Auch dazu nimmt der Bahn-Sprecher Stellung: „Die Geschwindigkeiten sind vorgeschrieben und werden durch die Triebfahrzeugführer auch eingehalten.“ Dies werde auch anhand der eingebauten Fahrtenschreiber regelmäßig überprüft. Es könne natürlich sein, so Raabe, dass im Verspätungsfall die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ausgenutzt werde. „Wenn der Zug pünktlich ist, lassen ihn die Fahrzeugführer rollen, um Umwelt und Anwohner zu schonen. Weitere Geschwindigkeitseinschränkungen würden zu Verspätungen führen.“

Auch wenn so manch einer den alten Integralen nachtrauert und Zweifel an der Modernität der neuen Züge hat: BRB-Sprecher Christopher Raabe verteidigt die Vorzüge: „Die neuen Züge vom Typ Lint 54 sind mit modernsten Dieselmotoren mit AdBlue-Einspritzung ausgerüstet und erfüllen die Emissionsnorm für Schienenfahrzeuge.“ Die sei deutlich strenger als die für die über 20 Jahre alten Motoren der Triebzüge vom Typ Integral und Talent. Raabe spricht von einer Reduzierung im Bereich von 90 Prozent.

Auch zu den Lärmwerten macht Raabe konkrete Angaben „Nach den uns vorliegenden Messwerten sind die neuen Fahrzeuge im Fahrbetrieb um mindestens fünf Dezibel (dB A) leiser als die alten Fahrzeuge. Dies entspricht nahezu einer Halbierung der Lautstärke für das menschliche Gehör.“

Lesen Sie hier: So steht's um den Hochwasserschutz am Zeiselbach. Und: Gmund sichert sich Planungshoheit für Tegernseer Straße.

Fahrzeuge wurden am Gmunder Bogen getestet.

Christopher Raabe, Sprecher der Bayerischen Regiobahn

Wurde die neue Flotte, die bisher aus 26 Zügen besteht und im Dezember auf 31 erweitert werden soll, vor dem Kauf nicht getestet? War das Quietsch-Problem nicht bekannt? Auch diese Frage stellen sich genervte Anwohner. „Die Fahrzeuge wurden auch im Gmunder Bogen getestet“, versichert Raabe. „Da spielen aber immer Witterung, Temperatur und Hitze eine Rolle. Die ersten Fahrzeuge kamen im Februar, da waren wirkliche Hitzetests nicht möglich.“

Für Rudolf Probst ein schwacher Trost. Er ist enttäuscht und sagt ganz offen: „Das ist das gleiche Glump wie früher, nur mit W-LAN.“

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