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Wer wird den Chefsessel im Gmunder Rathaus beziehen? Am Sonntag haben die Gmunder die Wahl.

Am Sonntag ist es soweit

Wahl in Gmund: Bürgermeister-Kandidaten stellen sich im Interview drängenden Fragen

Es sind nur noch ein paar Tage bis zur Bürgermeisterwahl in Gmund. Die drei Kandidaten haben sich im Vorfeld hier den exakt gleichen Fragen gestellt. 

Gmund – Wer folgt Georg von Preysing (CSU) ins Amt des Bürgermeisters? Am Sonntag, 25. Februar, haben die Gmunder die Wahl. Für die Freien Wähler tritt Alfons Besel (51) an, einst Geschäftsleiter im Gmunder Rathaus, heute Abteilungsleiter im Landratsamt. Die CSU hat Sparkassen-Filialleiter Franz von Preysing (39), Sohn des amtierenden Bürgermeisters und seit 2008 im Gemeinderat, nominiert. Mit dem selbstständigen Versicherungskaufmann Johann Schmid (60), seit über 20 Jahren im Gemeinderat, stellt auch die SPD einen Kandidaten. 

Öffentlich auf den Zahn fühlen ließen sich die Kandidaten Anfang Februar bei der Podiumsdiskussion.  

Genau 4982 Gmunder haben die Wahl. So hält es jedenfalls das am 11. Januar zur Bürgermeisterwahl erstellte Wählerverzeichnis fest. Am 23. Februar, zwei Tage vor der Wahl, wird Geschäftsleiter Florian Ruml das Verzeichnis noch einmal aktualisieren. Schließlich könnten in der Zwischenzeit Gmunder umgezogen oder verstorben sein.

Gefragt sind die Unterlagen zur Briefwahl. Bis Ende vergangener Woche hatten 736 Wähler die Unterlagen angefordert. Diese Zahl könnte noch deutlich wachsen. Bei der Bundestagswahl hatten sich 1500 Gmunder für die Briefwahl entschieden. 

Alles, was Sie zur Bürgermeisterwahl 2018 in Gmund wissen müssen, lesen Sie hier.

Es gibt insgesamt sechs Stimmbezirke, die auszuwerten sind – drei Wahlbezirke der Wahllokale und drei Briefwahl-Bezirke. Im Vorfeld der Wahl haben wir den Kandidaten vier gleichlautende Fragen gestellt.

Alfons Besel (51): Zukunftswerkstatt und bezahlbarer Wohnraum

Welche Maßnahmen könnte man kurzfristig ergreifen, um die Verkehrsbelastung in Gmund erträglicher zu machen? 

Alfons Besel (51) Kandidat der FWG und Landratsamt-Abteilungsleiter.

Mit einer intelligenten Verkehrssteuerung sind kurzfristig positive Effekte erreichbar. Eine moderne Ampeltechnik mit mehreren Detektoren zur Erfassung von Fahrzeugen und Staulängen würde zu einer deutlichen Reduzierung von Stau und Abgasen führen. Auch der Einsatz von zusätzlichen Bussen mit einer höheren Taktung würde den Ziel- und Quellverkehr verringern. Darüber hinaus gilt es, den öffentlichen Raum zurückzugewinnen, um mit breiteren Geh- und Radwegen für mehr Sicherheit zu sorgen. 

In welchem Bereich hat Gmund noch Nachholbedarf? 

Es besteht großer Nachholbedarf in der Energiewende. Potenzial besteht auch bei den Themen Ferienbetreuung, Treffpunkte sowohl für die Jugend als auch für Senioren und bezahlbarem Wohnraum. 

Wie wollen Sie Ihr Versprechen umsetzen, die Bürger bei allen Themen besser zu beteiligen? 

Mein großer Vorteil ist, dass ich Bürgerbeteiligung wirklich wertzuschätzen weiß und hier langjährige Erfahrungen mitbringe, auch als Moderator und Mediator. Wesentlich ist, für regen Informationsaustausch zu sorgen und absolut transparent zu handeln. So werde ich zum Beispiel Bebauungspläne ab dem ersten Entwurfsstadium veröffentlichen. Ich möchte mit Bürgerschaft und Gemeinderat in einer „Zukunftswerkstätte“ eine Gesamtstrategie für Gmund entwickeln und das Bahnhofsareal im Rahmen eines Planungsworkshops gestalten. Wichtig ist, örtliche Netzwerke zu fördern, unter anderem die Agmunda wieder aktiv zu beleben. 

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen? 

Die Menschen in Gmund, die Ortsgemeinschaft und die Vereine, ein ehrliches Miteinander und ein transparentes Rathaus sind mir eine Herzensangelegenheit. Mein Büro wird für unsere Bürgerinnen und Bürger immer offen sein.

Franz von Preysing (39): Bahnhofsareal und Betreuungszeiten

Welche Maßnahmen könnte man kurzfristig ergreifen, um die Verkehrsbelastung in Gmund erträglicher zu machen? 

Franz von Preysing (39) Kandidat der CSU und Sparkassen-Filialleiter.

Meines Erachtens bedarf es eines ganzen Maßnahmenpakets, das jetzt in Angriff genommen werden sollte. Dazu gehören: die Ampelschaltung an der Kreuzstraße, Schulweg-Helfer, Radwegeplan, Querungshilfen, Kreisel Kaltenbrunn, talweites (oder landkreisweites) Verkehrskonzept erarbeiten, Stärkung des öffentlichen PersonenNahverkehrs, Erarbeitung eines Nahverkehrplans durch den Landkreis. 

In welchem Bereich hat Gmund noch Nachholbedarf? 

Dringend angepackt gehört für mich die Neugestaltung des Bahnhof-Umfeldes mit neuem Busbahnhof und Park&Ride. Dieser markante Punkt von Gmund muss schöner und sicherer werden. Zudem ist mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Ich möchte hier die Betreuungszeiten ausbauen. Als Drittes sehe ich den Breitbandausbau. Schnelles Internet ist für Firmen und Privatpersonen eine wichtige infrastrukturelle Grundlage für ein modernes Gmund. 

Wie wollen Sie Ihr Versprechen umsetzen, die Bürger bei allen Themen besser zu beteiligen? 

Da gibt es für mich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich werde eine Bürgersprechstunde einführen und bei wichtigen Themen die Bürger in Projektgruppen einbinden. Regelmäßige Bürgerbefragungen gehören für mich ebenfalls dazu (zum Beispiel mit der Gmund App). Ich kann mir auch gut eine Agmunda 2.0 vorstellen, #mitnandfiagmund. 

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen? 

Besonders am Herzen liegt mir die Unterstützung der Familien. Ich möchte als Bürgermeister aktiv mitgestalten, damit Gmund ein lebens- und liebenswerter Ort bleibt. Dazu gehört auch die Unterstützung der Vereine und des Ehrenamts. Beides sind wichtige Säulen unserer Gesellschaft, genauso wie unsere mittelständischen Betriebe und Landwirte.

Johann Schmid (60): Energieeffizienz und konstruktiver Umgang

Welche Maßnahmen könnte man kurzfristig ergreifen, um die Verkehrsbelastung in Gmund erträglicher zu machen? 

Johann Schmid (60) Kandidat der SPD und Versicherungskaufmann

Ich würde zuerst mit dem Fachwissen des ehemaligen Gemeinderatskollegen Georg Grafwallner in Gesprächen mit den Straßenverkehrsbehörden erkunden, welche Verbesserungsmöglichkeiten in puncto Optimierung von Ampelsteuerungen und Verkehrslenkung in absehbarer Zeit umsetzbar sind. Weiterhin haben die Schulwegsicherheit und ein Kreisverkehr in Kaltenbrunn Priorität. 

In welchem Bereich hat Gmund noch Nachholbedarf? 

Als Mitverantwortlicher im Agmunda 21-Arbeitskreis Energie, Umwelt und Verkehr sind mir eine Verbesserung der Energieeffizienz und nachhaltige Verhaltensweisen wichtig. Dazu bedarf es eines Energienutzungsplanes und eines daraus entwickelten Maßnahmenkatalogs. Dabei ist die Kommune sowohl in ihrer Vorbildfunktion im eigenen Gebäudebestand, Straßenbeleuchtung und sonstigem Verbrauchsverhalten wie auch als Impulsgeber in die Bevölkerung gefragt. 

Wie wollen Sie Ihr Versprechen umsetzen, die Bürger bei allen Themen besser zu beteiligen? 

Analog zum Vorgehen bei der Entwicklung des MaximilianAreals würde ich für das Bahngelände eine Bürgerwerkstatt vorschlagen. Auch könnte ich mir ein (bürgerliches) Vorschlagswesen vorstellen, in dem gute Ideen aus der Bevölkerung auch belohnt werden könnten. 

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen? 

Wichtig ist mir, dass wir einen offenen, in der Sache durchaus auch mal kritischen Umgang pflegen, der aber immer lösungsorientiert sein soll. Konstruktiver Kritik stehe ich aufgeschlossen gegenüber. Wer kritisiert, hat jedoch auch die Pflicht, sich sachkundig zu machen. Wer meint, seinen Frust mit polemischen Anwürfen befriedigen zu können, sollte sich bewusst sein: Wer mit Dreck wirft, hat auch selbst schmutzige Hände. Ich stehe gerne für Gespräche zur Verfügung, wenn man auch sicherlich nicht allen Wünschen gerecht werden kann.

mm

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