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Büttenpapierfabrik: Wenn Visitenkarten zu Kunstwerken werden

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Von: Alexandra Korimorth

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Bei Vorträgen und der Hausmesse Unfolded in der Gmunder Papierfabrik ging es um Design und Nachhaltigkeit. Hier hat Referentin Christine Lischke das Wort. © Thomas Plettenberg

Erfolgreiche Premiere: Als innovative Hausmesse der Büttenpapierfabrik Gmund war die „Unfolded“ konzipiert. Sie geriet aus dem Stand zu einem Kommunikations- und Designfestival der Extraklasse.

Gmund In den Produktionshallen der Büttenpapierfabrik fanden 41 Aussteller und 750 Gäste an Infoständen und bei Vorträgen zum Thema Nachhaltigkeit zusammen. Am Donnerstagabend, zur Verleihung des Gmund Awards, kamen 350 Gäste.

Die Produktionshallen waren zur urbanen Messe- und Ausstellungsfläche und zum Auditorium umgestaltet: Hüfthohe Stapel Gmunder Papier dienten als Messestände, an denen Designer, Papier-Handwerker wie Veredler und Buchdrucker, sowie Gmund-Kunden und Großhändler ihre Dienstleistungen präsentierten und Produkte zeigten. Dort gerieten Visitenkarten zu Kunstwerken, Verpackungen von Alltagsprodukten wie Parfüm, Wein, Käse zu Designobjekten und Etiketten zu Markenbotschaften.

Lesen Sie hier: Restaurant als Treff für kreative Köpfe

41 Aussteller – viele von ihnen Geschäftspartner, mit denen Gmund Papier zusammenarbeitet – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und China (Hongkong) zeigten, was sie Kreatives und Nachhaltiges drauf haben. Freilich waren auch einige der befreundeten Werteproduzenten aus dem Landkreis, wie etwa Herbaria aus Fischbachau und Lantenhammer aus Hausham, vertreten. Zwischen den bunten Ständen drängten sich 750 – angemeldete – Besucher. Darunter sehr viele junge Kreative und überraschend viele Teilnehmer aus Asien.

Für sie wurden die Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit sogar simultan übersetzt und via Kopfhörer übertragen. Nach dem lebendigen und bewegenden Impulsvortrag von Florian Kohler, Eigentümer der Büttenpapierfabrik und Veranstalter des Festivals, beleuchteten Werber, Designer und Marken-Spezialisten den aktuellen Stand und die Zukunft der analogen Kommunikation, die in der Individualisierung, der Nachhaltigkeit, der Premiumisierung und in bis zum Ende gedachten Gesamtkonzepten liege.

Hier finden Sie einen Bericht über eine ähnliche Veranstaltung im Vorjahr: Edle Papier-Produkte ringen um Award

Die besten Beispiele dafür standen gleich parat: Auf Paletten wurden 140 ausgewählte Modelle aus den insgesamt 320 Einreichungen (aus 13 Ländern) für den Gmund Award gezeigt, der am Donnerstag bereits das fünfte Mal vergeben wurde. Besonders faszinierend waren hier die steinförmigen Papier-Skulpuren vom Studio Schumacher, die als Vasen- oder Füllerhalter dienen, aber dennoch Notizblöcke sind. Sie traten in der Kategorie „ART“ an und gehörten schließlich auch zu den fünf Gewinnern.

„Wir sind mehr als begeistert von dem Zulauf. Damit hatten wir nicht gerechnet. Aber es zeigt, dass die Zeit reif ist für so ein Festival, bei dem Design, Print und Druck zusammenkommen“, sagte Büttenpapier-Macher Kohler. So etwas gebe es in London oder Paris nicht. Kohler ist sicher: „Wir sind mit 1000 teilnehmenden Experten Europas größtes Kommunikations- und Designfestival.“ Besonders freue es ihn, dass „ehrliche Nachhaltigkeit“ international an Bedeutung gewinne.

ak

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