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ComTeam verlässt Gmund: Für Hotel ist bereits eine Nachfolge gefunden

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Von: Gerti Reichl

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In diesem Park-Grundstück in Seenähe ist bisher die Firma ComTeam ansässig. Sie verlässt Gmund, ein Hotel mit Restaurant zieht ein.
In diesem Park-Grundstück in Seenähe ist bisher die Firma ComTeam ansässig. Sie verlässt Gmund. Ein neues Hotel mit Restaurant zieht ein. © Thomas Plettenberg

Das Unternehmen ComTeam verlässt nach 40 Jahren die Gemeinde Gmund. Für das Hotel hat sich bereits eine Nachfolge gefunden, Umbaupläne wurden befürwortet.

Gmund – Das Schild an der Straße kennt fast jeder Passant auf der Bundesstraße zwischen Gmund und St. Quirin. Was sich unscheinbar inmitten eines Parks mit alten Bäumen befindet, ist den wenigsten bekannt. ComTeam hat hier seinen Sitz. Das Unternehmen wurde 1974 gegründet und steht für erfolgreiche Weiterbildung und Beratung in den Bereichen beruflicher Persönlichkeitsentwicklung und Changemanagement. Seit das Gelände vom Freistaat Bayern gepachtet und die Akademie mit Hotel 1983 eröffnet wurde, kommen Führungskräfte, Projektverantwortliche oder Freiberufler hierher für Tagungen, Workshops oder Konferenzen. 2023 folgt ein neues Kapitel: ComTeam wird sich von seinem Sitz in Gmund und von seinem Tagungshotel verabschieden.

Hotel in Gmund entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen

„Die Entscheidung des Ausstiegs aus dem Hotel-Business ist die logische Konsequenz einer Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells“, begründet Eva Zebisch, Marketing- und Kommunikationsleiterin im Unternehmen, die Entscheidung, die der Firma nicht leicht gefallen sei. Während die Weiterbildung und Beratung von Menschen immer das Kerngeschäft gewesen seien und dieser Bereich weiter wachse, sei das Hotel ein zusätzliches Standbein gewesen. Die Angebote in der Business-Hotellandschaft hätten sich vervielfacht, so Zebisch, das Haus in Gmund werde heute an einigen Stellen nicht mehr den Anforderungen gerecht. Daher habe man schon vor längerer Zeit entschieden, es aufzugeben.

Unternehmen ComTeam agiert übergangsweise von Holzkirchen aus

Wo ComTeam seinen neuen Firmensitz eröffnet, ist langfristig noch offen. Man sei bereits auf der Suche, die Rede ist von einem Standort südöstlich von München. Mit dem Schlossgut Oberambach in Münsing (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und dem Gut Sonnenhausen bei Glonn (Kreis Ebersberg) habe man bereits ein passendes Umfeld für das Seminarthema gefunden. Kurzfristig und übergangsweise wird das Unternehmen von der Holzkirchner Coworkerei „Das Atelier“ aus agieren. „Das gibt uns Spielraum, um in Ruhe eine Immobilie für den neuen Sitz zu finden“, so Zebisch.

Hotel in Gmund hat bereits wieder einen Pächter gefunden

Das Tagungshotel wird aber keinesfalls leer stehen: Eine Gruppe von überwiegend einheimischen Personen um den Gmunder Florian Zibert (good places tegernsee GmbH) und den Warngauer Moritz Meyn (Betreiber des Münchner Restaurants Mural) hat das Gelände für weitere zwölf Jahre gepachtet. Ein Hotel ohne Sterne-Zertifizierung und für jeden Geldbeutel soll nach einem Umbau bereits im Frühjahr 2023 eröffnen. „Wir investieren so viel, dass es ein spannender Ort für Gäste und Einheimische wird“, verrät Zibert vorab.

Antrag im Gemeinderat: Mehr Hotelzimmer und ein öffentliches Restaurant

Im Gmunder Bauausschuss stand jetzt der Bauantrag auf Renovierung und Umbau von Büro- und Seminarräumen zu Hotelzimmern auf der Tagesordnung. Der Antrag war unkompliziert und löste keine größeren Diskussionen aus. Wie Bauamtsleiterin Christine Wild erläuterte, soll der Wohnbereich mit aktuell acht Hotelzimmern so umgebaut werden, dass 13 Zimmer mit 29 Betten entstehen. Auch soll es künftig ein öffentliches Restaurant geben, ein vorhandener Außenschankbereich soll erweitert werden. „Äußerlich ändert sich wenig“, informierte Wild. Vorhandene Fenster sollen bodentief verlängert werden zugunsten von mehr Licht und einem besseren Ausblick. Die vorhandene Terrasse soll als Holzpodest angelegt werden. Weil es für das Gebiet einen Bebauungsplan gibt und dieser nur ein allgemeines Wohngebiet vorsieht, aber bisher keinen Beherbergungsbetrieb, war eine Abweichung nötig.

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Als unproblematisch entpuppte sich auch das Thema Parkplätze. 15 Stellplätze seien erforderlich, „sie werden nachgewiesen“, informierte Wild, die das Vorhaben auch wegen des großen Grundstücks und der vorhandenen Abstände zu den Nachbarn als unproblematisch bezeichnete und deshalb eine Zustimmung empfahl.

Gemeinde Gmund macht Weg frei für Neuanfang auf Grundstück

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) zeigte sich offen und fand: „Die Nachfolge ist schlüssig und vernünftig.“ Dritte Bürgermeisterin Christine Zierer (FWG) erkundigte sich noch, ob die Schaffung von E-Ladesäulen gefordert werden kann. Dies ist laut Wild nicht der Fall. Das Thema werde aber im Rahmen einer 2023 geplanten Änderung der Stellplatzsatzung besprochen. Einstimmig befürworteten die Mitglieder des Bauausschusses dann den Bauantrag und machten den Weg frei für einen Neuanfang auf dem Grundstück.

gr

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