Ab 4. Mai

Friseure bereiten sich auf großen Ansturm vor: „Gegen das, was wir bald erleben werden, ist ...“

  • Christian Masengarb
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Die Friseure im Landkreis sind sicher: Ab 4. Mai werden sie von Kunden überrannt. Um diese, sich und Angestellte vor Corona schützen zu können, haben sie sich viel einfallen lassen.

Landkreis – Matthias Lühr rüstet sich für einen Ansturm. Am 4. Mai wird für die Friseure in Bayern die sechswöchige Corona-Zwangspause enden. An diesem Tag wird auch der 51-jährige Gmunder seinen Salon M.L.‘s Haareszeiten in Dürnbach wieder öffnen. Schon jetzt, berichtet er, fragen ihn Jung und Alt auf der Straße nach Terminen: „Gegen das, was wir am 4. Mai erleben werden, ist selbst die Vorweihnachtszeit ein Kindergeburtstag.“

Coronavirus in Miesbach: Friseure erwarten Ansturm - Virus-Schutz als Herausforderung

Die Herausforderung für Lühr und die Friseure im Landkreis: Sie müssen den Ansturm meistern und gleichzeitig Kunden und Angestellte vor Corona schützen. Es bleibt ihnen aber nur eine Woche, um den Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk umzusetzen. Der könnte sich außerdem noch ändern. Aus diesem Dilemma behilft sich jeder auf seine eigene Art.

Alle Infos zum Coronavirus im Landkreis Miesbach gibt es in unserem Ticker

Coronavirus in Bayern: Friseure und Schutzmaßnahmen

Lühr will mehr als Standardmaßnahmen bieten. Er hat Stühle auseinandergerückt und Masken bestellt. Aber er hat im Internet auch Plexiglasvisiere organisiert, die das gesamte Gesicht schützen. „Da geht nichts durch.“ Damit können seine drei Mitarbeiterinnen die Masken bei der Arbeit auch einmal ablegen. Außerdem hat er zwischen den Stühlen Trennwände errichtet. Damit, ist er sicher, könne er alle Auflagen erfüllen, egal wie die sich entwickeln.

Friseure in Zeiten von Corona: Ansturm erwartet - Abläufe durchgetaktet

Einen Ansturm hat auch Linda Minervino, Inhaberin des Salons Art of Hair in Miesbach, erlebt. „Das ging schon los, als nur gemunkelt, wurde, dass wir wieder öffnen dürfen“, sagt die 47-Jährige. Seitdem läuft das Telefon heiß.

Auch Minervinos Angestellte werden Masken tragen. Darüber hinaus denkt sie vor allem an die Abläufe im Salon. Kunden sollen keine Wartezeiten haben, sofort an ihren Platz kommen und danach wieder gehen können. „Was, wenn drei gleichzeitig zahlen wollen?“ Die Rezeptionistin wird sich darum kümmern, dass alles reibungslos läuft.

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Corona-Krise: Friseure mit speziellem Angebot

Wegen der Schutzmasken wird sich das Frisieren ändern. Beispiel Haare färben: Minervino will dabei die Bügel der Masken mit Folie abdecken. „Sonst sind die voller Farbe und Allergiker bekommen sie ins Gesicht.“

Leistungen wie Augenbrauen färben oder zupfen oder Bartpflege dürfen Friseure nicht mehr anbieten. Auch der Getränkeservice, Magazine und Zeitungen fallen dem Virenschutz zum Opfer. Kunden dürfen sich die Haare nicht mehr selber föhnen.

Corona im Landkreis: Auswirkungen der Krise auf Friseure

Minervino wird dieKrise überstehen, ist sie sicher. Auch Lühr sagt, seine Rücklagen seien ausreichend gewesen. Andere Salons, glaubt er, werden weniger Glück haben: „Einige werden es nicht überleben. Wenn man wochenlang nicht arbeiten darf, ist es hart.“

Denn Verluste werden bleiben. Kunden, die ohne Corona-Pause in den letzten Wochen drei Mal zum Friseur gegangen wären, sind nun trotzdem nach einem Besuch wieder top frisiert.

Wer die Pause überlebt, könne davon aber sogar profitieren, glaubt Lühr. Der Stellenwert eines Friseurs sei gestiegen. Den Menschen sei klar geworden: „So ein Friseur ist was für die Seele.“

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Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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