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Anja Freitag und ihr Partner Florian Hornsteiner eröffnen in Gmund das erste Büro zum Teilen im Tal.

Freiberufler können sich einmieten

Gmunder eröffnen erstes Teil-Büro im Tal

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Gmund - Ob Autos, Schlafsofas oder Werkzeug - eigener Besitz ist out, Sharing ist in. Und weil man auch Büros teilen kann, wird es ab Herbst in Gmund die Coworkerei Tegernsee geben.

Diese Zahl findet Florian Hornsteiner mehr als überzeugend: 400.000 Autos und deren Insassen pendeln täglich aus dem Münchner Umland in die Stadt – zum Arbeiten. Das hat der 42-Jährige kürzlich in einer Studie gelesen. „Davon sind wahnsinnig viele Freiberufler, die im Grunde von überall arbeiten könnten.“ Oder in einem gemeinsamen Büro, fanden Hornsteiner und seine Partnerin Anja Freitag (38), als sie diese Zahl hörten. Die Idee für die Coworkerei Tegernsee war geboren.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Freitag und Hornsteiner bauen in Kürze am Hoffeld in Gmund (die meisten kennen das Areal unter dem alten Namen Landbaderfeld) ein Holzhaus. Dort soll ihre Eventagentur Platz finden, die derzeit noch in der Gmunder Seestraße beheimatet ist. Aber auch andere freischaffende Berufstätige sind willkommen – und zwar so, wie es ihre Bedürfnisse erfordern. Wer nur für einen Tag einen Platz zum Arbeiten (inklusive der nötigen Infrastruktur wie Strom, Drucker, WLan) braucht, kauft sich ein Tagesticket für die Coworkerei. Wer den ganzen Monat bleibt, löst ein Monatsticket. Und auch dazwischen gibt es viele zeitlich und räumlich flexible Lösungen. So stehen beispielsweise mehrere Besprechungsräume zur Verfügung, die stunden- oder tageweise angemietet werden können – geeignet für Freiberufler, die Meetings nicht unbedingt am eigenen Küchentisch abhalten wollen. Eröffnen wollen Hornsteiner und Freitag ihre Coworkerei im Herbst dieses Jahres.

Mit ihrem Konzept liegen Hornsteiner und Freitag voll im Trend, so viel steht fest. Teilen ist in, ob es nun ein Auto, Werkzeug oder das eigene Schlafsofa ist. In Großstädten gibt es immer mehr Teil-Büros. Viele Freiberufler wollen nicht von zu Hause arbeiten, wünschen sich eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben, scheuen aber die Kosten für ein eigenens Büro. Ein Büro zu teilen, liegt da nahe. Doch kann das im ländlichen Tegernseer Tal funktionieren?

„Klar sind wir damit früh dran im Tal“, sagt Hornsteiner. Aber: „Ich glaube, hier gibt es ein unheimliches Potenzial.“ Ausschlaggebend für die Entscheidung, die Coworkerei in Gmund aufzuziehen, sei zum Beispiel die Anfrage einer Grafikerin gewesen. „Sie wollte unsere Büro-Küche für eine Besprechung mieten“, erzählt Hornsteiners Partnerin Anja Freitag. Ihr Argument: Sie könne ja nicht immer in eine Wirtschaft gehen. Freilich sei am Tegernsee nicht mit Laufkundschaft wie in einer Großstadt zu rechnen. „Die wenigsten werden wirklich spontan kommen, sondern es wird sich wohl ein fester Kundenstamm bilden“, vermutet Freitag.

Mit dem haben die Event-Planer viel vor. Denn im Idealfall arbeiten die Mieter in der Coworkerei nicht nur nebeneinander, sondern auch miteinander. Sich gegenseitig zu inspirieren, ist das große Ziel. „Es ist doch gut, wenn jemand da ist, der nichts mit der eigenen Arbeit zu tun hat und mal über das Geschaffene drüberschaut“, ist Freitag überzeugt. Ein offenes Ambiente planen die Coworkerei-Erfinder deshalb. Keiner soll einen festen Schreibtisch haben, sondern kommen und schauen, wo noch Platz ist. Freitag wünscht sich „eine Coffee-Shop-Atmosphäre“. Klingt locker – ein paar Regeln werde es aber trotzdem geben. Lautes Telefonieren soll an den Arbeitsplätzen beispielsweise vermieden werden. Und: Jeder soll seinen Schreibtisch so verlassen wie er ihn vorgefunden hat – ganz im Sinne der sogenannten „Clean-Desk-Policy“. Freitag: „Das dritte Paar Schuhe unter dem Schreibtisch soll’s dann eben nicht mehr geben.“

Zur Homepage der Coworkerei Tegernsee geht's hier.

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