Der Gmunder Ortsteil Gasse hat seine Ursprünglichkeit bis jetzt bewahrt. Das soll nach dem Willen der Gemeinde auch so bleiben. Foto: Thomas Plettenberg
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Ein Bild von einem Ort: der Gmunder Ortsteil Gasse.

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Das Bild der Gasse bewahren: Außenbereichssatzung erleichtert Gmund den Umgang mit Bauwünschen

  • Gerti Reichl
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Der Gmunder Ortsteil Gasse hat seine Ursprünglichkeit bis jetzt bewahrt. Das soll nach dem Willen der Gemeinde auch so bleiben.

Gmund – Die Gasse ist ein Bild von einem Ort. Traditionell gebaute Häuser und schmucke Höfstellen prägen den locker bebauten Ortsteil von Gmund. Die Sonne scheint bis Abends auf Häuser, Wiesen und Gärten. „Die Gasse ist besonders wertvoll, wir wollen sie so bewahren und belassen wissen“, sagt Bürgermeister Alfons Besel (FWG).

Er und der Gemeinderat müssen besonders wachsam sein, denn immer wieder schlagen in jüngster Zeit Bauwünsche auf. Die reichen vom Abriss eines ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes und dem Ersatz durch ein Wohnhaus, bis zur Umwandlung eines Austragshäuschens peu à peu in ein stattliches Einfamilienhaus. Auch macht derzeit das Gerücht die Runde, wonach eine stattliche Hofstelle wegen immenser Erbschaftssteuerforderungen an einen privaten Investor verkauft werden soll. Über einen anschließender Neubau, ebenfalls in Gasse, wird schon gemunkelt.

Wie lassen sich ungewollte Bauten verhindern?

Im Mai und davor im März hatte sich der Ortsplanungsausschuss in öffentlichen Sitzungen mit Anfragen und konkreten Anträgen aus Gasse befasst. Jedesmal klang die Sorge um die Gasse mit und wurde auch offen ausgesprochen. Kurz vor der Sommerpause holte sich der Gemeinderat fachkundigen Rat und diskutierte mit Vertretern des Landratsamts und des Landwirtschaftsamts hinter verschlossenen Türen über die Entwicklung des Ortsteils. Dabei ging es um Möglichkeiten zur Verhinderung ungewollter Bauten ebenso wie um behutsames Bewilligen von Bauwünschen. Über allem steht das Baurecht, das Landwirten grundsätzlich eine Privilegierung einräumt, wenn sie im Außenbereich bauen. Und um den handelt es sich bei der Gasse.

Bei ihrer jüngsten Sitzung wählten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses dann eine Marschroute, zu der die Experten geraten hatten. Sie zogen eine enge Grenze um ein Gebiet, in dem ein Bauwunsch vorliegt. Ein 16 mal elf Meter großes Einfamilienhaus mit zwei Vollgeschossen soll dort gebaut werden, wo bisher aufgestockte Garagen stehen. Die Aufstockung war schon in den 1980er-Jahren als „Austrag“ beantragt worden. Weil ein Nachbar nicht einverstanden war, landete der Fall damals vor Gericht. Das bestätigte die Entscheidung des Landratsamts, wonach das Haus im Innenbereich von Gasse liege und damit zulässig sei.

Außenbereichssatzung als Instrument der Ortsplanung

Nun war eine saubere Lösung gefragt. Und die heißt „Außenbereichssatzung“. Alle Gebäude im Inneren dieses Bereichs werden damit zum Innenbereich und unterliegen der Bayerischen Bauordnung. Auch Bauvorhaben, die nicht privilegiert sind, werden darin zugelassen. Im konkreten Fall empfahl Bauamtsleiterin Christine Wild, die Grenzen wirklich eng zu fassen. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es viele Baulücken geben würde, wenn wir von hinten bis nach vorne zur Staatsstraße den Bereich zum Innenbereich machen würden“, erklärte Wild.

Auch der Rathauschef hielt die Außenbereichssatzung für eine saubere Lösung, die zur Reglementierung und Klarstellung beitrage. Einstimmig wurde das Vorgehen so beschlossen, die Satzung wird öffentlich ausgelegt.

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