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Wollen, dass bald jeder im Tal nur noch damit fährt: Dieter Latzin (l.) und Dieter Jung am E-Auto.

Mit Shuttle-Service von Kreuzstraße

E-Auto-Visionäre fordern autofreie Zone rund um den Tegernsee

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Überall wird gern geredet über die E-Mobilität. Dieter Jung (64) und Dieter Latzin (74) ist das zu wenig. Sie wollen die Revolution im Tal starten - und haben radikale Ideen.

Gmund – Ein paar „Fantasien“ fürs Tegernseer Tal hätten sie schon im Kopf: „Man könnte doch mal über eine Shuttle-Möglichkeit für Gäste zwischen der Kreuzstraße und dem Tegernsee nachdenken“, schlagen die beiden vor. Zermatt in der Schweiz mache es vor, wie eine autofreie Zone funktionieren könne. Die beiden Herren sind Visionäre und wissen, dass der Weg nur so zu schaffen ist: „Wir wollen Bürger, Handwerker und Firmen für das Thema sensibilisieren. Das muss in die Köpfe.“

Dieter Latzin, der aus München stammt und in Gmund ein Haus bewohnt, hat ein E-Auto, klar. Der gebürtige Limburger Dieter Jung natürlich auch. Weil den Herren das Tegernseer Tal am Herzen liegt, engagieren sie sich auch in der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT). Dort thematisieren sie die E-Mobilität immer wieder, haben sogar eine kleine Gruppe ins Leben gerufen, die sich hin und wieder trifft. Dabei wurde schon eine Bestandsaufnahme gemacht, was zum Thema E-Mobilität bereits umgesetzt ist und was noch nicht.

„Es gäbe so viele Möglichkeiten fürs Tegernseer Tal“, sind Jung und Latzin überzeugt, „aber die werden viel zu wenig ambitioniert angepackt.“ Die beiden Männer hätten schon da und dort vorgesprochen – bei Gemeinden oder beim E-Werk Tegernsee. Der Stromversorger hat gerade eine neue E-Tankstelle auf seinem Firmengelände in Tegernsee installiert, in Betrieb ist sie noch nicht. Für neuen Schub sorgt aktuell die Gemeinde Rottach-Egern: Sie hat gerade mehrheitlich beschlossen, in eine weitere Ladesäule am Zentralparkplatz zu investieren. Eine erste gibt es bereits am Seeforum. Dies ist Teil eines Gesamtkonzepts, das mit den Tal-Bürgermeistern abgesprochen ist. Eine Kooperation mit Mobile Region Oberland (MORE) soll die E-Mobilität zudem in Fahrt bringen. Für Anfang 2018 ist die Gründung einer Gesellschaft geplant.

Vorbild Zermatt

Darüber hinaus machen sich Dieter Jung und Dieter Latzin ihre Gedanken: „Das Tegernseer Tal ist doch eine Premium-Destination, da muss es unbedingt mehr Ladestationen geben, die Vermietung von E-Autos muss vorankommen.“ Die Struktur dafür müsse dringend ausgebaut werden. Alle Bereiche des öffentlichen Nahverkehrs sollen eingeschlossen werden: Die Einführung von E-Bussen ebenso wie die Nutzung von E-Bikes. „Bei der Verknüpfung der Verkehrsströme muss man eben Fantasie entwickeln“, wünscht sich Latzin. 

Um die Technologie der E-Mobilität für Jedermann verständlich zu machen, planen Dieter Jung und Dieter Latzin im Oktober mit einem Fachmann eine Info-Veranstaltung. „Da werden wir ehrlich, offen und unbeeinflusst durch die Politik diskutieren.“ Wer sich mitengagieren möchte, ist jederzeit willkommen und kann sich mit Dieter Jung unter der Rufnummer 0179/9294677 in Verbindung setzen. 

gr

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