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Der ehemalige Feichtner Hof in Finsterwald wurde vom neuen Eigentümer in „Tegernseer Hof“ umgetauft. Gegen diese Namensgebung wehrte sich die Stadt, musste nun vor Gericht aber eine Niederlage hinnehmen.

Streit um Namensgebung ist beendet

Gasthof darf sich weiterhin „Tegernseer Hof“ nennen

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Der einstige Feichtner Hof in Finsterwald darf sich weiterhin „Tegernseer Hof“ nennen. Das ist das Ergebnis eines Streits, den der Eigentümer mit der Stadt Tegernsee ausgefochten hat. Die Stadt musste vor Gericht klein beigeben.

Finsterwald – Plötzlich gab es einen zweiten Tegernseer Hof. Obwohl die Stadt Tegernsee ein historisches Gebäude mit diesem Namen in der Rosenstraße besitzt, hatte Kristian Nicol Worbs, der neue Eigentümer des ehemaligen Feichtner Hofs in Finsterwald, just diese Bezeichnung für sein umgebautes Lokal gewählt. In großen Lettern prangte der neue Name bereits an der Fassade, als die Stadt auf den „Namens-Klau“ aufmerksam wurde und eine Unterlassung vom Eigentümer forderte.

Der zog vor Gericht und reichte eine so genannte negative Feststellungsklage ein, um die Namensgebung zu verteidigen. Nach einer ersten Verhandlung vor dem Landgericht München I reagierte die Stadt mit einer Widerklage. Diese hat sie nun am Donnerstag bei der zweiten Verhandlungsrunde vor Gericht zurückgenommen.

Lesen Sie hier, wie alles begann: Plötzlich zwei Tegernseer Höfe am Tegernsee - Stadt schaltet Anwalt ein

„Der Richter hat uns keine Hoffnung gemacht, dass unser Anliegen Aussicht auf Erfolg hat“, reagierte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) auf das Urteil. Das bedeutet im Klartext: Worbs darf seine Traditionsgaststätte in Finsterwald auch künftig „Tegernseer Hof“ nennen. Und: Das Gebäude in Tegernsee, in dem das Ristorante Trastevere ansässig ist, genießt keinen markenrechtlichen Schutz. „Das ist für uns natürlich absolut unbefriedigend“, meint Hagn, dem allerdings von Beginn an bewusst war, dass die Rechtslage in so einem Fall nicht eindeutig ist. „Aber wir wollten Klarheit haben.“ Der Stadtrat hatte einstimmig beschlossen, gegen die Namensgebung in Finsterwald vorzugehen.

Aus dem Ergebnis des Rechtsstreits will Hagn nun Konsequenzen ziehen. „Wir werden schützen lassen, was zu schützen ist“, sagt er mit Blick auf ähnliche Marken und Bezeichnungen. Beim Tegernseer Seelaub zum Beispiel sind die Tal-Kommunen bereits auf Nummer sicher gegangen und haben die herzförmigen, verschlungenen Seerosenblätter als Marke ins Markenregister eintragen lassen. Auch die Begriffe „Bergfilmfestival Tegernsee“ und „Bergfilm Tegernsee“ hat sich die Stadt schützen lassen. Diese Begrifflichkeiten, so Hagn, sollen auch künftig für Qualität stehen. Für den Bürger seien durch den Rechtsstreit im Übrigen keine Kosten entstanden, betont der Rathaus-Chef. Den finanziellen Aufwand trage die Rechtsschutzversicherung der Stadt.

Kristian Nicol Worbs zeigte sich am Donnerstag nach dem Ausgang der Verhandlung froh darüber, „dass das Thema nun geklärt und abgeschlossen ist“. Lauthals jubeln wollte er aber nicht. Es sei schade, dass es so weit gekommen sei, meint der Geschäftsführer der Aureus Immobilien und Anlagen GmbH. „Das hat einen bitteren Beigeschmack“, sagt Worbs über den Streit mit der Stadt, der letztlich vor Gericht gelandet ist. „Ich liebe den Tegernsee“, versichert der Geschäftsmann. Mit der Namensgebung habe er eigentlich etwas Gutes für das Tal bewirken wollen.

Er persönlich sei nicht nachtragend, meint Worbs. Und er hoffe, dass sich auch die Verantwortlichen der Stadt nun wieder beruhigen. „Ich lade sie gerne mal auf ein Bier bei mir ein“, so der Eigentümer des neuen Tegernseer Hofs. Nach Monaten des Streits könnten sich er und Pächter Marco Privitera nun wieder auf ihr eigentliches Geschäft, die Gastronomie, konzentrieren.

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gab

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