Blick auf das Gmunder Bahnhofsareal: Der Bus-Bahnhof (r.) wird zuerst neu gestaltet.
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Blick auf das Gmunder Bahnhofsareal: Der Bus-Bahnhof (r.) wird zuerst neu gestaltet.

Ort will sich nachhaltig entwickeln

Ein Jahr der Planung: Das hat die Gemeinde Gmund 2021 vor

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Für die Gemeinde Gmund wird 2021 ein Jahr der Planung. Viele Großprojekte und Vorhaben warten darauf, umgesetzt zu werden. Wir liefern Ihnen einen Überblick.

Gmund – Bürgermeister Alfons Besel und die Gemeinderäte wollen Gmund nachhaltig entwickeln und voranbringen. Und so wird das Jahr 2021 ein Jahr der Planung. Angestoßene Projekte werden natürlich auch umgesetzt – soweit die Corona-Pandemie dies zulässt.

Bahnhofsareal: Der Zentrale Busbahnhof bekommt Vorrang

In seiner Dezembersitzung hatte der Gemeinderat die Weichen für die Neugestaltung des Bahnhofsareals gestellt. Ein Parkdeck und eine Tiefgarage sind vorerst vom Tisch, eine neuer, „Zentraler Busbahnhof“ (ZOB) bekommt Vorrang. „Der nächste Schritt wird sein, dass sich Architekturbüros, die auf Überdachungen von Busbahnhöfen spezialisiert sind, bei uns vorstellen und darum bewerben, die Überdachung zu planen“, kündigt Besel an. Parallel dazu werde der ZOB in der Fläche überplant. Das Ziel: Möglichst zum Jahresende sollen die Ausschreibungen beginnen, damit der Bau 2022 umgesetzt werden kann.

Gmund will neue, zukunftsweisende Bauformen fördern

In Gmund herrscht Aufbruchstimmung, was die Baukultur betrifft. Das Einfamilienhaus, so hat man bereits nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema formuliert, ist nicht mehr das Modell der Zukunft, da es zu viele Ressourcen beanspruche. Hohe Baulandpreise lassen neue, gemeinschaftliche Wohnformen sinnvoller erscheinen. Gmund will „Baukulturregion Alpenvorland“ werden und hat sich einem EU-geförderten Leader-Projekt angeschlossen – neben Holzkirchen, Bad Aibling, Bad Feilnbach, Dietramszell, Kiefersfelden, Neubeuern und Samerberg.

Lesen Sie hier: Das Jahr der Großprojekte: So wird 2021 in Bad Wiessee

„Wir wollen einen Konsens zu Bauformen erarbeiten, die in die Zukunft weisen und sich einfügen“, erklärt Besel. Der Gemeinderat werde sich in einen Workshop mit Fachleuten begeben, später noch einmal mit der Bürgerschaft, die bereits zum Mitmachen und Mitdenken aufgefordert ist. Alles aber mit angezogener Handbremse, weil eben nicht alle Treffen nur online stattfinden können. 2021, so hofft der Rathauschef, werde die Gemeinde in diesem Themenfeld einen großen Schritt weiterkommen.

Mobilität: Das Fahrrad soll das Mittel der Wahl werden

Gmund tritt auch 2021 ordentlich in die Pedale, um in Sachen Fahrradfreundlichkeit weiter voranzukommen. „Das Fahrrad soll eines der ersten Mittel der Wahl sein für Mobilität“, findet Besel. Die Gemeinde will dafür sorgen, dass das Fahrradfahren sicherer und bequemer wird. Von dem beschlossenen Fahrradkonzept mit 140 Maßnahmen seien schon 25 Prozent umgesetzt – etwa der Aufbau zertifizierter Fahrradständer in Seeglas und am Bahnhof, wo demnächst auch Ladestationen für E-Bikes dazu kommen. Am Bahnhof Moosrain wird schon bald der überdachte Bike&Ride-Platz zu sehen sein. Schon zu Jahresbeginn wird sich der Gemeinderat mit Plänen befassen, die für eine Radverbindung zwischen Gmund und Dürnbach erarbeitet wurden. Ob auf der Straße oder auf dem bestehenden Geh- und Radweg – „wir werden sehen, was das Landratsamt als besseren Weg erachtet“. Fleißig weitergearbeitet werde an den geplanten Gehwegen Gmund-Otterfing sowie zwischen Gmund und Hausham. Bei Letzterem werde die mögliche Trasse gerade unter naturschutzrechtlichen Aspekten geprüft.

Die Realisierung der Querungshilfen ist in Sicht

Sie wurden schon planerisch auf den Weg gebracht, wegen dicker Auftragsbücher der Baufirmen aber noch nicht ausgeführt: Querungshilfen am Buchbergweg in St. Quirin sowie in Gmund auf Höhe der Ringstraße. Die Realisierung ist nun in Sicht: „Wir haben vertraglich gesichert, dass diese beiden Überquerungshilfen bis Ende Mai entstehen“, sagt Besel.

Wohnen im Alter: Im Blick sind zwei Gemeinde-Grundstücke

Gmund arbeitet bereits mit der gleichnamigen Fachstelle des Landkreises zusammen und ist dabei, den Bedarf zu ermitteln. „Wir arbeiten mit großen Schritten, mussten aber wegen Corona die Handbremse anziehen“, so der Rathauschef. Mit Experten will man zu einer Konzeption kommen, um eines der Gemeinde-Grundstücke entsprechend zu bebauen. Im Blick sind derzeit zwei Flächen: an der Hirschbergstraße, wo schon Pläne für Mehrfamilienhäuser diskutiert, der endgültige Beschluss aber zurückgestellt wurde sowie an der Wiesseer Straße. Zwischen der seeseitigen Ortsrandbebauung an der Bundesstraße und dem Parkplatz fürs Strandbad Kaltenbrunn hat die Gemeinde Ende 2019 ein Grundstück von Familie Schörghuber erworben.

Weitere Vorhaben in der Gemeinde Gmund

Der Pius-Kindergarten soll einen neuen Eingangsbereich bekommen, zudem muss das Flachdach dort erneuert werden. Der Steg über die Mangfall wartet auf Erneuerung. Was für den Zeitraum der nächsten fünf Jahre wichtig wird und angepackt werden soll, damit will sich der Gemeinderat Anfang März bei einer Klausur befassen. Das ist Besel wichtig: Die Gemeinde zukunftsfähig aufstellen, vor allem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

gr

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