Symbolische Freigabe: Bürgermeister Alfons Besel (M.), sein Stellvertreter Herbert Kozemko (r.) und Josef Harraßer vom technischen Bauamt eröffneten bei einem kleinen Festakt den neuen Mangfallsteg.
+
Symbolische Freigabe: Bürgermeister Alfons Besel (M.), sein Stellvertreter Herbert Kozemko (r.) und Josef Harraßer vom technischen Bauamt eröffneten bei einem kleinen Festakt den neuen Mangfallsteg.

Zeit der Umwege beendet

Gemeinde Gmund gibt den neuen Mangfallsteg frei: Ein Wahrzeichen in frischem Gewand

  • Gabi Werner
    VonGabi Werner
    schließen

Ein Gmunder Wahrzeichen ist zurück: Der neue Mangfallsteg wurde nach dreieinhalb Monaten Bauzeit fertiggestellt und nun wieder für Spaziergänger und Passanten frei gegeben.

Gmund – Bürgermeister Alfons Besel – soeben aus dem Urlaub zurückgekehrt – zeigte sich bei der Eröffnung heilfroh darüber, dass damit eine Lücke im Ortsnetz wieder geschlossen ist. Er betonte, dass er das neue, 56 Meter lange Bauwerk aus Lärchenholz für äußerst gelungen hält: „Wirklich schee is es worn.“

Im Frühjahr 2020 waren die Gmunder von der Hiobsbotschaft überrascht worden: Die alte Brücke über die Mangfall, die seit 1954 die Ufer von Seeglas und Kaltenbrunn miteinander verband, fiel bei einer routinemäßigen Überprüfung durch, wies nicht mehr die nötige Standsicherheit auf. Eine umgehende Sperrung war die Folge. „Der Gemeinderat hat sehr schnell reagiert“, würdigte Besel. Verschiedene Alternativen wurden diskutiert, bereits im Juli fiel aber die Entscheidung, den Steg im Wesentlichen nach dem Vorbild des Vorgänger-Modells – also in Holzoptik – zu erstellen. Alles unter der scharfen Beobachtung der Öffentlichkeit, wie der Bürgermeister augenzwinkernd bemerkte: „Das Interesse war sehr groß, gefühlt haben wir 6500 Stegexperten in der Gemeinde.“

Der neue Steg ist barrierefrei

Nach der Beteiligung aller Behörden und der Ausschreibung wurde im Mai 2021 mit dem Bau des neuen Mangfallstegs begonnen. Das fertige Bauwerk ist laut Besel auch das Ergebnis von Kompromissen: Nicht nur die Optik war zu berücksichtigen, sondern auch Standsicherheit, DIN-Normen und die Nutzerfreundlichkeit. So bietet der neue Steg mit 2,5 Metern Breite nun mehr Platz als der ursprüngliche Überweg, um mehr Barrierefreiheit zu ermöglichen, wurde er zudem 30 Zentimeter niedriger.

Es war keine leichte Baustelle. Vor allem die Untergrundverhältnisse in der Mangfall erschwerten die Arbeiten. Wie Sepp Schreder vom beauftragten Ingenieurbüro aus Rosenheim berichtete, ruht die Holzkonstruktion nunmehr auf insgesamt 18 Stahlpfählen, die in den Boden der Mangfall gerammt wurden. Auch die unerwarteten Preiserhöhungen fürs Holz und die Lieferschwierigkeiten hatten die Arbeiten verzögert. Letztlich benötigte der Bau einen Monat länger als ursprünglich geplant. Die zuständige Zimmerei Bernöcker hatte für den Bau sogar ihren Betriebsurlaub verschoben. „Ich wünsche der Gemeinde viel Freude mit diesem zeitgemäßen Steg über die Mangfall“, erklärte Planer Schreder zum Abschluss.

560.000 Euro: Kostenrahmen eingehalten

Was die Kosten anbelangt, so wird die Gemeinde den veranschlagten Rahmen in Höhe von 560 000 Euro wohl einhalten können. Auch eine Förderung wird es geben, der Bescheid ist vor wenigen Tagen im Rathaus eingetroffen. Josef Harraßer vom technischen Bauamt der Gemeinde hatte den Bau der Brücke laut Besel „mit ruhiger Hand begleitet“. Ihm galt der Dank des Bürgermeisters ebenso wie allen beteiligten Firmen: „Die Zusammenarbeit ist reibungslos verlaufen und ging Hand in Hand“, sagte Besel. Auch von Unfällen blieb man verschont.

Thomas-Mann-Denkmal und Infotafel

Ganz vollendet sind die Arbeiten auf dem Areal am See mit der Eröffnung des Mangfallstegs im Übrigen noch nicht. In den nächsten Wochen folgt nun die Gestaltung der Freiflächen: So wird wieder ein Baum gepflanzt, und das angestammte Thomas-Mann-Denkmal, die Parkbank und die Infotafel werden an geeigneter Stelle platziert.
I

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare