Die Jennerwein-Tenne soll entlang der Finsterwalder Straße nach hinten rücken und der Gehweg breiter werden.
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Die Jennerwein-Tenne soll entlang der Finsterwalder Straße nach hinten rücken und der Gehweg breiter werden.

Bauausschuss

Engstelle wird ein bisschen weniger eng: Gemeinde findet „charmante Lösung“ für Kurvenbereich in Gmund

  • Jonas Napiletzki
    VonJonas Napiletzki
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Die Engstelle an der Finsterwalder Straße in Gmund soll entschärft werden - mit einem Deal, den die Gemeinde mit dem Jennerwein-Gebäude-Inhaber geschlossen hat.

Gmund – Eine „charmante Lösung“ hat die Gemeinde Gmund für die bis dato störende Engstelle an der Finsterwalder Straße gefunden – so formuliert es Bürgermeister Alfons Besel (FWG). In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hat das Gremium einen Tekturantrag für das Jennerwein-Anwesen behandelt.

Wie berichtet, hatte der Ausschuss bereits im Mai 2020 grünes Licht für den Abriss und Neubau des Tennen-Obergeschosses gegeben – sich jedoch schon damals an der in dieser Fassung bleibenden Engstelle gestört: Ursprünglich wollte der Bauherr mit seinem Anwesen nicht von der Straße abrücken; auch wegen der verkehrsberuhigenden Wirkung, die er der straßennahen Bebauung zuschreibt.

Bauausschuss Gmund: Jennerwein-Tenne sollte ursprünglich nicht zurückweichen

Besel wurde von den Mitgliedern des Bauausschusses jedoch beauftragt, in dieser Sache nachzuverhandeln. In der Zwischenzeit hat der Bürgermeister seine Hausaufgaben gemacht. Ebenfalls zugute kam der Gemeinde, dass der Bauherr wegen der wohl unzureichenden Bausubstanz des Erdgeschosses den gesamten Anbau neu errichten muss.

Der dahingehend geänderte Antrag enthielt nun eine Kompromisslösung: Der Gebäudeteil der Tenne wird komplett abgerissen und neu gebaut. Im Erdgeschoss sollen Büroräume entstehen, im ersten Stock sind ebenfalls Büroräume und eine Wohnung mit 65 Quadratmetern geplant. Der Vorbau in Richtung Finsterwalder Straße bleibt – wird aber laut Antrag durch einen zehn Meter langen und vier Meter tiefen Quergiebel ersetzt. Der so geplante Vorbau rückt außerdem ein Stück weit nach Osten – entlang der Finsterwalder Straße in Richtung B 318 – und ragt künftig nicht mehr in alter Form in die Kurve.

Die bessere Sicht wird durch einen Deal ergänzt, den Besel als „geben und nehmen“ beschreibt: „Der Vorbau rückt 40 Zentimeter zurück.“ Dieser Platz falle künftig dem gemeindlichen Gehweg zu. „Im Gegenzug darf der Dachüberstand auf den gemeindlichen Luftraum ausgedehnt werden.“

Dach überspannt Gehweg der Finsterwalder Straße - Kompromiss kommt bei Gemeinderat gut an

Bauamtsleiterin Christine Wild erklärt auf Nachfrage: „Der First des Giebels hat eine Höhe von 8,30 Meter, das Dach 6,30 Meter.“ In den Luftraum rage das Dach jedoch nur im Bereich des Gehwegs, nicht aber über die Straße. Der Bürgersteig – bisher knapp 1,40 Meter breit – misst künftig 1,80 Meter zwischen Haus und Straße.

Der Bauausschuss nahm den Beschlussvorschlag einstimmig an. Michael Huber (Grüne) gab zu bedenken, dass 40 Zentimeter nicht viel seien. Auch sorgte er sich um den Bestand der Abmachung. Besel erklärte, keine notarielle Eintragung anzustreben – aber eine schriftliche Vereinbarung. Auch machte er deutlich: „Mehr ist nicht drin.“ Doch auch damit waren alle Ausschussmitglieder zufrieden.

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