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Geschickte Radler statt Autoschlangen: Wo sonst viel Verkehr herrscht, bewältigten die Radfahrer, hier Stefan von Miller, am Sonntag einen Parcours.

Autofreier Sonntag wird zum fröhlichen Dorffest

Gmunder erobern sich für einen Tag die Straße zurück

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Rund 1800 Gmunder waren am Sonntag auf den Beinen, um ihren Ort einmal autofrei zu erleben. Rund um den Bahnhof geriet der Aktionstag zu einem fröhlichen Dorffest. Der Bürgermeister stimmte sogar ein Liedchen an.

Gmund – Im Laufe des Vormittags strömten immer mehr Bürger in die autofreie Zone zwischen Kreissparkasse und Diakonie. Hier zeigten Anbieter alternativer Fortbewegungsmittel – vom örtlichen Fahrradladen über den bekannten Kreuther Roller-Erfinder, E-Bike-Verleiher und E-Auto-Importeure bis hin zum RVO und zur BOB –, was hierzulande in Sachen Mobilität ohne Verbrennungsmotoren so möglich ist. Zu hören war am gestrigen Sonntag statt Motorenlärm vor allem eines: fröhliche Musik. Vor allem in dem Bereich, wo die Diakonie Kaffee und Kuchen und die beiden örtlichen Biobauern Bogner und Berghammer regional produzierte Schmankerl anboten.

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Wer pünktlich gekommen war, konnte auch die Stimme von Bürgermeister Alfons Besel vernehmen: „Ja, mia san mit’m Radl da“, sang er inbrünstig ins Mikro. Damit begrüßte der Gemeindechef die Gäste und eröffnete den ersten Aktionstag „Gmund autofrei unterwegs“.

Auch kleine Elektro-Flitzer auf vier Rädern wurden vorgestellt und konnten ausprobiert werden. 

Besel freute sich, dass es in Gmund gelungen sei, einen autofreien Sonntag umzusetzen und saubere wie gesunde Mobilität erlebbar zu machen. „Und?! Hört Ihr was? Ist es nicht wunderbar, wenn Straßen nicht vom Straßenlärm beherrscht werden?“, fragte er und forderte die Gmunder dazu auf, einen Tag lang „Raubritter“ zu spielen und sich den öffentlichen Raum zurück zu erobern. „Das Auto bekommt jede Menge Platz zur Verfügung gestellt, während sich die Fußgänger, Radlfahrer, Kinderwägen und E-Scooter an den Straßenrändern drängen müssen“, monierte Besel.

Am Sonntag jedenfalls flanierten dort die Fußgänger. Die Arbeitskreise Energie und Umwelt sowie Verkehr hatten dort, wo es sich sonst regelmäßig staut, einen Fahrradparcours aufgebaut, wo Groß und Klein ihre Geschicklichkeit üben konnten, während die Sportfreunde Gmund hier ihre Laufrunden starteten. Jedem, der statt mit dem Auto mit dem Rad zum Aktionstag kam, spendierten die Veranstalter ein alkoholfreies Getränk. Viele kamen aber auch öffentlich mit der BOB oder mit dem historischen Triebwagen TAG 27 der Tegernsee Bahn.

„Wir müssen weg von dem Gedanken, dass der Individualverkehr alles ist und im Landkreis Miesbach in Richtung MVV, Schiene und Bus umdenken“, forderte Landrat Wolfgang Rzehak. Er hoffte, wie schon zuvor Bürgermeister Besel, dass der autofreie Sonntag in Gmund regelmäßig, am besten einmal pro Jahr stattfindet.

Lesen Sie hier: Ein ganzer Sonntag ohne Blechlawine? So könnte es funktionieren 

Der Zulauf bei der Premiere war jedenfalls respektabel. Rund 1800 Besucher kamen, schätzte Energie- und Klimaschutz-Referent Hans Schmid. „Ich hoffe sehr, dass die Leute von unserem Aktionstag die Erfahrung mitnehmen, wie einfach es ist, Kurzfahrten mit dem Radl zu erledigen“, sagte Schmid. Das Hauptanliegen der Veranstalter sei es nicht, das Auto zu verteufeln. „Auf das wird man bei uns nie ganz verzichten können“, räumte Schmid ein. „Aber die eine oder andere Fahrt, kann man – selbst wenn man den Gmunder, den Tölzer oder den Osterberg überwinden muss – mit elektrischer Unterstützung per Rad zurücklegen.“

Wie das geht, machte der ADFC vor, der Radlrunden auf E-Bikes und Mountainbikes anbot. Große Aufmerksamkeit bekamen neben den Zweirädern aber auch die elektrischen Mikro-Cars, die ständig für Probefahrten unterwegs waren.

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ak

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