Bringen die vhs Gmund-Dürnbach gemeinsam durch eine schwierige Zeit: Vorsitzende Anna-Maria Stark (l.) und Eugenie Lückerath, die seit 30 Jahren die Geschäfte führt.
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Bringen die vhs Gmund-Dürnbach gemeinsam durch eine schwierige Zeit: Vorsitzende Anna-Maria Stark (l.) und Eugenie Lückerath, die seit 30 Jahren die Geschäfte führt.

Eugenie Lückerath ist weiterhin engagiert

30 Jahre vhs-Leiterin in Gmund: Ein Jubiläum in schwierigen Zeiten

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Seit mittlerweile 30 Jahren leitet Eugenie Lückerath die Geschäfte der Volkshochschule Gmund-Dürnbach – einer weiterhin eigenständigen Einrichtung. Es ist ein Jubiläum in schwierigen Zeiten.

Gmund - Nur wenige Arbeitsstunden sind üblicherweise mit einem 450-Euro-Job verbunden. Dass es damit nicht getan ist, versteht sich für Eugenie Lückerath von selbst. Die 64-Jährige, offiziell seit September 2020 in Ruhestand, arbeitet eben so lange, bis alles erledigt ist. Egal, ob schon früh morgens oder spät abends. Sie akquiriert Veranstaltungen, plant Kurse und Programme, bucht Räume, rechnet ab und vieles mehr. So war das zumindest, bis Corona den Betrieb der Volkshochschulen auf ein Minimum oder gar auf Null eindampfte.

Überhaupt ist vieles anders bei der vhs Gmund-Dürnbach, seit das Kuratorium 2020 mehrheitlich beschlossen hatte, nicht mit der vhs Oberland zu fusionieren, sondern seinen unabhängigen Weg alleine weiter zu gehen. Weil auch die vhs Bayrischzell dem landkreisweiten Verbund eine Abfuhr erteilte, lag eine Kooperation nahe. Ein gemeinsames Programmheft wurde gedruckt, sechs der insgesamt 22 Seiten gehören der vhs am Fuße des Wendelsteins.

„Wir planen im Online-Bereich eine weitere Zusammenarbeit“, kündigt auch Anna-Maria Stark an, seit 2004 Vorsitzende des Gmunder vhs-Vereins. Die Organisation dieses Online-Angebots, das sich bisher auf Sprachkurse und Vorträge beschränkt, liegt praktisch wieder in den Händen von Lückerath, die gerade in diesen Tagen an die Zeit vor 30 Jahren zurückblickt.

Lückerath wurde als 34-Jährige von der Gemeinde Gmund angestellt

Am 1. Mai 1991 fing die gebürtige Dortmunderin, die später in München fürs Volksschul-Lehramt studierte, in Gmund an. Etwa vier Jahre hatte sie davor schon als pädagogische Mitarbeiterin bei der vhs Holzkirchen hinter sich. Die Gmunder Volkshochschule, 1947 gegründet von Anton Keck und Hieronymus Feichtner, war bis dahin ehrenamtlich geführt. Mit Eugenie Lückerath änderte sich die Struktur – die damals 34-Jährige wurde von der Gemeinde Gmund angestellt.

Lesen Sie hier: Vorstand und Aufsichtsrat gewählt: Neue vhs Oberland ist jetzt handlungsfähig

Lückerath legte los, räumte ein und um, organisierte Örtlichkeiten vor allem für die Gesundheitskurse, deren Angebot weiter ausgebaut wurde. „Das A und O sind die Räume“, findet Eugenie Lückerath noch heute. Ihr gelang es, in der 1992 erbauten Rettungswache, der heutigen Feuerwehr, einen Saal zu bekommen, Hotels in Rottach-Egern und Bad Wiessee nahmen die vhs für deren Kurse auf, mit den Heimatfreunden wurde die Zusammenarbeit verstärkt. Die vhs erwies sich stets als verlässlicher Partner, sei es für andere Vereine oder für die Gemeinde. „Wenn ich nicht immer so viel Rückhalt gehabt hätte, hätte ich all die Jahre nicht so gut überstanden“, sagt Lückerath, die damit vor allem die schon in der Vergangenheit ständig laufenden Bestrebungen anderer Volkshochschulen meint, sich die vhs Gmund-Dürnbach einzuverleiben.

Gmunder vhs ist überzeugt: Werden die Corona-Zeit gut überstehen

Corona drückt auf die Stimmung, und das im Jubiläumsjahr von Eugenie Lückerath. Sie hofft, dass bald wieder mehr möglich ist, als nur Online-Kurse. Dass die vhs Gmund-Dürnbach diese schwierige Zeit gut übersteht, davon ist auch Vorsitzende Anna-Maria Stark überzeugt. Sie erinnert an den Mut der Gründerväter, in der damals schwierigen Nachkriegszeit über den Tellerrand hinaus zu schauen und kommt noch einmal auf die abgelehnte Fusion zu sprechen: „Schon deshalb wäre es schwergefallen, diese Geschichte einfach aufzugeben.“ Stark ist auch dankbar für den finanziellen Rückhalt durch die Gemeinde. Gmund wird der Volkshochschule je nach Bedarf unter die Arme greifen, auf 50.000 Euro ist die Unterstützung jedoch gedeckelt. Dennoch beteiligt sich die Gemeinde solidarisch an der vhs Oberland und bezahlt einen Euro je Einwohner, also rund 6100 Euro.

Während Vorsitzende Stark bei den nächsten Kuratoriums-Wahlen nicht mehr antreten und ihr Amt abgeben wird, ist für Eugenie Lückerath nach 30 Jahren noch nicht Schluss: „Ich hoffe, dass es mir noch lange viel Freude macht.“

gr

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