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So schön kann fliegen aussehen - solche Bilder, wie hier vom vergangenen Jahr, sollen das Tal diesmal richtig groß rausbringen.

TTT-Chef Köhl: "Bilder werden um die Welt gehen"

Mega-Event Luftschiff-EM bringt den Tegernsee groß raus

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Gmund - Die erste Europäische Meisterschaft für Luftschiffer seit 25 Jahren verspricht ein Medienspektakel zu werden. Schon bei der Vorab-Pressekonferenz brummte der Laden in Kaltenbrunn.

So viele Journalisten auf einmal sieht man selten im Tal, selbst bei den Pressekonferenzen der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Die Welt am Sonntag ist da, der BR, nur die Bild hat abgesagt. Zu schlechtes Wetter. Die 20 Presseleute, die gestern gekommen sind, lauschen in Kaltenbrunn aufmerksam jedem Wort von Helmut Seitz, Organisator der ersten Luftschiff-EM seit 25 Jahren. Und sie haben viele Fragen. 

Hier kommt alles zusammen: Startplatz der Luftschiffe.

Eine Europameisterschaft für Luftschiffe am Tegernsee – das Thema zieht, das Thema treibt auf. Auch TTT-Chef Stephan Köhl sieht aus, als schwebe er bereits auf Wolke Sieben. „Das wird etwas Erhabenes, Tolles, Großes“, sagt er mit einem breiten Grinsen, „das bildtechnisch um die Welt gehen wird.“ Für diese Bilder hat die TTT – allen voran Eventmanager Peter Rie – in den vergangenen Monaten viel Arbeit in das Projekt gesteckt (wir berichteten). In Kreuth hat die TTT einen Startplatz neben der Naturkäserei organisiert. Drumherum viele Parkplätze, einen Moderator und Verpflegung fürs Publikum. Und davon erwartet sich Rie dreimal mehr als vor einem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft. Auch das ist ein Werbefaktor. Schon im Januar 2015 herrschte ein tägliches Verkehrschaos beim Rottacher Startplatz am Sonnenmoos. Zu viel. „Da ging nichts mehr“, erinnert sich Helmut Seitz, der schon vor einem Jahr die Deutsche Meisterschaft ins Tal brachte. 

Organisator Seitz ist so etwas wie der Luftschiffpapst Deutschlands

Seitz ist so etwas wie der deutsche Luftschiffpapst. Er fliegt selbst. Von bundesweit elf registrierten Luftschiffen stehen vier bei ihm auf dem Hof. Eines lässt er auch bei der EM mit seiner Pilotin Pia Marie Witt starten. Selber wäre er wohl auch gern mitgeflogen. Aber irgendwer muss täglich die Aufgaben stellen – von Zielübungen über Parcours-Fahrten bis Wettrennen quer durchs Tal. „Das ist schon etwas anderes als ein nationaler Wettkampf“, stellt Seitz klar. Elf Piloten – darunter der vierfache Weltmeister Jacques-Antoine Besnard aus der Schweiz – kämpfen um den ersten offiziellen Europameister-Titel seit über 25 Jahren. Auch Schweden, Russland, Polen, Litauen und Frankreich schicken von 24. bis 29. Februar je einen Piloten. „Diesmal kommen ernsthafte Konkurrenten“, freut sich Pilotin Witt, die deutsche Vizemeisterin. 

Deshalb muss auch alles hochoffiziell ablaufen. Zwei Dachorganisationen – die Fédération Aéronautique Internationale und die Ballonsport Kommission – sitzen mit im Boot. Eine internationale Jury bewertet die Wettkämpfer. Und vom Deutschen Wetterdienst ist extra ein Meteorologe für Helmut Seitz abgestellt, damit der entscheiden kann, wann geflogen werden darf. Das Wetter wird wohl die größte Herausforderung für die Veranstalter werden. Zum Starten und Landen muss die Wiese neben der Naturkäserei staubtrocken, besser tief gefroren und am allerbesten beschneit sein. Im Moment ist sie patschnass. Und genau das geht gar nicht. Aber da strahlt Seitz eine stoisch-schwäbische Ruhe aus: „Ich habe bisher gut geschlafen und schlafe weiterhin gut.“ Trotzdem. Wenn alles vorbei ist und die Bilder vom See und den Schiffen um die Welt gegangen sind, freut er sich „auf ein kühles Tegernseer Helles.“

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