Der frühere Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (52) hat sich als neuer Landesvorsitzender der Grünen ins Spiel gebracht. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.
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Plant eine Parteikarriere bei den Grünen: der frühere Landrat Wolfgang Rzehak.

Ex-Landrat Wolfgang Rzehak im Interview

Grünen-Landesvorsitz: „Die schlechtesten Karten habe ich nicht“

  • Stephen Hank
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Der frühere Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak (52) hat sich als neuer Landesvorsitzender der Grünen ins Spiel gebracht. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Landkreis – Beim Parteitag im Herbst kommenden Jahres möchte der Ex-Landrat Nachfolger von Eike Hallitzky werden.Der 61-Jährige tritt nicht wieder an. Rzehak war von 2014 bis 2020 Landrat, im Mai wurde der 52-jährige Gmunder von Olaf von Löwis (CSU) an der Spitze des Landkreises abgelöst.

Herr Rzehak, wie kommt’s, dass Sie jetzt Grünen-Landesvorsitzender werden wollen? War das Ihre Idee?

Rzehak: Bis zur Wahl ist noch einige Zeit hin. Aber ja, die Idee ist schon in mir selbst gereift. Es bietet sich auch an. Ich habe jahrelang Erfahrungen in der Kommunalpolitik gesammelt, zuletzt als Landrat. Davor war ich lange Zeit auch im Parteirat der Grünen.

Unterstützen die Grünen Ihre Kandidatur?

Rzehak: Ich habe natürlich mit Leuten in der Partei gesprochen. Es gibt viele, die das befürworten. Zunächst muss man aber selber auch den Mut dazu haben. Ich denke, die schlechtesten Karten habe ich nicht.

Gibt es Gegenkandidaten?

Rzehak: Offiziell ist mir nichts bekannt. Eva Lettenbauer wird mit ihren 27 Jahren wohl wieder als Co-Vorsitzende kandidieren. Es wäre ein gute Mischung. Hier eine junge dynamische Frau und dort ein erfahrener Kommunalpolitiker und ehemaliger Landrat. Wir stehen für das Junge und Moderne, aber auch dafür, die Umwelt und Natur zu erhalten.

Wo liegen für Sie die Herausforderungen?

Rzehak: Wir brauchen in der Partei sowohl junge wie auch erfahrene Leute. Es hilft, wenn jemand wie ich die Themen und die Abläufe kennt, Erfahrung in Verwaltungs- und Rechtsfragen gesammelt hat und sich auch schon mit der CSU auseinandergesetzt hat. Die CSU gönnt einem das Schwarze unter den Fingernägeln nicht. Ich möchte unserer Partei helfen, in einer solchen Situation zu bestehen.

Sehen Sie die Grünen trotzdem in einer Regierungskoalition mit der CSU?

Rzehak: Die bayerischen Grünen werden künftig eine stärkere Rolle spielen, sowohl bei der Bundestags- als auch bei der Landtagswahl. So wie den Freien Wählern darf es uns aber nicht gehen. Die lassen sich von der CSU unterbuttern. Ich würde dafür sorgen, dass das den Grünen nicht passiert. Wir müssen Selbstbewusstsein zeigen. Nur ein bisserl bei denen am Tisch zu hocken, das reicht nicht. Da sollten wir dann lieber auf eine Regierungsbeteiligung verzichten.

Könnten Sie sich selbst ein Regierungsamt vorstellen?

Rzehak: Zunächst geht es um den Landesvorsitz. Wenn ich gewählt werde und mir später ein Regierungsamt angeboten würde, würde ich den Landesvorsitz abgeben. Eine Ämterhäufung tut selten gut. Davon habe ich schon als Landrat Abstand genommen.

Der Landesvorsitz ist eine hauptamtliche Tätigkeit. Wie steht’s momentan um Ihre berufliche Situation?

Rzehak: Ich befinde mich noch in der Übergangsphase. Die Stadt München prüft gerade mein Rückkehrrecht als Beamter. Diese Prüfung dauert leider immer noch an.

Das Gespräch führte Stephen Hank.

Lesen Sie auch: So sieht der neue Miesbacher Kreistag aus.

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