Fahrschuhl-Inhaber und Pilot Hermann Meindl mit 85 Jahren in Gmund verstorben
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Der ganze Stolz von Hermann Meindl: das selbstgebaute Flugzeug mit dem Namen „Jodel BeBe“.
Fahrschuhl-Inhaber und Pilot Hermann Meindl mit 85 Jahren in Gmund verstorben
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Hermann Meindl vor seinem Lieblingsflieger, eine Cessna 414.
Fahrschuhl-Inhaber und Pilot Hermann Meindl mit 85 Jahren in Gmund verstorben
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Hermann Meindl bei einem Fliegerausflug mit Sohn Andy (l.) und Enkel Paul.
Fahrschuhl-Inhaber und Pilot Hermann Meindl mit 85 Jahren in Gmund verstorben
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Hermann Meindl (†), Fahrschul-Inhaber und Pilot, hier mit seiner bereits verstorbenen Frau Christl.

Ein Nachruf auf einen Tausendsassa - und Fahrlehrer 

Hermann Meindl - der Flugzeug-Pionier vom Tegernsee

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Gmund - Motoren und Flugzeuge waren seine Leidenschaft - er hat sogar mal sein eigenes gebaut: Jetzt ist Hermann Meindl, Fahrschul-Inhaber und Pilot, mit 85 Jahren gestorben. Ein Nachruf auf einen Pionier.

Den Namen Meindl verbinden viele Menschen im Tegernseer Tal und auch landkreisweit mit der Erinnerung an ihre Führerscheinprüfung. An die Fahrstunden, die sie im VW-Käfer der Fahrschule Meindl absolvierten, an den kleinen Heizofen hinter dem Sitz, der im Winter für einigermaßen erträgliche Bedingungen sorgte, ehe modernere Fahrzeuge den Käfer ablösten. Bis Mitte der 1990er-Jahre betrieb Hermann Meindl seine Fahrschule in Gmund. Er hatte sie übernommen von seinem Vater Otto, der nach Kriegsende die erste Fahrschule im Landkreis Miesbach in Gmund gründete.

Hermann Meindl, der 1931 bei einer Hausgeburt in Gmund zur Welt kam, hatte die Neugierde für alles Technische im Blut. Nicht nur Autos und deren Motoren begeisterten ihn, sondern auch die Fliegerei. Und so baute er mit Freunden Mitte der 1950er-Jahre aus Holz ein einsitziges Flugzeug mit dem Namen „Jodel BeBe“ und brachte es mit einem 45 PS starken, modifizierten Porsche-Motor tatsächlich zum Fliegen. Und es bekam auch die Zulassung. 

Zusammen mit den Gmundern Karl Schöpfer, Rudi Weber sowie deren Familienangehörigen und seinem Vater Otto gründete Hermann Meindl 1956 schließlich den Motorflieger-Club Tegernseer Tal. 1958 schaffte es der Club, dass eine Wiese zwischen Dürnbach und Moosrain als Sonderlandeplatz genehmigt wurde. Der kleine Landeplatz wurde von überall her angeflogen und brachte unzählige Gäste ins Tal. Weil Start und Endanflug in niedriger Höhe über die B 318 führten, wollte der Verein die Start- und Landebahn aus Sicherheitsgründen auf die östliche Seite der Straße verlegen und auch verlängern. Doch dazu kam es nicht. Wegen erheblicher Proteste gab der Club alle Genehmigungen zurück und siedelte zunächst nach Bad Tölz und später nach Warngau um, wo der Motorfliegerclub seitdem seine Heimat hat.

In Kaltenbrunn hatte Herrmann Meindl einst die Baupläne für „sein“ Flugzeug mit flugbegeisterten Freunden umgesetzt und aus Holz und Bespannungsstoff selbst gebaut. Hier wird Andy Meindl, der einzige Sohn, jetzt nach der Beisetzung seines Vaters am Gmunder Bergfriedhof mit Familie und Freunden an ein großartiges und bewegtes Leben erinnern. 

gr

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