Faschingszug Gmund
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Bunt und fröhlich ging‘s zu beim Faschingszug in Gmund. Tausende Besucher verfolgten das Spektakel.
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Riesige, aufwendig gestaltete Wagen prägten das Bild beim Gmunder Faschingszug, hier der schiefe Turm der Kirche in St. Quirin.
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Riesige, aufwendig gestaltete Wagen prägten das Bild beim Gmunder Faschingszug.
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Die Seegeister hatten den Zug organisiert und waren mit zwei Wagen vertreten. Sie feiern heuer 140-jähriges Jubiläum.
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Auch das Bergsteigerdorf Kreuth war vertreten.
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Hoppebräu-Bier auf großer Fahrt.
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Bunt und fröhlich ging‘s zu beim Faschingszug in Gmund. Tausende Besucher verfolgten das Spektakel.
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Bunt und fröhlich ging‘s zu beim Faschingszug in Gmund. Tausende Besucher verfolgten das Spektakel.

Riesige Wagen, originelle Ideen, scharfe Sprüche

Was für ein Spektakel! So genial war der Faschingszug in Gmund

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  • Alexandra Korimorth
    Alexandra Korimorth
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Beeindruckend lang, technisch aufwendig, maximal lustig und kreativ: Der Gmunder Faschingszug am Sonntag war ein Riesenerfolg. Und er verlief offenbar problemlos. Hier die Bilanz.

+++Aktualisierung 16.30 Uhr+++

Jetzt hat die Polizei Bad Wiessee auch eine Bilanz ihrer Alkohol-Kontrollen veröffentlicht, die am Sonntag nach dem Faschingszug zwischen 17 und 20 Uhr mit mehreren Beamten, unterstützt von Kollegen aus Rosenheim, im Raum Tegernsee-Süd und Rottach-Egern durchgeführt wurden. 

Das Ergebnis: Bei den wechselnden stationären Kontrollen wurden insgesamt 142 Verkehrsteilnehmer kontrolliert. Dabei wurden 37 Autofahrer auf ihre Fahrtauglichkeit mit einem Atem-Alkoholtest geprüft. Lediglich ein Verkehrsteilnehmer wurde wegen zuviel Alkohol angezeigt, da die Messung einen Wert von 0,6 Promille ergab. Alle anderen, so der Polizeibericht, konnten ihre Fahrt fortsetzen. 

+++Aktualisierung Montag, 24. Februar, 16 Uhr+++

Gmund - Am Tag danach ist Seegeister-Präsident Bernd Ettenreich einfach nur „total happy“. „Es hat von A bis Z alles gepasst“, lautet sein Resümee als Chef-Organisator. Tatsächlich ist der Mega-Faschingszug am Sonntag in Gmund problemlos und unfallfrei über die Bühne gegangen. Tausende von Zuschauern säumten die Straßen, auf denen sich der Gaudiwurm entlang schlängelte und feierten ausgelassen aber friedlich mit. Wie viele es genau waren, vermag selbst Andreas Loeffler, Stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Bad Wiessee, nicht zu sagen. Aus seiner Sicht war der Gmunder Faschingszug, der in der nördlichsten Talgemeinde nur alle sechs Jahre stattfindet, „unproblematisch“. 

Faschingszug am Tegernsee: Kein Problem mit Sturm „Yulia“

Das gilt zum einen für den angesagten Sturm „Yulia“, der erst so richtig in Fahrt kam, als der Zug schon gelaufen war. Lediglich durch das Partyzelt der Seegeister am Volksfestplatz, wo nach dem Zug gefeiert wurde, pustete „Yulia“ ein wenig kräftiger und brachte die Konstruktion ins Wackeln. 

Auch mit den teilnehmenden Gefährten, die, wie die Nachbildung des schiefen Turms von St. Quirin, teilweise riesige Aufbauten hatten, lief alles reibungslos, so die Polizei. Die Wägen waren im Vorfeld behördlich begutachtet und genehmigt worden. Das alle Gefährte sicher zum eigentlichen Umzug und wieder nach Hause kamen, dafür sorgten nicht nur die Polizei, sondern auch etliche Feuerwehren mit ihrem Geleitschutz. „So ein Faschingszug ist schon personalintensiv“, weiß Andreas Loeffler, der mit neun weiteren Kollegen im Einsatz war.

Fasching in Gmund: Endspurt für Seegeister-Präsident

„Die Zuschauer waren begeistert und bester Stimmung. Alle waren zufrieden“, lautet die Bilanz von Bernd Ettenreich. „Dass wir die Prinzenpaare und Garden vorher immer in die Kirche schicken, hat sich offenbar gelohnt.“ Angespornt durch den Erfolg, darf sich der Präsident auf den Endspurt am Faschingsdienstag freuen, inklusive Kehraus um 19 Uhr beim Oberstöger, ehe er im 140. Seegeister-Jubiläumsjahr als „Ober-Gaudibursch“ abtritt.

gr


+++Ursprünglicher Artikel vom Sonntag, 23. Februar+++

Gmund

– Was für ein Glück! Rechtzeitig zum Start des Faschingszugs in Dürnbach hatte es aufgehört zu regnen. Und wenn es von oben auf die Tausenden von Zuschauern, die die Straßen säumten, hernieder regnete, dann waren es entweder Konfetti, Sägespäne oder künstliche Wasserfontänen. Die feuerte etwa die „Geistlichkeit“ aus dem schiefen Turm von St. Quirin: Die Kapelle mit ihrem Knick im Turm war gleich zweimal in voller Pracht unter den insgesamt 20 großen Wagen vertreten. Das Bergsteigerdorf Kreuth präsentierte sich mit dem ganzen Leonhardstoa, und ein Triebwagen der BOB („egal ob’s regnet oder schneit, die BOB fährt zu keiner Zeit“) fand sich urplötzlich auf der Straße wieder und funktionierte so bestens.

Hier gibt‘s noch einmal die Bilder vom Faschingszug in Tegernsee 2018

Freilich durfte das Thema Verkehr nicht fehlen. Ein Lkw war zu einer riesenhaften Tunnelbohrmaschine umgebaut worden – für ein 86,7 Kilometer langes Tunnelprojekt zwischen Gmund und dem Brenner. Auch die „Realschule Gmünd“ war auf einen Wagen verladen worden, den SUV-fahrende Eltern umkreisten, um den Nachwuchs zur Schule zu bringen. Sogar der gesamte „Reisberger Oedberg Freizeitpark ROSTIN“ inklusive Bobby-Car-Parcours und sich drehendem Riesenrad mit „Merkel-, Söder-, Radwan-, Aigner-Konterfei“ war mobil gemacht worden. Ebenso eine Waldfesthütte mit den „Woidfestpreissn vo Minga“, die bauchfrei und mit pinken Lederhosen tanzten und sangen: „Ich bin schön, ich bin heiß, ich bin ein Preiss.“ Eine direkte Stimmungskonkurrenz zur Partyzone vom Waakirchner Hoppebräu, einem riesigen, überdimensionalen Biertragl, auf dessen Plattform mindestens 30 menschliche Bierflaschen hüpften und tanzten.

Zwischen den 20 gigantischen Wagen, auf denen man die Seegeister ihr 140-jähriges Jubiläum feiern sehen konnte und die Tal-Bürgermeister Alfons Besel und Christian Köck sowie Gemeinderäte entdecken konnte, fuhren unzählige kleinere Gespanne mit. In zweifacher Ausführung war auch der Problemschwan aus der Schwaighofbucht mitsamt seiner Brut dabei, die einen regelrechten Schwanentanz vollführte.

Lesen Sie hier: Gmunder Seegeister läuten eindrucksvoll ihren Jubiläums-Fasching ein

Die Aufschriften auf den Gefährten in und ohne Versform sprachen Tacheles. Auf einem St.-Qu(er)inus-Exemplar stand: „Dea ganze Murx wead zoid mid dabettlten Gäid“ und „Die „Arbeiten beim Restaurieren san a Schand, weil nach kurzer Zeit foid da Putz wieda vo da Wand“. Eine Horde Wolpertinger umtanzte zum Schutz des Mythos-Wesens ihren „Woipatinger“-Wagen mit der Aufschrift: „Wenn der letzte Woipatinger das Tal verlassen hat, werdet ihr Erkennen, dass Betonklötze keine Idylle schaffen!“ Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat es in einer Quarantänezone, einem riesigen schwarzen Truck mit Giftspritze und der Aufschrift „Is da Landrat oamoi grea, treibts de Käfer her. Kemma is’a mit Paletten, jetzt mias ma schaung wia man dadreten“ nach Gmund geschafft.

Landrat Wolfgang Rzehak selbst stand als Dalton-Bruder im Sträflingsanzug unter den Zuschauern, die lauthals jubelten, als am Ende des kilometerlangen Zugs das „Monopoli Spui Däganseer Doi“ mit den Feldern „Bussi Baby 140 Mio“, „Jod- und Schwefelbad 100 Mio“ und „Bahnhof Tegernsee 200 Mio“ erschien. Beim Zug und Gegenzug in der Wiesseer Straße, zwischen Stachus und Bahnhofplatz, kumulierte die Stimmung, die trotz starker Windböen eine wilde Party mit Tausenden Narren am Volksfestplatz befeuerte.

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ak

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