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Bei Seefesten, wie hier in Tegernsee, geht das Feuerwerk für viele in Ordnung.

Gemeinderat appelliert an die Bürger 

Knallerei: Gmund bittet um zurückhaltenden Umgang

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Die Silvester-Knallerei steht auf dem Prüfstand. Jetzt richtet Gmund eine Bitte an die Bürger.

Gmund – Die Silvester-Knallerei steht im Tegernseer Tal auf dem Prüfstand. Erst recht, seitdem Tourismus-Chef Christian Kausch alle Gastgeber und Gastronomen per Mail zu einem Verzicht auf das Silvester-Feuerwerk aufgefordert und sich auch die Tal-Bürgermeister diesem Appell angeschlossen haben. Jetzt wurde die Knallerei im Gmunder Gemeinderat diskutiert, konkret ging es darum, ob der Gemeinderat Bürger, Einwohner und Gäste dazu auffordern solle, auf das Abfeuern von Silvesterraketen und Böllern zu verzichten.

Grundlage der Debatte war, dass Kreuth als Bergsteigerdorf und auch Rottach-Egern bereits zu einem freiwilligen Verzicht aufgerufen haben und auch andere Talgemeinden sich nun damit befassen. Feuerwerk und Böller würden die Umwelt und die Tiere belasten, mit einem Verzicht könnten unnötige Feinstaub- und erhebliche Lärmbelastung vermieden werden. „Feuer frei“ hieß es dann am Ratstisch nach dieser Einleitung, und viele gaben ihre Meinung kund.

Barbara von Miller (SPD) sprach von einer „guten Idee“ und verwies darauf, dass Gmund mit seinem Lichterfest Vorreiter für eine lautlose Lichtshow sei. Sie würde den Aufruf zum Verzicht bei privaten Festivitäten ausweiten. „Bei Seefesten sind die Feuerwerke aber in Ordnung“, fand von Miller.

Jeder solle sein Verhalten selbstkritisch reflektieren und sich überlegen, ob er sein Geld so verpulvern möchte, meinte Fraktionskollege Johann Schmid, dem auch die Überbleibsel nach den Feuerwerken ein Dorn im Auge sind.

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Böller-Verzicht: „Silvester ohne Feuerwerk ein lätscherter Tag“

Christine Zierer (FWG) hielt nichts von einem Verzicht. „Schon früher wurde zur Vermeidung von bösen Geistern geknallt“, führte sie als Begründung an. Johann Huber (CSU) konnte sich gar ein Silvester ohne Feuerwerk nicht vorstellen: „Das wäre ein total lätscherter Tag“, fand er. Dritter Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) hielt nichts davon, sich „wichtig zu machen“. Die Gemeinde solle sich raushalten, forderte er, „das ist die sauberste Lösung.“ Das Argument mit der Schonung der Wildtiere sei „fadenscheinig“, wusste der passionierte Jäger. Für ihn sei es sinnvoll, nicht schon Tage vorher und auch danach zu ballern, sondern sich auf ein oder zwei Stunden um Mitternacht zu beschränken. Nicht alles komplett verbieten wie in einer Art Reservat, war die Meinung von Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG). Er schlug vor, dass jeder die gleiche Summe, die er für Knallerei ausgebe, für soziale Zwecke spenden solle.

Silvester-Feuerwerke: Aus Aufforderung wird eine Bitte

Etliche Vorschläge fanden sich dann im bereits vorbereiteten Beschluss wieder, den Rathauschef Alfons Besel (FWG) am Ende umformulierte: Aus der „Aufforderung“ wurde die „Bitte“, mit dem Abfeuern von Silvesterraketen und Böllern zurückhaltend zu sein, sich auf Mitternacht zu beschränken, den Müll hinterher zu entfernen und die gleiche Summe zu spenden. Damit war die Mehrheit, bis auf Christine Zierer und Herbert Kozemko, einverstanden. 

gr

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