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Hier hat sich Gmund durchgesetzt: Am Osterberg wird bereits gebaut, auch gegen den Willen des Kreistags.

Regierung legt Veto ein

Flächennutzungsplan: Aus für Gewerbegebiet Kreuzstraße

Gmund – Nicht nur die Münchner Straße bleibt grün, auch die Kreuzstraße darf nicht zum Gewerbegebiet werden. Die Regierung hat etwas dagegen.

Der neue Flächennutzungsplan der Gemeinde Gmund mit integriertem Landschaftsplan ist ein Werk, dessen Genehmigung sich fast zwei Jahre hingezogen hat. Jetzt ist es geschafft. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat den Genehmigungsbescheid mehrheitlich akzeptiert. Drei Mitglieder waren dagegen, darunter Grünen-Rätin Helga Wagner.

Der Flächennutzungsplan ist ein Zukunftsplan, wie sich Gmund in den nächsten rund 20 Jahren entwickeln soll. Er ist eine Richtschnur, die freilich immer wieder Nachbesserungen zulässt. Einige Punkte im Flächennutzungsplan entsprechen allerdings nicht ganz dem Wunsch der Gemeinde. So kann eine 1,6 Hektar große Wiese an der Münchner Straße nicht zu Bauland werden – der Kreistag hatte mehrheitlich die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet abgelehnt.

Auch am Osterberg lief anfangs nicht alles nach den Wünschen des Bürgermeisters Georg von Preysing (CSU). 1,6 Hektar landwirtschaftlich genutzte Wiese hätten hier zu Bauland werden sollen – auch dabei spielte der Kreistag nicht mit. Allerdings hat die Gemeinde inzwischen eine andere Lösung gefunden: Für zwei Bauflächen zu beiden Seiten eines bestehenden Hauses wurde eine so genannte Einbeziehungssatzung erlassen. Die Gemeinde berief sich bei ihrem Vorgehen auf eine Zusage des Landratsamts Miesbach aus dem Jahr 1990. Damals hatte die Behörde die Befreiung von den Festsetzungen des Landschaftsschutzes in Aussicht gestellt. Diese Zusage hielt die Behörde letztlich ein. Mehr noch: Der Gemeinde wurde sogar eine weitere Fläche am Osterberg zugestanden. Inzwischen sind Fakten geschaffen: Zwei Häuser auf den Grundstücken sind schon am Entstehen.

Mit einer weiteren Fläche ist das Landratsamt nicht einverstanden: Die Gemeinde wollte das Gewerbegebiet an der Kreuzstraße ausweiten. Dort stehen bereits Betriebe: das Logistikzentrum der Brauerei Tegernsee und eine Bauschuttsortieranlage. Deren Areal ist bisher nur als Kiesgrube deklariert. Für die Gemeinde mache es also Sinn, wenn die Fläche zum Gewerbegebiet werde. Die Regierung von Oberbayern sieht das allerdings anders.

Eine Bebauung des rund 1,6 Hektar großen Dürnbacher Feldes, die bei Naturschützern und dem parteilosen Miesbacher Umweltaktivisten Karl Brutscher höchst umstritten ist, ist hingegen im Flächennutzungsplan enthalten. Diese Wiese soll in ferner Zukunft bebaut werden, konkrete Pläne gibt es noch nicht dafür. Brutscher hält die Umwandlung von Schutzland in Bauland nach wie vor für rechtswidrig. Auch Grünen-Gemeinderätin Helga Wagner hatte immer gegen diese Deklarierung des Gebiets gestimmt. „Und deshalb muss ich auch jetzt dagegen sein“, sagte sie im Gemeinderat.

Die Mehrheit des Gremiums war letztlich für die Genehmigung des Flächennutzungsplans. Das Werk liegt nun erneut öffentlich aus.

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