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Hat ein großes Faible für Dahlien: Franz Gerstenberger hat seinen Garten in Moosrain komplett mit den blühfreudigen Pflanzen eingesäumt. 

Franz Gerstenberger pflegt einen ganz besonderen Garten

Das Dahlien-Paradies von Moosrain

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Während sich viele Hausbesitzer hinter hohen Einheitshecken verschanzen, setzt Franz Gerstenberger (46) auf blühende Vielfalt: Sein Dahlien-Garten ist die Attraktion in der Bahnhofstraße in Moosrain.

Moosrain – Sie heißen Pauline, Lindsay Michelle, New Baby oder Prinzessin Irene von Preußen und sind die große Liebe von Franz Gerstenberger. Ob prall gefüllt und kugelrund oder zart geformt – der 46-Jährige kann sich kaum entscheiden, welche er am meisten ins Herz geschlossen hat. Ab Mitte Mai, wenn die Eisheiligen den Hobbygärtnern das Feld überlassen, bis zu den ersten Frösten im Herbst ziehen sie den Gmunder in jeder freien Minute in ihren Bann. Und die freie Zeit ist rar, denn Gerstenberger ist beruflich als Produktmanager bei einer französischen Bank in München engagiert. „Klar bin ich ständig im Garten, wenn ich frei hab’“, gesteht der 46-Jährige, um gleich hinzuzufügen, dass das mit den Dahlien gar nicht so schlimm sei. Wie bitte? Jeder, der ein noch so kleines Stück Garten pflegen darf und es jemals mit Dahlien versucht hat, der weiß, wie viel Arbeit so eine Dahlienknolle machen kann.

350 Pflanzen pflanzt er ein und wieder aus

„Mein Opa war Gärtner, irgendwie waren Pflanzen schon immer meine Passion“, gesteht der gebürtige Gmunder, der erst im vergangenen Jahr von München wieder in seine Heimat gezogen ist. Schon in München pflanzte er auf seiner Dachterrasse damals Dahlien in Töpfe, doch erst jetzt kann er sich so richtig austoben. Ringsum säumt die bunte Dahlienrabatte das Grundstück komplett ein, sogar auf dem Nachbargrundstück der Schwester hat er die Beete in Beschlag genommen. „Vorher waren hier hohe Bäume, ich habe sie entfernt“, sagt Gerstenberger. „Jetzt ist es sonnig und luftig hier, das mögen die Dahlien.“ Was ihn fasziniere, sei die Farben- und Formenvielfalt, auch die Kombinationen daraus. „Die Großblütigen bringen es bis auf einen Durchmesser von 25 Zentimetern. Alle Dahlien erfreuen einen von Juni bis zum ersten Frost“, weiß der Hobbygärtner, der in kürzester Zeit ein Paradies geschaffen hat, über das Passanten nur so staunen.

Zwischen 160 und 180 Sorten hat Gerstenberger inzwischen gepflanzt, „insgesamt sind es bestimmt an die 350 Pflanzen.“ Weltweit, so weiß er, gebe es zwischen 35 000 und 50 000 Sorten, verteilt auf 34 Arten der ursprünglich in Mittelamerika und in den Gebirgen Mexikos beheimateten Pflanze.

Kampf gegen die Schnecken

Auch wenn man es angesichts der der Menge an Blumen kaum glauben will: Richtig viel Arbeit habe er eigentlich nur im Frühjahr und im Herbst, „da brauch ich jeweils drei Tage, um die Knollen einzusetzen und auszugraben“, sagt Gerstenberger, der aus seinen Pflegetipps kein Geheimnis macht: „Nährstoffreicher Boden ist wichtig, man sollte einen Bodenaktivator zur Verbesserung der Erdqualität ausbringen.“ Wenn die Knollen dann verbuddelt sind, ist Dünger wichtig: Rindermist, Hornspäne oder Grasschnitt. Das Wichtigste aber ist die Bekämpfung der Schnecken: „Ich nehm’ Schneckenkorn, alles andere ist sinnlos“, meint er. Es sei nämlich wichtig, dass die jungen Triebe nicht den gefräsigen Gartenfeinden zum Opfer fallen. Um eine robuste Pflanze zu erhalten, sei es dann nötig, beim Heranwachsen zunächst nur zwischen drei und sieben Triebe stehen zu lassen, „den Rest sollte man ausbrechen, auch wenn’s schwer fällt.“ Um neue Blüten zu fördern, sollte man regelmäßig verblühte Blüten ausschneiden. Das war’s schon.

Ständig besorgt er sich neue Züchtungen

Nach den ersten Nachfrösten gräbt Gerstenberger die Knollen aus, packt sie zusammen mit der Erde, die sie noch umgibt, in Umzugskartons und bringt sie in den Keller, wo sie „dunkel, kühl und trocken“ ihren Winterschlaf antreten. „Natürlich mit einem Etikett versehen, damit ich sie im nächsten Jahr wieder kenn’“. Zehn Prozent Verlust müsse er dennoch hinnehmen. Auch kein Problem: Schon den ganzen Sommer über, wenn nach Feierabend auch das Zupfen und Gießen erledigt ist und Gerstenberger auf dem Sofa sitzt, informiert er sich auf den Internetseiten renommierter Händler über Neuzüchtungen. „Da muss man schnell sein, denn oft ist im November schon alles weg.“ Rund 100 neue Sorten kommen jährlich dazu, schätzt Gerstenberger, viele davon würden auch wieder verschwinden. Um mit anderen Dahlienfans fachsimpeln zu können und auf dem Laufenden zu sein, hat er sich der Deutschen Dahlien-, Fuchsien-Gladiolen-Gesellschaft (DDFGG) angeschlossen.

Nicht selten bleiben Passanten staunend stehen. Sollten sie den Dahlienmann von Moosrain antreffen, gibt er gerne Tipps. „Ich würde mich nämlich freuen, wenn ich andere Hobbygärtner für Dahlien begeistern könnte.“

gr

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