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Wedeln im Winter, rodeln im Sommer: Der Oedberg hätte noch mehr Potenzial. Das will der Betreiber künftig auch nutzen, etwa mit Übernachtungsmöglichkeiten für Familien und weiteren Freizeitangeboten.

Erweiterungspläne in Ostin

Freizeitpark am Oedberg: Mehr Platz für mehr Vergnügen

Ein wetterunabhängiger Freizeitpark, aber kein Disneyland: Für den Oedberg bei Ostin gibt es große Visionen. Nun lag dem Ortsplanungsausschuss der Antrag auf Baurecht vor.

Gmund– Seit zwei Jahren arbeitet die Oedberg GmbH mit einem Team von Fachleuten an einem Konzept für eine Weiterentwicklung des „Sondergebiets Oedberg“. „Uns ist daran gelegen, dass der Freizeitpark dort auf Dauer eine Chance hat. Wir haben eine Verantwortung und müssen dafür sorgen, dass sich das Rad weiter dreht“, sagt Georg Reisberger, Geschäftsführer Oedberg GmbH), auf Anfrage unserer Zeitung. Gedanken, welches Potenzial in Gebiet steckt, hat man sich schon gemacht, als Kletterwald, Sommerrodelbahn und mittlerweile auch einen Streichelzoo eingerichtet wurden. 30 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Vor zwei Jahren holte sich Reisberger mit einem österreichischen Unternehmen Experten für Freitzeit-Berg-Projekte an Bord. Das Ergebnis: eine knapp 100-seitige Projektanalyse, die dem Gmunder Gemeinderat im Sommer nicht-öffentlich vorgestellt wurde und sehr gut gefallen habe. „Wir wollen ein solides Angebot schaffen, das zu uns passt und nicht in die Richtung Disney geht“, betont Reisberger. Die Zielsetzung: Das zehn Hektar große Freizeitsondergebiet Oedberg soll künftig unabhängiger vom Wetter oder der Schneelage genutzt werden können.

Östlich am Fuße des Hangs sind Übernachtungsmöglichkeiten vorgesehen. Angedacht sind Stellplätze für Wohnmobile und Caravans, aber auch Campinghäuser zum Mieten und Platz für ein Ferienzeltlager, Baumhäuser und Almhütten – „Wohnhöhlen“, wie es Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) subsumierte. Außerdem wolle man Radtouristen auf der überregionalen Königsee-Bodensee-Route, die am Oedberg vorbeiführt, solide Unterkünfte, eine Radlstation mit Service und Leihstation bieten. Reisberger könnte sich rund 20 Einheiten in einem Bauernhof vorstellen, die im Winter als Schullandheim genutzt werden könnten. „Wir wollen jedenfalls keinen Hotelklotz, sondern Familienunterkünfte zu einem vernünftigen Preis“, sagt Reisberger. Er betont aber auch, dass die Infrastruktur stimmen müsse. Es wäre genügend Platz da, für einen Fußballplatz und einen Beachvolleyballplatz und im Winter einen Eisplatz zum Eisstockschießen. Auch ein Indoor-Angebot sei wichtig.

Was davon machbar ist und in welcher Reihenfolge die Pläne umgesetzt werden, wird sich erst zeigen, wenn die Regierung von Oberbayern festgehalten hat, was man grundsätzlich darf. Preysing jedenfalls wies im Ortsplanungsausschuss darauf hin, dass die Chancen für einen Freizeitpark gut stünden, nachdem der künftige Ministerpräsident Markus Söder den Bereich „Freizeitnutzen“ im Landesentwicklungsplan stärken wolle.

Der zweite Bereich, den es abzuklären gilt, ist der am Hang in Richtung Süd-Osten. „Hier würden wir gerne den Lift 80 Meter nach links versetzen, damit wir die Rodelbahn nicht dauernd umbauen müssen“, erklärt Reisberger. Dort wäre kein Baum im Weg. Nur die Abfahrtspiste verliefe dann dort, wo jetzt der Lift steht. Eine Querung der Forststraße, wie sie dem Ortsplanungsausschuss missfiel, sei gar nicht vorgesehen. Der Plan mit den großen, für den Freizeitpark gekennzeichneten Flächen, der dem Ausschuss zur Abstimmung vorlag, umfasst zudem Waldfläche, weil auch die Waldnutzung – etwa für eine Echolichtung – genehmigt werden muss.

SPD-Gemeinderätin Barbara von Miller war einigermaßen erschrocken ob der Dimensionen und wollte die Notbremse ziehen. Peter Heerklotz (CSU) stellte sich jedoch hinter die Pläne: „Wir wollen was für unseren Tourismus tun. Und da hinten ist das ideal. Wenn nicht dort, wo sonst?“ Auch der Bürgermeister will das Projekt, von dem sich im Sommer alle Gemeinderäte begeistert gezeigt hätten, „auf den Weg bringen“. Preysing schlug vor, die Entscheidung der Regierung von Oberbayern abzuwarten und die Abstimmung über die Änderung des Flächennutzungsplans zu vertagen. Mit einer Gegenstimme von Millers schlossen sich die Gemeinderäte dem an.

Alexandra Korimorth

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