Am Lehrbienenstand überreichte Vorsitzender Hannes Gräbner (2.v.r.) an (v.l.) Henning Fromm, Georg Biechl und Max Stoib stellvertretend für die Imker im Landkreis mit Ruth Müller von der Landtagsfraktion den Anton-Bauer-Umweltpreis des SPD-Unterbezirks Miesbach.
+
Am Lehrbienenstand überreichte Vorsitzender Hannes Gräbner (2.v.r.) an (v.l.) Henning Fromm, Georg Biechl und Max Stoib stellvertretend für die Imker im Landkreis mit Ruth Müller von der Landtagsfraktion den Anton-Bauer-Umweltpreis des SPD-Unterbezirks Miesbach.

Bienen von fundamentaler ökologischer Bedeutung

SPD zeichnet Imker im Kreis Miesbach mit Anton-Bauer-Umweltpreis aus

  • Alexandra Korimorth
    VonAlexandra Korimorth
    schließen

Bienen sind von fundamentaler ökologischer Bedeutung - und damit auch der Beitrag der Bienenzüchter. Der Anton-Bauer-Umweltpreis der SPD im Kreis Miesbach geht deshalb heuer an die Imker.

Moosrain – Der Welttag der Bienen am vergangenen Donnerstag war der perfekte Anlass für die SPD im Landkreis Miesbach, den Anton-Bauer-Umweltpreis zu vergeben. Er ging an die Imker im Kreis Miesbach, weil sie sich in besonderer Weise für den Natur- und Landschaftsschutz einsetzen.

Eigentlich sollten die Imker im Landkreis, vertreten durch Vorsitzenden Georg Biechl und seinen Stellvertreter, den Haushamer Max Stoib, vom Bezirksimkerverein Gmund-Tegernseer Tal und Umgebung sowie Henning Fromm, Vorsitzenden des Imkervereins Warngau, den Preis schon voriges Jahr erhalten. Doch pandemiebedingt wurde die Verleihung verschoben und fand nun im kleinen Rahmen mit Distanz und im Freien am Lehrbienenstand in Moosrain statt. SPD-Vorsitzender im Landkreis und Bundestags-Direktkandidat Hannes Gräbner würdigte die „aufwendige und anspruchsvolle Arbeit der Imker, welche ohne professionellen Sachverstand und Hochachtung für die Tiere nicht möglich wäre“.

Die imkereipolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im bayerischen Landtag und neugewählte stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ruth Müller hielt die Laudatio. Dabei lobte die Landshuterin den unentgeltlichen und zugleich unbezahlbaren Beitrag der Imkerei zu Biodiversität, Umweltschutz und Artenerhalt. Den fundamentalen wirtschaftlichen Nutzen von Bienen durch die Bestäubung bezifferte sie auf vier Milliarden Euro: „Zu 80 Prozent werden alle Pflanzen in Bayern durch Wild- oder Honigbienen beziehungsweise Hummeln bestäubt, was wiederum für die 90 000 landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat eine unschätzbare Hilfe ist“, machte Müller deutlich. Dank des Volksbegehrens Rettet die Bienen“ 2019 habe die Imkerei wieder stark an Bedeutung gewonnen. Es gebe einen regelrechten Boom und damit auch jede Menge Jungimker.

Hannes Gräbner, selbst bekennender Hobbyimker, betonte hier die Bedeutung erfahrener Imker, die ihr Wissen weitergeben. „Sie setzten sich darüber hinaus in besonderem Maß für den Umweltschutz und die Landschaftspflege ein, wie einst der Miesbacher SPD-Politiker und Landrat Anton Bauer“, sagte Gräbner und erinnerte daran, dass Bauer als Landrat seinerzeit das Tegernseer Tal und die Gebiete um den Schliersee, den Spitzingsee und Bayrischzell, die Egartenlandschaft um Miesbach und Hausham sowie das Weißachtal zum Landschaftsschutzgebiet erklärte.

„Diese Ehrung macht uns stolz“, erklärte Biechl stellvertretend für alle Imker bei der Überreichung der Urkunde. Der Imker habe Verantwortung gegenüber den Bienen und der Natur. „Imkern ist in, wird aber hin und wieder zu leicht genommen“, stellte er klar und verwies auf die Arbeit des Bezirksimkervereins mit Imkerkursen (derzeit online), Führungen und (außerhalb der Pandemie) jährlichen Schleudertagen. „Wir setzen uns für die Natur und gegen den Einsatz von Pestiziden ein und haben immer mehr Landwirte auf unserer Seite.“

Biechl kritisierte die intensive Nutzung des Bodens, das Bauernsterben und mit ihr die „falsche Ausrichtung“ des Bauernverbands, von dem er sich wünschte, eine kompromisslosere Richtung vorzugeben. Henning Fromm, in Warngau Vorsitzender der Imker sowie des CSU-Ortsverbands, unterstrich die gesellschaftspolitischen Aufgaben der Imkerei und ihre Rolle in der Ökomodellregion, bei der Nutzung von Ausgleichsflächen als Streuwiesen und Blühstreifen in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare