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Soll bald größer werden: Der Gasthof Weidenau.

Landratsamt hatte Pläne schon mal abgelehnt

Gasthaus Weidenau will sich fit für die Zukunft machen

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Finsterwald – „Das Haus hat eine Tradition, die bis ins Jahr 1632 zurückreicht. Jetzt rüsten die Besitzer, Josef und Annemarie Filser, ihren Gasthof Weidenau für die Zukunft.

Vor zehn Jahren hatte Josef Filser schon einmal einen Anlauf genommen, um seinen Gasthof in Finsterwald zu vergrößern. Geplant war die Aufstockung eines Anbaus in nordöstlicher Richtung, also abgewandt von der Ortsstraße. Die Gemeinde Gmund befürwortete damals die Planung, das Landratsamt Miesbach allerdings untersagte die Genehmigung. Die Behörde sprach damals von unvollständigen Unterlagen, auch von Problemen mit den Grenzabständen war die Rede. Der 61-jährige Wirt ist aber auch heute noch davon überzeugt, dass „persönliche Gründe“ dafür verantwortlich waren, dass Kreisbaumeister Werner Pawlovsky seine Genehmigung verweigerte. 

Jetzt nimmt Filser einen zweiten Anlauf. Dem Gmunder Ortsplanungsausschuss hat er einen neuen Bauantrag vorgelegt. „Und dieser unterscheidet sich nicht wesentlich vom damaligen Antrag“, betont Filser. Geplant ist, den rückwärtigen Anbau zu erweitern und aufzustocken. Fünf neue Doppelzimmer sollen dort entstehen. Über acht Gästezimmer verfügt das Gasthaus bereits. „Die Gästezimmer sind wichtig, sie sichern unsere Existenz“, begründet der Wirt seinen Antrag. Auch ein bestehender Vorbau, in dem sich bereits der Frühstücksraum befindet, soll erweitert werden. 

Wirt Filser: "Ich hoffe, dass das Landratsamt diesmal die Pläne genehmigt"

Bauamtsleiterin Christine Lang schlug vor, dem Antrag zuzustimmen, zumal der Gasthof auch die nötigen Stellplätze nachweisen könne. Wegen dem geplanten Quergiebel sei jedoch eine Befreiung von der örtlichen Gestaltungssatzung nötig. Stellvertretender Bürgermeister Georg Rabl (FWG) bewertete den Antrag durchweg positiv. Zum einen komme damit Ordnung in das „relativ verbaute Gebäude“, zum anderen habe er Verständnis, dass sich der Betrieb verstärkt in Richtung Hotellerie-Nutzung ausrichte. „Wir müssen in Gmund froh sein, wenn Gästebetten entstehen“, sagte Rabl. Dieser Meinung war auch Christine Zierer (FWG). „Super, wenn ein Wirt was unternimmt“, fand Zierer. Einstimmig wurde der Antrag schließlich befürwortet. 

„Ich hoffe, dass das Landratsamt diesmal meine Pläne genehmigt“, reagiert Josef Filser auf das positive Signal des Ortsplanungsausschusses. Allein mit dem Wirtshaus könne er nicht überleben, meint Filser, der die Geschichte seines Hauses erforschen ließ und auf der Speisekarte im Wirtshaus darüber informiert. Bis ins Jahr 1632 reichen die Wurzeln zurück. So war die Weidenau einst ein Lehenshof des Klosters Tegernsee, seit 1852 ist das Haus in Familienbesitz. Immer wieder wurde der Betrieb in der Vergangenheit den aktuellen Bedürfnissen angepasst. Josef und Annemarie Filser betreiben das Gasthaus in dritter Generation – auch sie haben immer wieder renoviert und umgebaut. Mit dem 28-jährigen Sohn, der bereits seit 2011 voll in den Betrieb integriert ist, steht die nächste Generation des Familienbetriebs in den Startlöchern.

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