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Der Biergarten soll einen neuen Ausschank bekommen.

Antrag für Biergarten-Ausschank abgelehnt

„Geht gar nicht“: Gmund schmettert Käfers Kaltenbrunn-Pläne ab

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Ständig neue Anträge, kein erkennbares Konzept und wechselnde Geschäftsführer: Dem Ortsplanungsausschuss reicht’s: Er schmetterte den Antrag für einen neuen Bierausschank einstimmig ab.

Gmund – Ungewohnt klare Worte fanden die Mitglieder des Gmunder Ortsplanungsausschusses bei ihrer Sitzung am Dienstagabend, als es erneut um einen Bauantrag der Gut Kaltenbrunn GmbH ging. Diesmal soll ein Gebäude für einen Biergarten-Ausschank errichtet werden – und zwar ein stattliches: 20 Meter lang, 3,50 Meter breit und 3,15 Meter hoch, mit Flachdach, zwei Vordächern und einer zusätzlichen Sichtschutzwand. Eine Getränkeausgabe, eine Küche und Abstellräume sollen darin unterkommen. 

Neubau würde Seeblick einschränken 

Baustil: wie das neu errichtete Salettl. Dass das Vorhaben mit Kreisbaumeister Werner Pawlovsky so abgestimmt ist, machte es auch nicht besser, denn der Standort für den „Riegel“ ist für den Ortsplanungsausschuss absolut inakzeptabel. Der Ausschank, so war geplant, solle parallel zur Zufahrt errichtet werden und damit die Sicht auf den See einschränken. 

Familien-Biergarten wird aufgelöst

Ehe eine heftige Diskussion entbrannte, hatte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) weitere Neuigkeiten auf Lager: Der untere Biergarten, anfangs als „Familien-Biergarten“ errichtet und als „Biergarten zweiter Klasse“ gescholten, soll komplett aufgelöst und nach oben verlegt werden. Anstelle dessen soll eine Bar dort unten errichtet werden. Maximilian Hartberger, der vierte Geschäftsführer seit Eröffnung von Gut Kaltenbrunn im Juni 2015, habe zwar schon einen Antrag dafür vorbereitet, der sei allerdings nicht fristgerecht zur Sitzung eingereicht worden, so Preysing. 

Das komplette Biergarten-Geschäft soll sich künftig also oben abspielen. Im vergangenen Jahr hatte Pächter Michael Käfer bereits einen Anlauf dafür genommen, allerdings waren in aller Eile zum Saisonstart Biergarten-Möbel zusammengezimmert und ein provisorischer Hendl- und Bierstand aufgebaut worden. Zur Gestaltung des beantragten Ausschank-Gebäudes erklärte Preysing: Es sei der Wunsch des Kreisbaumeisters, dass sich alle neuen Bauteile in Kaltenbrunn deutlich vom Altbau abheben sollen. Daher habe man eine Anlehnung an das Salettl gewählt.

„Undurchsichtige Planung“

Dritter Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) wurde deutlich: „Die Planung ist undurchsichtig, die bringen nicht ehrlich aufs Papier, was sie eigentlich wollen.“ Dieses Gebäude könne er so nicht genehmigen. „Da müssen die sich was besseres einfallen lassen, was aber nicht unsere Arbeit ist“, sagt Kozemko. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) erinnerte daran, dass die freie Sicht auf den See immer absoluten Vorrang haben müsse. „Und jetzt will man da einen 20-Meter-Riegel hinpflanzen?“ Sein Vorschlag lautete: Das Gebäude drehen und parallel zum Salettl platzieren. „Dann würde es das Ensemble am wenigsten verschandeln.“ 

„Ich glaub‘, ich krieg‘ einen Vogel“

Ein solcher Bau an dieser Stelle, „das geht gar nicht“, wetterte Barbara von Miller (SPD). Sie sei völlig überrascht von den Plänen für den unteren Bereich und frage sich, was noch alles komme. „Wie oft machen wir das Spielchen noch?“, fragte sie. „Wenn die Geschäftsführung kein Konzept hat, dann können wir doch nicht ständig nachbessern.“ Für sie sei die Grenze des Möglichen erreicht. Helga Wagner (Grüne) war ebenso entsetzt: „Ich glaub’ ich krieg einen Vogel, das ist doch unmöglich“, schimpfte Wagner. Die Sicht zum See müsse frei bleiben, forderte sie. Ihre Kritik am ständigen Geschäftsführerwechsel griff auch Preysing auf. „Das ärgert mich auch“, sagte er. Franz von Preysing (CSU) zeigte sich enttäuscht von der „Salamitaktik“ der Betreiber. Dieses Verhalten sei nicht fair der Gemeinde gegenüber.

Käfer soll Gesamtkonzept vorlegen

Alle waren sich einig: Der Ausschank-Bau muss eine andere Stelle bekommen. Er könne eigentlich nur parallel zum Salettl errichtet werden, man müsse eben eine Lösung finden, um den bestehenden Baum zu schonen. Auf Vorschlag von Barbara von Miller will der Ortsplanungsausschuss jetzt eine Ortsbegehung machen, um sich vor Ort ein Bild über die Ausmaße und auch die künftige Lage der Motorradstellplätze machen zu können. Der Bauantrag wurde am Ende einstimmig abgelehnt. Der Bauherr, so eine weitere Forderung, solle ein Gesamtkonzept für Kaltenbrunn vorlegen.

Keine Probleme machte hingegen der Bau eines Müllraums mit einer Fläche von zehn Quadratmetern. Er soll am Eck des Pferdestalls, unter einer Rampe entstehen. Einstimmig wurde er abgesegnet.

gr

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