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Seit 20 Jahren liegt die Genehmigung für einen Anbau vor. Doch bis jetzt ist das Gelände vor der Schreinerei Raßhofer lediglich abgegraben.

Erweiterungspläne der Schreinerei Raßhofer

„Stückelei“ nervt die Gemeinde

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Seit sich die Schreinerei Raßhofer in Festenbach niedergelassen hat, hält sie die Gemeinde mit Erweiterungsanträgen auf Trab. Jetzt fand der Ortsplanungsausschuss deutliche Worte.

Gmund – Schon im Juli 2017 hatte sich der Ortsplanungsausschuss mit dem jüngsten Erweiterungswunsch von Firmeninhaber Johann Raßhofer befasst: Ein Quergiebel zur Vergrößerung der Betreiberwohnung im Obergeschoß soll gebaut werden. Dafür müsste eine Wandhöhe von acht Metern ausnahmsweise genehmigt und der Bebauungsplan geändert werden.

Wie der Ortsplanungsausschuss bei seiner jüngsten Sitzung von Bauamtsleiterin Christine Wild erfuhr, will das Landratsamt aber keinen Quergiebel, sondern regt den Bau eines siloartigen Turms mit Zeltdach an. Für die Bauamtsleiterin war die Zeit gekommen, grundsätzliche Worte über die Firma loszuwerden. Die Gemeinde müsse sich überlegen, so Wild, ob sie nicht das Zuschütten einer Abgrabung am Firmengebäude verlangen sollte. Seit 20 Jahren gebe es nämlich eine Baugenehmigung für einen großen Anbau. Statt ihn zu verwirklichen, wurde lediglich eine Grube ausgehoben, um Räume im Keller zu belichten. Ein eigentlich ungenehmigter Zustand, der nun schon fast 20 Jahre andauert. 

Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) legte nach: „Nur, weil es sich um einen florierenden Betrieb handelt, können wir nicht die Augen zu machen.“ Es sei ihm lieber, wenn der von Anfang an genehmigte Bau und nicht ein weiterer Quergiebel verwirklicht würde. Man könne den Bauherren zwar nicht dazu zwingen, „aber, wenn er jetzt an anderer Stelle baut, fehlt ihm das Geld für das ursprünglich geplante Gebäude.“ 

Barbara von Miller (SPD) sprach gar von „Herumwurschteln“ und „Stückelei“ und sah das neue Vorhaben kritisch. Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) erkundigte sich nach einer Handhabe, um das Auffüllen der Baugrube verlangen zu können. Seine Fraktionskollegin Christine Zierer war dafür, dass Johann Raßhofer den von Anfang an geplanten Bau zuerst in Angriff nehmen sollte. Ihre Frage, ob eine Wandhöhe von acht Metern überhaupt möglich sei, beantwortete die Bauamtsleiterin: Da es sich um ein Gewerbegebiet handle, sei dies durchaus machbar. Franz von Preysing (CSU) vertrat die Ansicht, dass man beide Punkte, den Quergiebel und die Abgrabung, getrennt voneinander betrachten sollte. Für ihn käme allerdings nur ein Satteldach in Frage und kein Zeltdach.

Letztlich einigte sich der Ortsplanungsausschuss auf folgenden Weg: Er bleibt bei seinem Beschluss, den Giebel mit einem Satteldach auszustatten. Notfalls wird dafür der Bebauungsplan geändert. Dann will die Gemeinde mit dem Landratsamt klären, wie lange die Baugenehmigung von 1998 Gültigkeit hat und das Gespräch mit Raßhofer wegen der Dauer-Baugrube suchen.

gr

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