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Jetzt im Besitz der Gemeinde: Das denkmalgeschützte Kern-Haus am Gmunder Berg

Überraschung für Gmund

Gemeinde Gmund bekommt Haus geschenkt

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Gmund - Das kommt nicht alle Tage vor: Die Gemeinde Gmund hat das denkmalgeschützte Kern-Haus am Fuße des Gmunder Bergs geschenkt bekommen. Zur Überraschung aller.  

Auch für Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) kam das Geschenk überraschend: „Geldsummen kriegen wir hin und wieder vermacht, aber ein ganzes Haus haben wir noch nie bekommen.“ Ganz einfach war die Übereignung des Anwesens an der Münchner Straße offenbar aber nicht: „Der Gemeinderat musste erst zustimmen, ob wir die Schenkung überhaupt annehmen“, berichtet Preysing. 

Vor über einem halben Jahrhundert befand sich ein Kramerladen in dem Gebäude

Alteingesessene Gmunder sind mit der Geschichte des ortsbildprägenden, ehemaligen Bauernhauses, das wohl um 1800 gebaut wurde, sicherlich vertraut: Vor über einem halben Jahrhundert befand sich ein Kramerladen der Familie Zimmermann in dem Gebäude. Die Bevölkerung versorgte sich hier mit dem Nötigsten für den täglichen Bedarf. Jugendliche investierten hier ihre mühsam ersparten Pfennige in Süßigkeiten, die in großen Gläsern angeboten wurden. Der ehemalige Gemeinderat Manfred Erdmann hatte hier 40 Jahre lang seine Massagepraxis eingerichtet. In den anderen Stockwerken waren Wohnungen untergebracht. 

„Seit einem Wasserschaden im Winter 2014/2015 ist es sanierungsbedürftig“

Seit etwa zwei Jahren steht das Kern-Haus, das laut Heimatpfleger Beni Eisenburg seinen Namen von der früheren Besitzer-Familie Kern bekam, inzwischen leer. „Seit einem Wasserschaden im Winter 2014/2015 ist es sanierungsbedürftig“, weiß Preysing. Lange stand es zum Verkauf, bis sich die Besitzerin nun dazu entschloss, das Haus der Gemeinde zu vermachen. 

Was daraus wird, ist noch völlig offen. Das Haus an der Münchner Straße 9 wird in der Liste der Denkmäler geführt. Das Landesamt für Denkmalpflege beschreibt es in seinem offiziellen Verzeichnis als „zweigeschossigen Flachsatteldachbau mit umlaufender Balusterlaube und teilverschalter Giebellaube“. 

„Der Gemeinderat wird sich in aller Ruhe überlegen, was wir damit machen“

„Der Gemeinderat wird sich in aller Ruhe überlegen, was wir damit machen“, erklärt der Bürgermeister. Die Lage unterhalb des Neureuthersaals, der ebenfalls der Gemeinde gehört, sei nicht schlecht, auch wenn das Haus an der vielbefahrenen Bundesstraße und kurz vor der Ampel liegt. Er wolle dem Gemeinderat nicht vorgreifen, sagt Preysing, aber eine Wohnnutzung würde sich wieder anbieten, zumal sich in dem Haus bereits drei bis vier Wohnungen befinden. Eine Sanierung sei in jedem Fall nötig. Und dafür müsse die Gemeinde natürlich Geld in die Hand nehmen. Sie will sich aber um einen Zuschuss aus dem staatlichen Topf der Städtebauförderung bemühen. 

Auch das Bleicher-Haus hat einen neuen Besitzer

Neues gibt es auch vom ehemaligen Bleicher-Haus in unmittelbarer Nachbarschaft, direkt am Stachus. Es stand lange zum Verkauf, ein Münchner Pfandleihhaus warb mit großen Plakaten im Schaufenster um Käufer. Nun hat es offenbar einen neuen Besitzer gefunden. Und damit ist auch das ausrangierte Feuerwehrauto verschwunden, das über viele Wochen vor dem Eingang geparkt war, die Übersicht in der Kreuzung erschwerte und damit ein Ärgernis für Autofahrer darstellte. Was aus diesem Gebäude wird, ist ebenfalls noch ungewiss.

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