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Auf diesem Grundstück hinter dem Bauhof baut die Gemeinde Gmund die zwei Mehrfamilienhäuser. 

Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge und Sozialschwache

Hausbau: Preysing bittet Nachbarn um Verständnis

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Gmund - Nach dem Protest einiger Nachbarn gegen die geplanten Mehrfamilienhäuser am Bauhof, hat die Gemeinde jetzt die Betroffenen in einem Brief informiert. Der Bürgermeister bittet um Verständnis.

Die Gemeinde treibt ihr Vorhaben, auf eigenem Grundstück hinter dem Bauhof zwei Mehrfamilienhäuser zu bauen, mit Hochdruck voran. Ein Bauantrag für die beiden zweistöckigen Häuser und eine Tiefgarage ist schon in Arbeit. Ein Antrag zur Förderung des 3,4 Millionen Euro teuren Projekts liegt bei der Regierung von Oberbayern schon auf dem Tisch. Auch ein Bebauungsplan wird gerade aufgestellt. 

Nachdem einige Bewohner, allen voran der 79-jährige Konrad Wandinger, Ängste und Kritik geäußert hatten, hat Bürgermeister Georg von Preysing die Anwohner der Hirschbergstraße jetzt in einem Brief über das Projekt informiert. Darin betont er, dass die insgesamt 14 Wohnungen bis zu einem Drittel mit anerkannten Flüchtlingen belegt werden sollen. „Das gibt eine gute Mischung zwischen Einheimischen und ausländischen Neubürgern, so dass das Erlernen der deutschen Sprache und die Integration am schnellsten umgesetzt werden kann." In dem Schreiben heißt es weiter: „Denn wir wollen keine Wohnhäuser, in denen nur anerkannte Flüchtlinge leben.“ 

Preysing betont zudem, dass die Gemeinde das Grundstück bereits vorn 15 Jahren gekauft habe und bereits 2003 ein Bebauungsplanverfahren für zwei Mehrfamilienhäuser eingeleitet, das Vorhaben aber aus verschiedenen Gründen nie umgesetzt wurde. Es müsse allen Nachbarn also bekannt sein, dass hier weitere Gebäude entstehen. Weil drei marode Gemeindehäuser abgerissen und neu gebaut werden müssen und auch Gemeindebedienstete, Bauhofmitarbeiter und aktive Feuerwehrler Wohnraum bräuchten, sei der Standort neben Bauhof und Feuerwehrhaus ideal.

Preysing wirbt um Verständnis für die Baumaßnahme. Schließlich ist Gmund dazu verpflichtet, anerkannte Flüchtlinge unterzubringen. „Wird ein Flüchtling obdachlos, dann müssen wir dafür aufkommen. Wie müssen sogar die Kosten tragen, wenn einer ins Hotel zieht." Daher sei es wichtig, so der Rathauschef, "dass das Wohnhaus schnell gebaut wird."

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