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Bürgermeister Alfons Besel hier die Plakate, die nun in Gmund verteilt werden. 

100 Plakate werden in Gmund verteilt

Gemeinde startet Kampagne gegen Hundekot

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Der Gemeinde Gmund und den Landwirten stinkt das Thema Hundekot ganz gewaltig. So sehr, dass jetzt eine Plakat-Aktion gestartet wird.

Gmund – Ein Bub, der auf einer Wiese am Tegernsee barfuß in einen Hundehaufen tritt. „Pfuideifi“ würde man wohl beim Anblick dieses Bildes denken. Florian Hornsteiner von der Agentur flomotion, hat sich noch mehr provokante Motive einfallen lassen: ein Hundehaufen auf einem Brotzeitbrettl, auf einem Waffeleis oder auf einem Milchshake – verbunden jeweils mit der Frage: „schmeckt’s?“. „Uns a ned!“ steht dann auf dem Bauch einer Kuh geschrieben, quasi als Antwort. Denn: Hundekot kann Kühe und Menschen krank machen. Daher startet die Gemeinde nun eine Plakataktion, die in Zusammenarbeit mit Florian Hornsteiner erarbeitet wurde.

Gmund startet Kampagne gegen Hundekot: Verständnis für Ärger der Landwirte

„Schade, dass wir die Kampagne starten müssen“, fand Bürgermeister Alfons Besel (FWG), als Hornsteiner die Plakate jetzt im Gemeinderat präsentierte. Landwirte würden große Anstrengungen unternehmen, um dem Verbraucher hochwertige Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen. Doch Hundekot könne Parasiten enthalten, von denen Gefahren für Nutztiere wie Rinder, für andere Hunde und nicht zuletzt für den Menschen ausgehen können. „Landwirte leiden unter der Problematik von Hundekot auf den Wiesen“, so Besel. Daher habe man in Absprache mit Landwirten die Aktion ins Rollen gebracht. „Die Schilder sollen Betroffenheit erzeugen“, hofft Besel. Betroffenheit bei uneinsichtigen Hundehaltern, denen die im Gemeindegebiet verteilten Hundestationen egal sind. „Jeder, der guten Willens ist, kann eine finden“, glaubt Besel.

Rottach-Egern droht Hundehaltern mit Bußgeld

Für Florian Hornsteiner ist diese Betroffenheit am besten durch Bilder mit einem einem direkten Zusammenhang zwischen Hundekot und Essen zu schaffen. „Deshalb haben wir Motive ausgewählt, die Aufmerksamkeit erzeugen und auch zum Schmunzeln anregen sollen.“ Zudem ist eine Internetseite freigeschaltet, die auf die Problematik aufmerksam machen soll und Infos bietet. Etwa, warum Hunde während der Vegetations- und Nutzzeit von Ende März bis Ende Oktober nicht auf Wiesen gelassen werden sollen. Oder: Warum der Parasit namens „neospora caninum“ Totgeburten bei Milchkühen auslösen und sich auch Hunde selbst infizieren können. Dazu gibt’s Ratschläge, wie sich Hundebesitzer korrekt verhalten. Auch eine interaktive Karte, wo die 42 Hundestationen in Gmund installiert sind, findet sich auf der Seite.

Plakat-Aktion gegen Hundekot - obwohl Gemeinde viel Geld für Hundestationen investiert

Johann Huber (CSU) fand es „ziemlich traurig“, dass die Gemeinde die Aktion in Auftrag geben musste. Noch dazu, wo Gmund doch viel Geld für sein dichtes Netz an Hundestationen mit Hundekotbeuteln und Müllbehältern ausgebe. Mit der Aktion will die Gemeinde einerseits die Hundebesitzer ansprechen. Andererseits will sie den Landwirten zeigen, dass ihr die Hundekotproblematik der Landwirtschaft nicht egal ist. 100 Tafeln sollen daher nun in der ganzen Gemeinde aufgehängt werden. Der Bauhof startet dieser Tage damit.

Sollte sich jemand beim Betrachten der Plakate fragen, wie die Fotos zustande kamen, für den hat Hornsteiner eine Erklärung: „Für das Fotoshooting haben wir selbst gefertigten Hundekot aus Kakao, Butter, Keksen und Sahne angefertigt. Das benötigte Eis, die Käseplatte und den Milchshake haben wir restlos im Büro aufgegessen, es wurden also keine Lebensmittel verschwendet.“ Und zu guter Letzt habe Fotomodell Quirin großen Spaß gehabt, in einen Schokoladen-Haufen zu steigen.

Im Internet ist die Aktion unter www.hundekot-macht-krank.de zu finden.

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gr

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