+
Die Grafik zeigt, was noch geplant ist am Osterberg.

Baupläne der Gemeinde

Am Osterberg ist noch mehr drin

  • schließen

Gmund - Die Gemeinde will noch mehr am Osterberg. Jetzt wird der Kreistag über die Rechtslage und neue Pläne informiert.

Die Thematik klingt kompliziert: Gmund stellt einen neuen Flächennutzungsplan auf und braucht – weil es darin eine 1,6 Hektar große landwirtschaftlich genutzte Fläche am Osterberg in Bauland umwandeln möchte – die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet. Der Kreistag lehnt dies mit 31:23 Stimmen ab, doch die Gemeinde Gmund lässt nicht locker. Sie will wenigstens zwei Flächen rechts und links eines bestehenden Wohnhauses am Osterberg bebauen und beruft sich zum einen auf den bisher gültigen Flächennutzungsplan, der dort bereits Wohnbebauung vorsieht. Zum anderen beruft sie sich auf eine Aussage der Regierung von Oberbayern vom Jahr 1990. Im Einvernehmen mit dem Landratsamt Miesbach hatte sie für die Genehmigung des damaligen Flächennutzungsplans eine Befreiung von den Festlegungen der Landschaftsschutzverordnung in diesem Bereich verbindlich in Aussicht gestellt.

Auf Anraten des Landratsamtes hat die Gemeinde inzwischen eine Ergänzungssatzung für die beiden Grundstücke erlassen, um Wohnhäuser doch noch zu ermöglichen. Wie es aussieht, ist das Thema Osterberg-Bebauung aber noch nicht erledigt.

Jetzt ist von einer doppelt so großen Fläche die Rede, die südlich des Osterbergwegs bebaut werden soll. Bei einer Ortsbegehung im Oktober erörterten das Landratsamt und die Gemeinde bereits gemeinsam, wie es nun weiter geht. Die Gemeinde hat dabei wohl gute Karten: Zum einen hat das Landratsamt inzwischen erklärt, dass es zu seiner versprochenen Befreiung von 1990 steht. Zum anderen kann sich die Kreisbehörde vorstellen, dass auch die neue Fläche, die sich bis zur Einmündung des Sakererwegs südlich des Osterbergs erstreckt, bebaut werden kann.

Nähert sich die Gemeinde also doch Schritt für Schritt einer kompletten Bebauung am Osterberg? „Auf keinen Fall“, erklärt Thomas Eichacker vom Landratsamt Miesbach. „Eine Lücke muss frei bleiben. Sie ist als Grünland ohne Baumbestand zu erhalten, um den Blick in die Landschaft weiter zu ermöglichen.“ Bei der Sitzung des Kreistags am Mittwoch, 9. Dezember, ab 13 Uhr in Miesbach, wird Eichacker den Kreistag über die „naturschutzrechtliche Befreiungslage für eine Bebauung am Osterberg“ informieren. Eine neue Abstimmung im Kreistag sei nicht nötig. Denn: Da es sich nur um eine „Befreiung“ von den Bestimmungen des Landschaftsschutzes handle, müsse nur das Landratsamt entscheiden und nicht der Kreistag.

Eichacker wird auch erklären, warum sich an der Rechtslage seit 1990 nichts geändert hat und Gmund damit auf die Zusage vertrauen kann. „Wir wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen und konkret sagen, was am Osterberg Sache ist“, meint Eichacker.

Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) ist überzeugt, dass die Gemeinde im Recht ist. Ist Preysing also auf der Zielgeraden? „Wir hätten uns viel Ärger erspart“, glaubt der Rathauschef, „wenn von Anfang an die Geschichte mit der Zusage im Kreistag richtig kommuniziert worden wäre."

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Theatrissimo: Lyrisches Kaleidoskop mit viel Theater
Die Gruppe Theatrissimo serviert gekonnt ein schillerndes Kaleidoskop kleiner literarischer Kostbarkeiten. Die Premiere hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. 
Theatrissimo: Lyrisches Kaleidoskop mit viel Theater
Klinik-Erbe Klitzsch auf rasantem Erfolgskurs
Es war ein großes, aber kein leichtes Erbe. Vor zehn Jahren erkämpfte sich Ludwig Klitzsch, damals 29, die Führung der beiden Kliniken seiner Familie am Tegernsee. Mit …
Klinik-Erbe Klitzsch auf rasantem Erfolgskurs
Nach Unfall: Drogentütchen fällt aus dem Socken
Ein Betrunkener lief am Samstagabend einem Rottacher (55) vors Auto. Der Mann erlitt schwere Verletzungen, wollte sich aber nicht behandeln lassen. Warum, zeigte sich …
Nach Unfall: Drogentütchen fällt aus dem Socken
Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied
Mindestens sechs Jahre haben die 91 Schüler an der Realschule in Gmund verbracht. Mit dem Abschluss werden sie nun auf ihren weiteren Weg entlassen. Ein Abschied mit …
Zum Abschied der 91 Schüler singen die Schulleiter sogar ein Lied

Kommentare