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Auf dieser Wiese im Gmunder Ortsteil Am Steinberg wollen die Söhne einer ortsansässigen Familie bauen. 

Bauwunsch am Steinberg 

Am Steinberg: Neuer Anlauf für heikles Bauvorhaben  

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Bauen am Rande einer Feuchtwiese? Seit über fünf Jahren kämpft eine einheimische Familie im Gmunder Ortsteil Am Steinberg darum. Jetzt wird der Fall wieder konkret.

Gmund – Es ist ein schwieriger Fall: Zwei Söhne einer ortsansässigen Familie wollen auf einer Fläche, die bisher im Außenbereich, angrenzend an eine geschützte Feuchtwiese liegt, bauen. Im März 2012 signalisiert der Ortsplanungsausschuss, dass er sich eine Bebauung vorstellen könne, daraufhin schöpft die Familie Hoffnung und kauft das Grundstück vom Onkel. Der Gemeinderat, der damals mit der Überarbeitung des Flächennutzungsplans befasst ist, kommt zwar erst zu der Auffassung, dass die Natur dort zu sensibel sei und die Außenbereich geschont werden sollten, doch erneut kommt es zur Kehrtwende: Nach einer Ortsbesichtigung und unter dem moralischen Eindruck, Einheimische unterstützen zu wollen, beschließt man, das Baufenster hangaufwärts zu verschieben, weiter weg vom sensiblen Bereich, um so eine Bebauung zu ermöglichen.

In Sorge um die Natur am Steinberg starten Anwohner eine Unterschriftenaktion, um das Bauvorhaben zu verhindern. Der Protest gipfelt in dem Vorwurf, die Gemeinde würde sich von „rührsehligen Argumenten“ leiten lassen, auch von „Gefälligkeit“ ist die Rede. Die Gemeinde stellt den Bauwunsch mit Verweis auf das Flächennutzungsplan-Verfahren zurück und verlangt ein hydrogeologisches Gutachten, das zeigen soll, wie sich die Bebauung der Wiese auf die benachbarte Feuchtwiese auswirkt. Dieses Gutachten liegt nun vor und so stand der Ortsplanungsausschuss bei seiner Sitzung vor der Frage: Genehmigungsverfahren vorantreiben oder alles stoppen und rückgängig machen?

Laut Bauamtsleiterin Christine Wild habe das Gutachten ergeben, dass keine negativen Folgen für das Biotop zu befürchten seien. Dennoch würden das Landratsamt und die Naturschutzabteilung dem Vorhaben weiter kritisch gegenüber stehen.

„Eine ganz heikle Geschichte“, fand Grünen-Rätin Helga Wagner und wetterte gegen das Gutachten, zweifelte es sogar an. Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) musste einräumen, dass es zunächst Signale der Zustimmung, dann aber eine andere Entwicklung gegeben habe. Er schlug vor, das Verfahren offiziell zu starten und zunächst die Stellungnahmen der Behörden einzuholen, „quasi als erste Testphase.“ Weil die „warzen-ähnliche“ Baulandausweisung aus Sicht der Landesplanung aber nicht gewollt sei, werde man das hangaufwärts anschließende Grundstück in einen Bebauungsplan mit einbeziehen. Bauamtsleiterin Christine Wild konkretisierte das Vorgehen: Bei dem Verfahren würde sich um eine frühzeitige Bürgerbeteiligung und eine vorgezogene Behördenbeteiligung handeln. Danach werde im Zuge der Abwägung aller Stellungnahmen eine Entscheidung fallen.

Barbara von Miller (SPD) hielt davon nichts: „Warum weiter Geld verbrennen“, fand sie angesichts der Kosten für das Verfahren, die sich die Gemeinde und die Bauwerber teilen müssen. Das Vorgehen sei nicht zielführend, weil das Feuchtgebiet, da sei sie sicher, eine Planung verhindere. Sie kritisierte, dass die Dinge vorangetrieben wurden, obwohl es eine Vorwarnung gab.

Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) war dafür, das Verfahren in Gang zu setzen und Stellungnahmen einzuholen. „Dann wissen wir, ob eine Bebauung möglich ist. Dieses Vorgehen sind wir den Bürgern schuldig.“ Auch Franz von Preysing (CSU) war für diesen Weg. Mit der Vorlage des Gutachtens hätten die Bauwerber eine Forderung erfüllt. „Jetzt sollten wir den nächsten Schritt gehen, um zu erfahren, ob hopp oder topp.“

Mit der Mehrheit von 8:3 Stimmen war das Gremium am Ende dafür, die vorgeschlagene, nächste Planungsphase zu starten. Endgültig entschieden ist damit noch nichts.

gr

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