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Den Parkplatz in Seeglas dürfen künftig auch Camper ansteuern – allerdings nur von 8 bis 22 Uhr.  

Neue Debatte im Gmunder Gemeinderat

Nur in Seeglas und Gasse: Wohnmobile tagsüber willkommen 

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Wohnmobile in Gmund – ein Dauerthema. Jetzt hat der Gemeinderat schon wieder einen neuen Beschluss gefasst. Zudem werden die Jahres- und Saisongebühren fürs Parken verdoppelt.

Gmund – Den Anwohnern des Volksfestplatzes, die am Dienstagabend in den Sitzungssaal kamen, war angst und bange: Würde der Gemeinderat am Ende seinen Beschluss kippen und Wohnmobile nachts doch wieder zulassen? Nach langen Debatten war im September 2016 beschlossen worden, am Volksfestplatz einen Wohnmobil-Parkplatz samt nötiger Infrastruktur einzurichten. Es folgten heftige Proteste und die Kehrtwende im Dezember: Seitdem ist das Parken dort nur noch für Pkw und maximal zwei Busse erlaubt. Trotzdem bleiben Camper immer wieder über Nacht, da offenbar zu wenig kontrolliert wird.

Weil jetzt ein Bürger den Antrag gestellt hatte, Wohnmobile wenigstens tagsüber zu erlauben, wurde die Debatte erneut aufgerollt. „Wohnmobilfahrer sind Gäste wie alle anderen“, fand Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) und plädierte für eine Öffnung aller vier Parkplätze in Seeglas, am Strandbad Kaltenbrunn, am Volksfestplatz und in Gasse von 8 bis 22 Uhr. Ebenso wie Rathauschef Georg von Preysing (CSU), hielt Otmar Straßmüller (FWG) Kaltenbrunn für ungeeignet. Dennoch war Straßmüller dafür, die Tages-Camper in Seeglas im hinteren Bereich nahe der Gärtnerei zu postieren. 

Von zig verschiedenen Regelungen für die einzelnen Plätze hielt Dritter Bürgermeister Herbert Kozemko (CSU) wenig. „Wir sollten es nicht kompliziert machen“, fand er, „wenn’s nicht funktioniert, dann müssen wir halt nochmal an der Schraube drehen.“ Michael Huber (SPD) klang genervt: „Wir haben uns schon so abgemüht, und jetzt schmeißen wir alles wieder um?“ Vor allem aus touristischen Gründen war Barbara von Miller (SPD) für eine Parkmöglichkeit unter tags: „Es muss doch möglich sein, bei uns eine Rast einzulegen.“

Preysing ließ dann zügig und separat über jeden Platz einzeln abstimmen, stellte aber klar, dass die Gemeinde nirgends eine gesonderte Infrastruktur für die Camper schaffen werde. Von 8 bis 22 Uhr ist demnach das Parken für Wohnmobile in Seeglas (15:1 Stimmen) und am Wanderparkplatz Gasse (14:2) erlaubt. Der Volksfestplatz (10:6) und der Parkplatz am Strandbad Kaltenbrunn (12:4) bleiben für Camper verboten. Für Pkw ändert sich nichts, allerdings sollen Motorräder künftig an allen vier Parkplätzen erlaubt sein.

Zuvor wurde einstimmig beschlossen, die Gebühren für die Saison- und Jahreskarten zu erhöhen. „Wir liegen im Tal-Vergleich weit drunter“, nannte Preysing als Grund. „Außerdem hat sich gezeigt, dass nicht die normalen Gäste, sondern Firmenmitarbeiter die Plätze zu 90 Prozent belegen.“ Die vorgeschlagene Verdoppelung erschien Johann Huber (CSU) jedoch zu viel. Er dachte an die vielen Einheimischen, die etwa den Gassler Platz für eine Tour auf die Neureuth nutzen.

Diese Gebühren gelten künftig

Diese Gebühren gelten künftig in Seeglas, Gasse und Kaltenbrunn: Saisonkarte (1. Mai bis 31. Oktober) für einen Platz: 48 Euro (bisher 20 Euro), alle Plätze: 96 Euro (bisher 40 Euro). Jahreskarte für einen Platz: 96 Euro (bisher 40 Euro), alle Plätze: 192 Euro (bisher 80 Euro). Der Volksfestplatz bleibt gebührenfrei. An den Stunden- und Tagessätzen (drei Euro für den ganzen Tag) ändert sich nichts, auch wenn Bad Wiessee hier mehr verlangt (innerorts fünf Euro, an Wanderparkplätzen vier Euro) und damit keine einheitliche Regelung fürs Tal geschafft ist.

gr

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