Auf einer 4,6 Hektar großen Fläche an der B 472 will die Firma Stang expandieren. Auch die Bauschuttsortieranlage (vorne) wird dafür neu geordnet.
+
Auf einer 4,6 Hektar großen Fläche an der B 472 will die Firma Stang expandieren. Auch die Bauschuttsortieranlage (vorne) wird dafür neu geordnet.

Grüne mit Antrag für Kanzlerfeld erfolgreich

Genehmigungsverfahren startet: Stang-Projekt nun in Hand des Gemeinderats

Die Firma Stang plant ein Bauprojekt an der B 472 in Gmund. Der ganze Gemeinderat soll mitentscheiden, nicht nur der Bau- und Umweltausschuss. Ein konkreter Antrag liegt jetzt vor.

Gmund – Anfang des Jahres, als sich der Gmunder Bau- und Umweltausschuss erstmals mit den Plänen der Firma Stang für die Bebauung eines 4,6 Hektar großen Geländes an der B 472 unweit der Kreuzstraße befasste, hatte Grünen-Rat Michael Huber schon Folgendes gefordert: Nicht nur der Bauausschuss, sondern der komplette Gemeinderat solle sich mit dem Vorhaben befassen. Jetzt lag im Gemeinderat ein konkreter Antrag dazu auf dem Tisch.

„Ein Vorhaben in dieser Größe hat einen Einfluss auf das Landschaftsbild“, begründete Huber den Antrag seiner Fraktion. Solche „weitreichenden Entscheidungen“, zu denen im Vorfeld des konkreten Bauantrags auch die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gehört, sollten daher von allen gewählten Vertretern getroffen werden.

Genehmigungsverfahren startet: Stang-Projekt in Gmund nun in einer Hand

Noch ehe es in Sachen Stang also um Details geht, müssen Kompetenzen geklärt werden. Dass es sich tatsächlich um ein großes Vorhaben handelt, ist im Gremium unstrittig. Weil die Firma Stang an ihrem Sitz in Moosrain aus allen Nähten platzt, will sie an der B 472 nahe der Kreuzstraße expandieren. Geplant sind bisher sechs Hallen – eine davon mit einem Turm zur Pellet-Lagerung. Die Hallen sollen in zwei Reihen parallel zur B 472 angeordnet werden. Auch ein mehrstöckiges Verwaltungsgebäude, in dem zudem Wohnungen für Mitarbeiter vorgesehen sind, soll entstehen, zudem eine offene Tankstelle. Der Bereich der Bauschuttsortieranlage (BSA) wird neu geordnet.

Für die Grünen ist nicht nur die Gesamtmaßnahme von Bedeutung, sondern auch Details wie die vertragliche Formulierung und Regelung der Wohnnutzung, die Eingrünung, der mögliche Erhalt von Altbäumen sowie der Umfang und die Gestaltung der Ausgleichsmaßnahmen.

Gmund: Grüne mit Antrag für Kanzlerfeld erfolgreich

Bürgermeister Alfons Besel (FWG) fand grundsätzlich, dass Bebauungspläne im Bauausschuss gut aufgehoben seien. Was das konkrete Vorhaben betrifft, so sehe er das Gesamtgefüge an der B 472 damit nicht berührt, zumal die Brauerei nebenan schon eine Fläche von drei Hektar bebaut habe. Die Stang-Fläche sei im Flächennutzungsplan bereits als Fläche zur Ver- und Entsorgung ausgewiesen und aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen. Auch habe die Regierung der Abweichung vom sogenannten Anbindegebot schon zugestimmt. Dieses besagt, dass Neubaugebiete eigentlich an geeignete Siedlungseinheiten angebunden sein sollen. Beim Gebiet an der B 472 ist dies aber nicht der Fall. „Es handelt sich nicht um einen a-typischen Fall“, fand der Rathauschef, sondern um das Vorhaben einer inhabergeführten Firma mit 130 Mitarbeitern aus der Region.

Für den Grünen-Antrag spreche andererseits, so Besel, dass hier die Verfahren für Bebauungsplan und das im Gemeinderat angesiedelte Flächennutzungsplanverfahren eng miteinander verknüpft seien. Michael Huber hakte erneut ein und merkte an, dass über Vorhaben in dieser Größe in anderen Kommunen sehrwohl im Gemeinderat abgestimmt werde.

Stang-Projekt in Gmund: Mehrheit für Mitarbeit des Gemeinderats

Georg Rabl (FWG) verteidigte die Aufteilung. Für ihn sei im Bauausschuss genug Fachkompetenz vorhanden, um darüber zu entscheiden. Es stehe jedem Gemeinderat frei, zu den Sitzungen des Bauausschusses zu kommen, um sich zu informieren. Rabl räumte ein, dass es um einen großen Bereich gehe, aber es handle sich um eine bestehende Firma, die nun mit einem Teil an einen anderen Platz ziehe. Mit der Mehrheit von 11:8 Stimmen wurde dann entschieden, dass das Verfahren zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans nun ebenso wie die Änderung des Flächennutzungsplans künftig im Gemeinderat behandelt wird.

Letzteres fand gleich anschließend seinen Auftakt. Weil das Vorhaben zuletzt nur im Bauausschuss und daher nicht allen Gemeinderäten vorgestellt worden war, fasste Besel die Eckpunkte erneut zusammen. „Es geht darum, der Firma nicht nur kurzfristig, sondern für die Zukunft Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten, die in Moosrain nicht machbar sind.“ Das Gebiet soll als Sondergebiet für Lager- und Logistik ausgewiesen werden. Gegen die Stimmen der drei Grünen-Räte wurde der Startschuss für die Änderung des Flächennutzungsplans gegeben und die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. „Die konkrete Planung und Detailfragen werden im weiteren Verfahren diskutiert“, so Besel.

Von Gerti Reichl

Tegernsee-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Tegernsee-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Tegernsee – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare