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Tritt nicht mehr an: Bürgermeister Georg von Preysing räumt seinen Stuhl nach 40 Jahren.  

Wahltermin schon im Februar 2018

Gmunder Bürgermeisteramt: Preysing verzichtet auf erneute Kandidatur

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Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, aber sie steht: Georg von Preysing wird nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Indessen gibt es schon einen Wahltermin.

Aktualisierung, 25. Oktober, 9.25 Uhr

Jetzt steht auch der Termin fest, an dem die Gmunder den nächsten Bürgermeister wählen: In seiner öffentlichen Sitzung hat sich der Gemeinderat auf Sonntag, 25. Februar 2018 geeinigt. Sonntag, 11.März 2018 wurde als Termin für eine eventuelle Stichwahl festgelegt. Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) informierte darüber, dass das Landratsamt diesen Termin nun noch bestätigen müsse. Als nächsten Schritt wird der Gemeinderat in seiner November-Sitzung den Wahlleiter bestellen. Auch die Parteien bringen sich allmählich in Position, wenn sie demnächst ihre Kandidaten offiziell benennen und ins Rennen schicken.

Ursprünglicher Artikel, 24. Oktober, 23 Uhr

Gmund – Wenn die Gmunder im Frühjahr 2018 an die Urnen gehen, um einen neuen Bürgermeister zu wählen, dann werden sie einen Namen nicht mehr lesen: den von Georg von Preysing. „Ich habe sehr mit mir gerungen und in Abstimmung mit meiner Familie die Entscheidung getroffen, nicht erneut zu kandidieren.“ So informierte der 63-Jährige den Gemeinderat am Dienstagabend in nicht öffentlicher Sitzung und beendete damit Spekulationen um seine Person. Kurz davor hatte er auch die Mitarbeiter im Rathaus über diesen Schritt unterrichtet. Er habe seine Arbeit lange und gerne gemacht, „aber irgendwann muss ich auch auf mich schauen“, sagt der noch amtierende Rathauschef.

Wenn Preysing im April 2018 abtritt, dann war er 40 Jahre in Amt und Würden. Ab 1978 saß er zunächst als Gemeinderat für die Gmunder CSU am Ratstisch. Seither ist er Mitglied des Kreistags. Diesen Platz werde er bis zur nächsten allgemeinen Wahl 2020 auch behalten. Im Jahr 2000 wurde er zum Bürgermeister gewählt – außerplanmäßig, da der Vorgänger Peter Zellermair von den Freien Wählern aus gesundheitlichen Gründen abgetreten war. Zwei Amtsperioden legte er nach, Gegenkandidaten hatte er nicht.

Er habe oft zurückgesteckt, dies hätten seine zahlreichen Abendtermine und Verpflichtungen mit sich gebracht. Preysing ist seit dem Jahr 2000 auch Vorsitzender des Abwasserzweckverbands. Er war eine Wahlperiode lang dritter Stellvertreter des Landrats, ist im Kreistag stellvertretender Sprecher der CSU-Fraktion und aktuell auch stellvertretender Vorsitzender im Planungsverband Region Oberland. Sein Engagement für den Trachtenverein D’Neureuther, dessen Vorsitzender er von 1975 bis 2001 war, sicherte ihm stets großen Rückhalt in der ländlich orientierten Bevölkerung. Er sei ein Mensch, der gerne mit anderen Menschen umgehe, sagt der Gmunder von sich selbst. Das Amt des Bürgermeisters habe ihn stets ausgefüllt, „weil man ein Ergebnis sieht“, so Preysing.

Ergebnisse, die sich vor allem in seiner nun letzten Amtszeit einstellten: Der frühere Gasthof Maximilian wird nach über 30 Jahren endlich zu neuem Leben erweckt, die Realschule wurde in Finsterwald gebaut, die Grundschule erweitert und saniert, der Kreisverkehr in Seeglas gebaut. Kaltenbrunn hat wieder eröffnet. Vor allem dieses Kapitel und der Streit darüber sei nicht so lustig gewesen. Jetzt sei er froh, „dass wieder was da ist“, wenngleich er nach wie vor der Meinung sei, dass Kaltenbrunn ein paar Hotelbetten gut vertragen hätte. Dass er sich persönlich bei diesem Thema so sehr echauffiert habe, bezeichnet er im Nachhinein als Fehler. „Das waren schon Themen bei uns, die an die Substanz gehen“, sagt Preysing. Eine Ahnung davon bekommt, wer zum Beispiel an schwierige Grundstücksverhandlungen denkt –zuletzt am unvollendeten Geh- und Radweg zwischen Dürnbach und Finsterwald. Aber deswegen höre er nicht auf. Er wolle jetzt einfach eine neue Lebensqualität, immerhin habe er eine Frau, fünf Kinder und 13 Enkelkinder. Und die hätten oft auf ihn verzichten müssen.

Hätte er gewollt, dann dürfte er nochmal: Denn zum Amtsantritt hätte Preysing das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht. Heuer im November wird er 64. Es sei für ihn auch keine Option, gewählt zu werden und dann nach zwei Jahren im Jahr 2020 seinen Rücktritt zu erklären, um das Einscheren der Bürgermeisterwahl in den Modus der normalen Gemeinde- und Landkreiswahlen zu ermöglichen. „Ganz oder gar nicht“, laute seine Devise.

Preysing räumt also den Platz für einen Nachfolger. Welchen Kandidaten die Gmunder CSU ins Rennen schickt, ist offen: Erst im November will der Ortsverein einen Namen präsentieren. Fest steht bereits: Dieser Kandidat bekommt es mit Alfons Besel, dem früheren Gmunder Geschäftsleiter und jetzigen Landratsamts-Abteilungsleiter zu tun. Die Freien Wähler schicken den 51-Jährigen ins Rennen, und auch die SPD will entweder Johann Schmid oder Barbara von Miller nominieren. Von den Grünen ist nichts bekannt. Angst vor dem Gegenkandidaten, so Preysing, sei jedenfalls nicht der Grund für seine Entscheidung gewesen.

gr

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