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Der Amtsinhaber braucht noch Bedenkzeit: Georg von Preysing wird erst in ein bis zwei Wochen die Entscheidung treffen, ob er noch einmal fürs Amt des Gmunder Bürgermeisters kandidiert.

Parteien bringen sich bereits in Position

Bürgermeisterwahl in Gmund: Preysing zögert noch

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Im Frühjahr 2018 müssen die Gmunder einen neuen Bürgermeister wählen. Die Parteien bringen sich und ihre Bewerber bereits in Position, doch einer zögert noch: Amtsinhaber Georg von Preysing (CSU).

Gmund – Die nördlichste Talgemeinde tanzt aus der Reihe. Nicht im Turnus mit der nächsten regulären Kommunalwahl im Jahr 2020, sondern bereits im nächsten Frühjahr treten die Gmunder an die Urne: Der Bürgermeister muss gewählt werden. Das ist seit dem Jahr 2000 so. Damals, am 31. März, trat Peter Zellermair (FWG) aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig von seinem Amt zurück. Georg von Preysing wurde zum Nachfolger gewählt.

Bei der Wahl 2006 konnte Preysing seinen Chefsessel verteidigen – was mangels Gegenkandidat allerdings leicht war: 36 Prozent der Gmunder gingen damals zur Wahl, am Ende verbuchte Preysing nur 67 Prozent der Stimmen für sich. Die dritte Runde für Preysing begann im März 2012. Und es war wieder ein Alleingang: 36 Prozent der Gmunder beteiligten sich an der Wahl, doch diesmal wollte die überwältigende Mehrheit von 92 Prozent den Amtsinhaber wieder haben. Einen Gegenkandidaten gab es auch damals nicht.

Preysing: „Brauche noch eine bis zwei Wochen Zeit“

Was folgt 2018? Gibt es eine vierte Ära mit Georg von Preysing im Gmunder Rathaus? Auf Nachfrage wäre es Preysing am liebsten, wenn er noch nicht Stellung beziehen müsste. Tut er auch nicht: „Ich brauche noch eine bis zwei Wochen Zeit, dann habe ich meine Entscheidung getroffen.“ Das ist alles, mehr will er dazu nicht sagen.

Theoretisch könnte der Gmunder noch einmal antreten, denn am Tag des Beginns der Amtszeit – also ab dem 1. Mai 2018 – hat er das 65. Lebensjahr noch nicht vollendet. Preysings Geburtstag steht im November im Kalender. Da ist also noch Luft. Diese Altersregel wurde ohnehin geändert: „Die Höchstaltersgrenze wurde per Gesetz 2012 von 65 auf 67 Jahre angehoben, doch diese Anhebung ist erstmals bei den allgemeinen Kommunalwahlen 2020 anzuwenden“, weiß Birger Nemitz, Sprecher des Landratsamts Miesbach.

Verkürzung der Bürgermeister-Amtszeit theoretisch möglich

Wäre es möglich, dass in Gmund nicht gewählt wird und der Amtsinhaber bis 2020 im Amt bleibt? „Dies ist nicht möglich, da der Erste Bürgermeister für die Dauer von sechs Jahren gewählt wird“, erklärt Nemitz und bezieht sich auf Artikel 42, Absatz Satz 1 des Landkreiswahlgesetzes. Nächste Variante: Preysing kandidiert mangels Alternative in den Reihen der CSU erneut, bleibt aber nur bis 2020 im Amt, und Gmund kehrt dann zum normalen Wahlturnus zurück. „Eine Verkürzung der Amtszeit ist auf Antrag des Bürgermeisters möglich. Darüber entscheidet dann der Gemeinderat“, erklärt Nemitz.

Bis Ende Oktober will die CSU eine Entscheidung

„Der CSU-Ortsverband wird jede Entscheidung mittragen, so oder so“, sagt die Gmunder Ortsvorsitzende Regina Resch und macht schon mal ein wenig Werbung: „Wir können uns glücklich schätzen, so einen Bürgermeister zu haben.“ Am 30. Oktober werde sich der Ortsvorstand treffen, „dann muss Georg von Preysing aber die Katze aus dem Sack lassen“, sagt Resch. Über andere Kandidaten habe man noch nicht nachgedacht.

Sicher ist jedoch: Sollte Preysing erneut antreten, wird er es diesmal mit mehreren Gegenkandidaten zu tun haben: Die Freien Wähler sind schon vorgeprescht und haben angekündigt, Alfons Besel ins Rennen zu schicken. Der 51-Jährige war 31 Jahre lang für die Gemeinde tätig, 14 Jahre davon als Geschäftsleiter.

Auch die SPD will einen Kandidaten ins Rennen schicken

Auch die SPD findet, dass die Wahl 2018 wieder eine echte Wahl werden soll: Die Gemeinderäte Barbara von Miller (51) sowie Johann Schmid (60) werden sich bei der nächsten Vorstandssitzung Ende Oktober zur Verfügung stellen. „Dann wird entschieden, wer unser Kandidat wird“, sagt Schmid.

Und die Grünen? Laura Wagner, die mit ihrer Mutter Helga Wagner eine Fraktion im Gemeinderat bildet, will sich erst in etwa vier Wochen positionieren. „Dann werden wir beschließen, ob wir einen Kandidaten benennen oder einen anderen Kandidaten unterstützen“, so Wagner. Preysing dürfte es sicherlich nicht sein.

gr

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