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Abgeschirmte Zufahrt: Auf dem Gelände der Papierfabrik Louisenthal von G&D befindet sich auch die Kartenproduktion EPC. Sie wird im Sommer dicht gemacht. 

Am Standort Louisenthal

Geplatzte Kooperation kostet 80 Arbeitsplätze

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Es ist das Ende einer langen Zusammenarbeit in Louisenthal und das Aus für 80 Arbeitsplätze: Ab dem Sommer wird es an dem Standort keine Kartenproduktion mehr geben. Giesecke&Devrient will nach dem Ende eines Joint Ventures mit dem Sparkassenverlag möglichst vielen Mitarbeitern neue Jobs anbieten.

Es geht um die auf dem Gelände der Papierfabrik Louisenthal ansässige Gesellschaft Electronic Payment Cards (EPC). Die EPC ist ein Joint Venture des Deutschen Sparkassenverlags (DSV) und des Unternehmens Giesecke&Devrient (G&D). Der DSV hält 51 Prozent der Anteile und hat damit das Sagen. Viele Jahre lang ließ er von der EPC in Louisenthal Chipkarten produzieren. „Für den Eigenbedarf“, wie Sourour Stanke, Pressesprecherin von G&D, erklärt.

Doch damit ist ab dem Sommer Schluss. Der DSV habe sich zu einem Strategiewechsel entschlossen, berichtet Stanke. Er wolle die Karten nicht mehr selbst produzieren, sondern Aufträge an mehrere andere Unternehmen vergeben. „Dann hat die EPC keine Geschäftsgrundlage mehr“ erklärt Stanke. Andere Auftraggeber habe sie nicht. Um zu verhindern, dass die EPC in die Insolvenz gerät, habe G&D die Gesellschaft nun ganz übernommen. „Wir sehen uns als Familienunternehmen in der Verantwortung für die Mitarbeiter“, sagt Stanke.

Weiterführen will G&D die Kartenproduktion aber nicht. Dafür gebe es keine Auftraggeber, meint Stanke. Aber das Unternehmen wolle den Betrieb sozialverträglich schließen und gute Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter finden. So vielen wie möglich wolle G&D einen Arbeitsplatz in seinem Unternehmen anbieten. „Eine Insolvenz hätte für die Mitarbeiter unangenehmere Folgen“, meint Stanke.

In intensiven Gesprächen habe G&D versucht, die EPC-Kartenproduktion in Louisenthal zu halten, lässt Stanke durchblicken. Doch die Entscheidung liege eben beim DSV. Letztlich bleibe nur die jetzt gewählte Lösung.

Mit dem sonstigen Betrieb in Louisenthal verbindet die EPC wenig. G&D hat die Papierfabrik Louisenthal 1964 gekauft. Heute sind dort 750 Mitarbeiter beschäftigt, die 80 Angestellten der EPC nicht eingerechnet. Das Unternehmen G&D ist bekannt für die Produktion von Banknotenpapier und Sicherheitselementen. 1999 kam das Geschäftsfeld Folien hinzu. Zuletzt nahm G&D 2013 ein neues Folienwerk in Betrieb, eine zweistöckige Produktionshalle. „Es läuft gut“, sagt Stanke. Zwar gebe es einen Sparplan für das Gesamt-Unternehmen G&D. Mit diesem habe die Schließung der EPC aber nichts zu tun.

G&D hatte allerdings früher einmal selbst Karten in Louisenthal produziert, im gleichen Gebäude wie die EPC. Vor neun Jahren verlegte das Unternehmen die Produktion ins slowakische Nitra. Auch das bedeutete zunächst den Verlust von Arbeitsplätzen. Allerdings ging es im Bereich Folien steil bergauf, was die Zahl der Arbeitsplätze in Louisenthal erhöht hat. Auch für die Zukunft stehen die Zeichen auf Wachstum. So hatte das Unternehmen bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplan weiteren Bedarf angemeldet. Aktuell liefert G&D in über 100 Länder.

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