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Braumeister Norbert Stühmer zapft mit Hilfe von Alois Gartenleitner das erste Fass bei der Wiedereröffnung des Gasthof Maximilian.

„Wir fühlen uns sauwohl in Gmund“

Vom Schandfleck zum Schmuckstück: Gasthof Herzog Maximilian feierlich eröffnet

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Wiedereröffnung oder Neueröffnung? Egal. Der Samstagabend, an dem Herzogin Anna in Bayern erstmals nach 40 Jahren wieder den Gasthof Herzog Maximilian aufsperrte, wurde zum Fest für Gmund.

Gmund - Gmund war in Aufbruchstimmung: Landrat Wolfgang Rzehak, Bürgermeister Georg von Preysing, sein designierter Nachfolger Alfons Besl, der Gemeinderat, die Pfarrer Wieland Steinmetz und Pfarrer Andreas Kopp-von Freymann, die am Bau beteiligten Handwerker, die örtlichen Gastronomen, Vorstände der Ortsvereine, Nachbarn sowie Freunde und Partner der Herzoglichen Brauerei Tegernsee defilierten am frühen Samstagabend in den neuen, alten Gasthof Herzog Maximilien - und staunten. Wenn sie nicht geradezu über dem gelungenen Innenausbau mit den hellen Ahornbänken und Tischen, der dunklen nussbaumgebeizten, patinierten Kassettenprofilen, der handgeschmiedeten Kronleuchter und der liebevollen Lüftlmalereien in Verzückung gerieten. 

Die rund 200 Gäste empfing die warme und bodenständige Atmosphäre bayerischer Gastlichkeit und Gemütlichkeit und eine strahlende Hausherrin, Herzogin Anna in Bayern. An ihrer Seite standen Vater Herzog Max in Bayern und Schwester Helene, freilich die Mannschaft der Herzoglichen Brauerei mit Geschäftsführer Christian Wagner, Bauleiter Karl Hitzelsberger und Braumeister Norbert Stühmer sowie die Wirtsleute Martina und Alois Gartenleitner. Die Gamsjäger-Musi spielte auf und es war fast wie ein Heimkommen, auch wenn sich die wenigsten mehr daran erinnern dürften, wann das bayerische Gasthaus das letzte Mal so geglänzt hat. 

Der 40-jährige Weg vom Schandfleck zum Schmuckstück war einer langer und steiniger für die Gemeinde Gmund. Mit viel Charme und Herzlichkeit ließ Herzogin Anna in Bayern die zurückliegenden beiden Jahre Revue passieren: von der Preysing‘schen Idee, dass der Maximilian eigentlich zur Herzoglichen Brauerei gehört, über den „Tatendrang des Christian Wagner, mit dem stets zu rechnen“ sei, über das Engagement des Projektentwicklers ten Brinke, durch deren Infrastruktur das Projekt Wiederbelebung des Maximilien nicht mehr eine Nummer zu groß für die Brauerei gewesen sei, bis hin zu den baulichen Herausforderungen, deren Komplexität und Gewicht man stets am Gesichtsausdruck von Bauleiter Hitzelsberger habe ablesen können. 

Die Hausherrin dankte allen für Ihr Wohlwollen: „Irgendwie wollten alle, dass was G’scheits draus wird. Es ist gelungen“, freute sie sich. Ihr besonderer Dank galt den beteiligten Handwerkern, allesamt aus dem Tegernseer Tal: „Danke, dass Sie sich nicht nur unserer Herzensangelegenheit angenommen haben, sondern sie sich zu eigen gemacht haben.“ 

So begannen die Sanierungsarbeiten der Fassade des denkmalgeschützten Gebäudes.

Bürgermeister Georg von Preysing betonte die segensreiche Zusammenarbeit mit dem Herzoglichen Haus, auch mit Blick auf die Abfüllanlage in Moosrain. Der Maximilian habe ihn sein ganzes Leben begleitet, deshalb sei es ihm auch wichtig gewesen, dass die Einweihung des traditionsreichen Gasthofes noch während seiner Amtszeit vollzogen werde. Preysing erinnerte angesichts der wechselnden Besitzer an 2009, als er nach München gefahren sei, mit den Gläubigern verhandelt habe und sich nachträglich den Segen seines Gemeinderates für den Kauf des mittlerweile zur Ruine verkommenen Hauses genehmigen ließ. „Das war der Durchbruch“, betonte er. Denn so habe die Gemeinde ten Brinke und als „I-Tüpfelchen“ das Herzogliche Haus für den Maximilien gewinnen können. Wo sich Wagner beim „harten aber immer gerechten Gegner“ für die gute Zusammenarbeit bedankte, beschied Herzogin Anna: „Der Maximilian war Ihre Idee und auch die Abfüllerei verdanken wir Ihnen. Wir fühlen uns sauwohl in Gmund. Es ist uns zur zweiten Heimat geworden.“

Heimatpfleger Beni Eisenburg blickte auf die Geschichte des Hauses, das insgesamt drei Mal im Besitz der Wittelsbacher gewesen war, zurück und lobte, dass jetzt endlich in Gmund Kirche, Rathaus und Wirtschaft wieder beieinander seien. 

Bilder: Eröffnung Gasthof Maximilian

Nach der Segnung durch den katholischen und evangelischen Ortspfarrer Steinmetz und Kopp-von Freymann, stellte Wirt Alois Gartenleitner sein elf-köpfiges Team vor. „Wir pflegen die bayerische Kultur. Die liegt uns und gefällt uns“, sagte er und schritt dann gemeinsam mit Braumeister Norbert Stühmer zur Tat, um das erste mit einem Kränzchen und weiß-blauer Schleife gekrönte Kulturgut des Abends, frisches Bier aus dem Holzfass, mit geräuschvollem Glockenschlag anzuzapfen und gemeinsam mit den Gästen auf den neuen, alten Maximilien anzustoßen. Die Anzapf-Glocke ertönte im Laufe dieses Fest noch vielfach.

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