+
In seiner Werkstatt war Quirin Roth zu Hause. Der Gmunder hat sich Zeit seines Lebens als Kunsthandwerker verstanden.

Er war stets nah dran an den Menschen

Der Gmunder Bildhauer Quirin Roth ist mit 77 Jahren verstorben

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

Quirin Roth gilt als einer der bekanntesten Künstler der Region. Nun ist der Bildhauer aus Gmund im Alter von 77 Jahren verstorben. Durch sein Werk wird er aber immer Teil seiner Heimat bleiben.

Gmund Mit 19 Skulpturen, Brunnen und Reliefs hat sich Quirin Roth allein im Landkreis Miesbach verewigt. Mit 77 Jahren ist der beliebte Bildhauer nun zuhause in Dürnbach im Kreise seiner Familie verstorben. Mit ihr trauern Kunstfreunde aus der ganzen Umgebung um einen Kunstschaffenden, der stets nah dran war an den Menschen und dem Leben.

Roth wurde 1943 während eines Fliegeralarms in München geboren. Seine Bronzen sind inspiriert von bekannten und auch weniger bekannten Persönlichkeiten der Region und so lebensecht, dass Passanten sie ritusmäßig streicheln. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thomas-Mann-Denkmal an der Gmunder Seepromenade. Gleichermaßen gilt dies aber auch für die lebensgroßen Skulpturen von Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer und Leo Slezak, für die Büsten von Franz Defregger und des Kiem Pauli am „Künstlerstoa“ in Kreuth sowie den Wünschelrutengeher mit Kindern am Lindenplatz oder den Fischbrunnen am Aquadom in Bad Wiessee.

Skulpturen mit natürlichem Ausdruck in Haltung und Bewegung

Auch wenn der Künstler immer sehr akademisch über seine Modelle – sie reichen vom Heiligen Korbinian in Bayrischzell über einen zwei Meter großen Engel in der Dresdner Frauenkirche bis hin zum Schauspieler Wastl Witt – recherchierte, so war es doch immer die Liebe zum menschlichen Körper, die seinen Arbeiten den besonders echten und natürlichen Ausdruck in Haltung und Bewegung verlieh. Quirin Roth verstand es meisterlich, Menschen und ihr Wesen abzubilden.

Hier finden Sie ein Porträt zum 70. Geburtstag von Quirin Roth

Das zu erkennen, erlernte Roth schon als Kind in der Werkstatt seines Vaters in Schliersee, wo er sich als kleiner Bub für die Holzbildhauerei begeisterte. An der Kunstgewerbeschule München sollte er das Kunsthandwerk später offiziell erlernen. Nachdem er dort Klassenbester und für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet worden war, studierte er – ausgestattet mit einem Stipendium der Begabtenförderung – an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Die Leidenschaft an die Tochter weitergegeben

Dennoch hat sich Quirin Roth Zeit seines Lebens als Kunsthandwerker verstanden. Und als solcher hat er auch die eigenen Kinder in dem Handwerk unterwiesen. Seine Tochter Veronika Hagnroth ist nicht nur in seine Fußstapfen gestiegen, sondern hat über Jahrzehnte mit ihrem Vater zusammengearbeitet.

Auch wenn es Quirin Roth in den letzten Jahren krankheitsbedingt nicht mehr gut ging und seine Sehkraft nachließ, so schuf er gemeinsam mit Tochter Veronika ein letztes Werk: Es war die Kopie der Kiem-Pauli-Büste, die vergangenes Jahr aus dem Kreuther Kurgarten entwendet worden war und kürzlich wieder aufgestellt wurde. Durch seine Kunst wird Roth stets in lebendiger Erinnerung und immer ein Teil seiner Heimat bleiben.

ak

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Gmund – Andreas Schubert ist Fernfahrer fürs Leben - es ist eine Sucht, sagt er. Dabei hätte er schon mal fast aufgehört. Ein Porträt des Stars der DMAX Kultserie …
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans
Er galt als der Kult-Trucker vom Tegernsee: Andreas Schubert, bekannt durch die DMAX-Serie "Asphalt Cowboys", ist nun gestorben. Auf Facebook verabschiedet sich nun auch …
Plötzlicher Tod: Kult-Trucker vom Tegernsee gestorben - Frau rührt mit Facebook-Post und hat Bitte an Fans
Tourismus an Schliersee und Tegernsee: Corona-Lockdown kostet 80 Millionen Euro
Im Ausflügler-Chaos an Schliersee und Tegernsee sehnt sich so mancher Einheimischer einen Lockdown zurück. Doch der war teuer. Sehr teuer, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Tourismus an Schliersee und Tegernsee: Corona-Lockdown kostet 80 Millionen Euro
Kunstakademie der Villa Bruneck feiert zehnjähriges Bestehen
Kunstakademie der Villa Bruneck feiert zehnjähriges Bestehen

Kommentare