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So sieht der Entwurf für das neue Tagungszentrum von BMW auf Gut Schwärzenbach bei Gmund aus. 

Ortsplanungsausschuss wägt die Stellungnahmen ab

Tagungszentrum Gut Schwärzenbach: BMW kommt nur im Schritttempo voran

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Mit seinem geplanten Umbau von Gut Schwärzenbach kommt BMW nur im Schritttempo voran. Jetzt ging es im Ortsplanungsausschuss erneut um Stellungnahmen zum Bebauungsplan. 

Gmund –  BMW braucht noch etwas Geduld, um seine Pläne für ein neues Tagungszentrum auf Gut Schwärzenbach endlich umsetzen zu können. Das lang gestreckte Haupthaus soll saniert werden und künftig als Bettenhaus für ein Tagungshotel dienen. Das frühere Wohnhaus wird abgerissen und durch einen dreigeschossigen Neubau mit trapezförmigem Dach ersetzt. Ein Mittelbau mit Flachdach soll die beiden Häuser verbinden.

„Das ist jetzt die sechste Sitzung, bei der wir uns mit dem Vorhaben befassen“, sagte Bürgermeister Alfons Besel (FWG), als am Dienstagabend erneut die Stellungnahmen zum Bebauungsplan auf der Tagesordnung standen. Weil ein „möglichst schlanker Bebauungsplan“ das Ziel ist, wurden so wenig Details wie möglich hineingepackt. 

Gemeinde schließt Vertrag mit BMW

Sie finden sich vielmehr in einem städtebaulichen Vertrag wieder, den die Gemeinde mit BMW abschließt. Darin, so erklärte Bauamtsleiterin Christine Wild, werden dann alle städtebaulichen Ziele festgehalten – von Details zum Zwischenbau, über das zweigeschossige Parkdeck, energetische Maßnahmen, Beleuchtung, Ausgleichsflächen für zusätzliche Bodenversiegelung, Ersatz für die bisherige lange Fichtenhecke, Freiflächengestaltung oder auch Details zur Erschließung.

Lesen Sie hier auch: Es gab bereits eine Ortsbesichtigung.

Bereits im Dezember hatten sich die Mitglieder des Ortsplanungsausschusses mit Stellungnahmen befasst. Das Landratsamt mit seinen verschiedenen Abteilungen erneuerte und ergänzte sie in einer zweiten Runde. Unter anderem geht es um die Fassade des Neubaus, die nur einen Glasanteil von maximal 50 Prozent haben dürfe. Holzlamellen sollen die Glasoptik auflockern. 

Rücksicht auf Fledermäuse

Gefordert wird zudem, dass eine bereits durchgeführte, spezielle artenschutzrechtliche Prüfung berücksichtigt wird. Ein Experte solle etwa überprüfen, dass Ersatzquartiere für Fledermäuse gesichert sind. Auch eine insektenfreundliche Beleuchtung wird gefordert. Insgesamt, so das Landratsamt, solle im Einklang mit Natur und Landschaft gebaut werden. Eine Befreiung von den Vorgaben des Landschaftsschutzes ist jedoch noch nicht ausgesprochen. „Die Gemeinde geht davon aus, dass die Befreiung möglich ist“, sagte Besel und wies darauf hin, dass weniger Grund versiegelt werde als im bereits bestehenden Baurecht eigentlich möglich.

Das Thema Beleuchtung war für Barbara von Miller (SPD) ein Stichwort. Es müsse nicht sein, fand sie, „dass da die ganze Nacht das Licht brennt.“ Noch dazu, wo keiner da sei, rief eine Nachbarin, die die Debatte als Zuhörerin verfolgte, dazwischen.

Ziegeldach statt Blechdach

Auch die FWG-Fraktion hatte eine Stellungnahme abgegeben. Darin bat sie zum einen darum, Solarmodule vorzusehen. „Wir stellen doch gerade ein Solarpotenzial-Kataster auf, doch bei diesem Vorhaben sieht man noch nichts zu diesem Thema“, erläuterte FWG-Sprecher Georg Rabl die Stellungnahme. Vor allem aber ist der Fraktion das geplante Metalldach ein Dorn im Auge. „Beide Gebäude sollten einheitlich mit Ziegeln eingedeckt werden.“ Rabl sah die Gemeinde sogar in der Pflicht, dies einzufordern. Franz von Preysing (CSU) schloss sich an: „Es hat immer geheißen, darüber reden wir später.“ Ehe es zu spät sei, müsse man die Vorgabe festhalten. Was das komplette Gremium auch tat und einstimmig für ein einheitliches Ziegeldach stimmte.

Über einen Anwalt hakten Nachbarn erneut ein. Ihre Sorge, wonach das Vorhaben ein benachbartes Denkmal beeinträchtigen könnte, wurde in der Abwägung nicht geteilt. Insgesamt kam man zu dem Schluss, dass das Tagungszentrum keine unzumutbare Belastung für die Nachbarn darstellen werde. Auch deshalb, weil Beherbergungs-, Seminar- und Gastrobetrieb nicht unabhängig voneinander und öffentlich betrieben werden sollen.

Punkt für Punkt genehmigte das Gremium die Abwägungen, die zusammen mit der Gemeinde vorbereitet und von Mitarbeitern des von BMW beauftragten Architekturbüros Arnold/Werner vorgetragen wurden. „Unsere Abwägung ist damit abgeschlossen“, sagte Besel.

Bei der nächsten Sitzung im März geht es dann um den städtebaulichen Vertrag und damit um Details. „Dann“, so Besel, „können wir das Verfahren auch zu Ende bringen.“

Das könnte Sie auch interessieren: Gmund wird autofrei für ein paar Stunden.

gr

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